Verbrennen Ihre Weiterbildungen nur Kohle

Portrait zur Vita Christoph Maria Michalski fotografiert von Hergen Schimpf

 – oder bewegen sie wirklich etwas?

In vielen Unternehmen ist es immer noch die gleiche Leier: Egal, wo der Schuh drückt – ein Seminar gilt als Allheilmittel.



Ganz gleich, ob der Vertrieb nicht ordentlich performt, der Kundenservice besser sein könnte oder die Mitarbeiter sich eher rudimentär an die vorgegebenen Leitlinien halten. Die HR sucht einen Anbieter aus, es wird ein zweitägiges Seminar anberaumt, im Nachgang erhalten die Teilnehmer noch die PowerPoint-Folien – und alles ist eitel Sonnenschein. Oder etwa nicht?

Schluss mit Druckbetankung!

Ich bin seit gut 35 Jahren in der Weiterbildungsbranche tätig, zehn davon als selbstständiger Trainer und Berater. Ich würde behaupten, dass ich weiß, wie der Hase läuft. Bevor ich mich auf Konfliktmanagement spezialisiert habe, habe ich selbst unzählige Seminarreihen durchgeführt. Präsentationstrainings, Seminare zu den Themen Argumentation, Führung, Empathie … Aber irgendwann habe ich mir eine Frage gestellt: Können die Teilnehmer eigentlich überhaupt was davon umsetzen? Wenn wir von dem klassischen Modell „“2-Tage-Druckbetankung“ in Frontalunterrichtform ausgehen – eher nicht. Selbst die Teilnehmer nicht, die die schiere Masse an Stoff noch irgendwie verarbeitet bekommen und nicht sofort abgeschaltet haben. Denn wie heißt es so schön: „Kennen bedeutet nicht automatisch können.“ Es reicht nicht, bloß das Wissen über den Mitarbeitern auszukippen! Spätestens nach zwei Wochen ist im stressigen Arbeitsalltag alles vergessen und es wird wieder nach Schema F gehandelt. Aus meiner Sicht ist die Sache klar: Wir müssen den Leuten nicht nur vortanzen – sondern ihnen auch zeigen, wie sie die Schritte in ihre eigene Business-Choreographie einbauen und umsetzen können.

Die Erkenntnis ist an sich gesehen nicht neu. Erinnern Sie sich an den Aufschrei, den das Buch „Die Weiterbildungslüge“ von Dr. Richard Gris verursacht hat? Das war 2008. Viel geändert hat sich trotzdem nichts. Weil vor allem in den Unternehmen ein Umdenken stattfinden muss! Hier wird immer noch viel zu skeptisch auf moderne Konzepte wie Blended Learning und Co. geblickt. Langfristige Lernprozesse, die über mehrere Monate hinweg ablaufen, werden als zu teuer und nicht durchführbar abgestempelt. Schließlich hätten ja alle viel zu tun und an zwei Tagen Seminar würde schon genug Arbeit liegen bleiben. Das ist, mit Verlaub gesagt, zu kurz gedacht.

Lernerfolg: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Wie gehen Sie damit um, wenn für viel Geld eine neue Maschine oder Software angeschafft wurde? Die Kennzahlen werden beobachtet, alles wird auf Herz und Nieren geprüft – und sobald nur eine Komponente nicht so funktioniert, wie sie soll, wird Alarm gemacht. Eigentlich logisch. Aber warum wird dann nicht nach dem gleichen System gecheckt, wie effektiv die Investition in die Weiterbildung der Mitarbeiter war? Immerhin wurden hier auch viel Zeit und Geld in die Organisation und die Durchführung gesteckt. Und damit meine ich keinen schnöden Befragungsbogen. Die sind zwar nett – mehr als das Büro tapezieren kann man sich damit jedoch auch nicht. Fühlen Sie den Mitarbeitern auf den Zahn, spielen Sie mit ihnen Situationen durch, gehen Sie mit zum Kundengespräch. Kurz gesagt: Überlegen Sie sich eine sinnvolle Erfolgskontrolle! Nicht nur, um die Ausgaben zu rechtfertigen – sondern auch, um Ihre Mitarbeiter zu motivieren und den Lernerfolg erlebbar zu machen.

Und apropos Lernerfolg: Auch das ist nicht der neuste Schrei. Schon 1959 entwickelte der Amerikaner Donald Kirkpatrick ein vierstufiges Modell, das folgende Faktoren berücksichtigt: reaction, learning, behavior, results – zu Deutsch Zufriedenheit, Lernen, Verhalten und Ergebnisse. Eines der wichtigsten Erkenntnisse aus seinen Untersuchungen: Zufriedene Teilnehmer haben nicht unbedingt etwas gelernt, was zu einer Verhaltensänderung im Berufsalltag führt und somit in einer gesteigerten Performance resultiert. Merken Sie etwas? Genau deswegen werden doch Weiterbildungen eigentlich durchgeführt. Lassen Sie sich also nicht von begeisterten Stimmen und guten Bewertungen blenden – sondern setzen Sie auf eine sinnvolle Erfolgskontrolle und ggf. in der Folge auf passgenauere, effizientere Weiterbildungen.

Noch nicht genug? Ein Video zum Thema gibt es auf meinem Kanal Konfliktmanagement TV!

Verwandte im Geiste: Wie Konflikte, Kreativität und Innovationen zusammenhängen

Portrait zur Vita Christoph Maria Michalski fotografiert von Hergen Schimpf

Konflikte, Kreativität und Innovation, das passt nicht zusammen? Dann schauen Sie nochmal genauer hin. Denn Konflikte bedeuten nicht immer nur Streit, endlose Diskussionen und festgefahrene Standpunkte.



Konflikte, Kreativität und Innovation, das passt nicht zusammen? Dann schauen Sie nochmal genauer hin. Denn Konflikte bedeuten nicht immer nur Streit, endlose Diskussionen und festgefahrene Standpunkte. Vielmehr haben Konflikte das Potenzial, zum Geburtshelfer von kreativen Ideen und großartigen Innovationen zu werden. Vorausgesetzt, Sie stellen sich dem Konflikt, wollen den Status Quo verändern und arbeiten systematisch an einer Lösung. Konflikte sind so alt wie die Menschheit. Denken Sie mal an Adam, Eva und die Geschichte mit dem Apfel und der Schlange. Voilà, das ist er, der Urkonflikt. Aus kirchlicher Sicht ist das Ganze natürlich nicht so toll gelaufen, da mit dem Vergehen Evas die Sünde über die Menschen kam. Unangenehme Folge: Die Ausweisung aus dem Paradies. Rein logisch betrachtet, hat diese Entwicklung aber auch seine gute Seite, nämlich Innovation! Hätte Eva sich nicht getraut und wäre das Risiko nicht eingegangen, würden wir vielleicht immer noch mit Feigblättern bekleidet im Garten Eden sitzen. Könnte nett sein – wir hätten aber garantiert eine Menge tolle Dinge verpasst.

Im Schmerz geboren

Was Konflikte und Innovationen gemeinsam haben: Ihr Start- und Zielpunkt sind Leiden. Am Anfang steht Unzufriedenheit mit dem Status Quo – und am Ende idealerweise eine Lösung, die das Leiden lindert. Wenn Thomas Alva Edison die funzelige Gaslaterne nicht gestört hätte, gäbe es heute keine elektrischen Leuchtmittel. Wenn der Koffer zum Tragen nicht zu schwer geworden wäre, gäbe es keine Koffer-Trolleys. Also entsteigt Kreativität letztendlich einem Konflikt. Gleichzeitig beschwört Kreativität aber auch Konflikte herauf, wie sich etwa ganz aktuell in der Automobilindustrie abzeichnet: Der Motor eines Elektroautos besteht aus gerade mal 170 Teilen, während für die kraftstoffbetriebene Variante sage und schreibe 1.200 einzelne Bauteile benötigt werden. Die Folgen für die Zulieferindustrie werden eklatant sein und wiederum gesellschaftliche Veränderungen heraufbeschwören. Innovation bedeutet, die alte Haut abzustreifen und hinter sich zu lassen, wie beim Häuten der Schlange.

Ideen statt Material

Kreativität bedeutet für mich vor allem, Vorhandenes neu zu kombinieren. Das benötigt Wissen, Handwerk und künstlerisches Fühlen. So hat es Edison getan – und trotz Fehlschlägen immer weiter probiert. Ohne eine Vorlage zu haben und ohne genau zu wissen, welches Material schlussendlich den Erfolg bringen würde. Es ist genau dieser unbändige Wille, den es braucht, um Konflikte zu lösen und dabei neue Perspektiven zu eröffnen – sei es in Form von Produkten oder auch neuen Wegen der Zusammenarbeit, Unternehmensführung und so weiter. Ich habe es übrigens selbst probiert: Ich war Zauberlehrling im magischen Zirkel von Deutschland und habe die Grundprinzipien der verschiedenen Zaubersparten gelernt und mich monatelang darin geübt. Als vollwertiges Mitglied habe ich dann angefangen, eigene Zaubereien zu erfinden – einerseits aus der Not heraus, da es keine geeigneten Materialien für meine eigenen Ideen gab. Andererseits aus Geldgründen, da man bei einem Zaubertrick immer das Know-how bezahlt, nicht die Utensilien. Und das kann einen ganz schön tiefen Griff ins Portemonnaie erfordern.

Hochprozentiges zum Schluss

Die Gemeinsamkeiten von Kreativität, Konflikt und Innovation bestehen also darin:

  • Spannungsfelder und inneren Druck auszuhalten und ein unbequemer Zeitgenosse zu sein
  • Alternativen müssen selbst erdacht und erarbeitet werden, verschiedene Szenarien werden im Kopf durchgespielt, um so zu einer angemessenen Handlung auf äußere oder innere Einflüsse zu kommen
  • Ergebnisse kommen nur über „try and error“ zustande, stufenweise im Prozess, inklusive Rückschritt und Verzweiflungsanfällen
  • Die Frage des richtigen Zeitpunkts und Timings ist elementar und entscheidend

Und denken Sie immer daran: Kreativität und Konflikte sind 1 % Inspiration und 99 % Transpiration – in Abwandlung des Zitates von besagtem Thomas Edison. Und falls Sie noch ein Alibi brauchen: „Die chemische Analyse der sogenannten dichterischen Inspiration ergibt neunundneunzig Prozent Whisky und ein Prozent Schweiß.“ – William Faulkner. Prost! Noch mehr Inspirationen rund um die Welt der Konflikte bekommen Sie auf https://www.christoph-michalski.de/, schauen Sie mal vorbei!

Konflikte sind sexy!

Portrait zur Vita Christoph Maria Michalski fotografiert von Hergen Schimpf

Kann ein Video den Ruf ruinieren?…klares Jein!


Anfang Februar 2020 habe ich ein Musikvideo mit meinem Herzensthema veröffentlicht. Entstanden in dem coolen Format eines Kollegen: Mit einem transportablen Tonstudio und ein paar Handy-Kameras im Koffer besucht er unterschiedliche Gäste und lädt sie zu einem Experiment ein. Die Aufgabe: Innerhalb von drei Stunden etwas Musikalisches zu produzieren. Es wird nichts vorbereitet, es bestehen keine Vorab-Absprachen. Gestartet wird mit dem berühmten „weißen Blatt“.

Nach der Veröffentlichung habe ich die unterschiedlichsten Rückmeldungen erhalten. Sie reichten von „hammermäßig“ über „zu privat“ bis zu „…das kannst du als älterer Herr doch nicht machen! Was sollen deine Kunden denken!“. Interessant und ich bewege alle Meinungen in meinem Herzen.

Es ist definitiv zu sehen, wie viel Spaß wir bei der Produktion hatten und mit den ganzen technischen Herausforderungen der Pilotfolge und der Zeitbegrenzung- ein groovendes Ergebnis. War alles freiwillig und von mir freigegeben.

Ich habe den Mut, eine Seite zu zeigen, die vielleicht nicht viele kennen, im privaten Rahmen und ohne Business Rüstung; also nicht so pastoral und seriös :-).

Ja, In meinem Leben gibt es viele Widersprüchlichkeiten. Das ist ja genau meine Qualität, weil ich viel erlebt, erlitten und auch triumphiert habe- neugierig und interessiert gesegnet bin mit einigen Talenten und Mut.

Damit bin ich scheinbar eine Spiegelfläche und Projektionswand für andere. Ich zeig dann eine Facette, die bei anderen klingelt, Resonanz erzeugt und eventuell den Buzzer drückt – zack! Die Reaktion sagt mehr über den Absender aus als über mich. Interessant und ich bewege alle Meinungen in meinem Herzen.

Ein Kommunikationsmodell mit 4 Ebenen beschreibt eine davon als Selbstkundgabe: Ich sage bei jeder Kommunikation immer etwas über mich selber aus, meine Stimmung, meine innere Haltung und mein Wertesystem.

Ich habe mich dazu entschlossen, Spekulationen darüber bei mir in der Art zu begegnen, dass ich mich zeige, die verschiedenen Facetten offen lege.

Jede(r) kann entscheiden, ob der Link zum Video geklickt wird.

Auf jeden Fall lerne ich so die Menschen und Kunden kennen, die uns beiden gut tun!

P.S. Der ganze Entstehungsprozess findet sich in ca. 30 Minuten Länge bei Youtube Emanuel Koch.

Stoßen Sie sich nicht den Kopf an meinen Denkanstößen!

Byteethik- Computer und Moral!

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Wir Menschen werden moralisch nicht geprüft; unsere individuelle Entscheidung ist also kein Kriterium, um am Straßenverkehr teilzunehmen.


Die von Bundesminister Alexander Dobrindt eingesetzte Ethik-Kommission zum automatisierten Fahren hat ihren Bericht vorgelegt, in dem Leitlinien für die Programmierung automatisierter Fahrsysteme entwickelt wurden.

Vom selbstfahrenden Auto verlangen WIR, dass es moralische Entscheidungen trifft. Bei einem unvermeidbaren Unfall soll es sich entscheiden – zwischen einer Kindergartengruppe oder einer Rentnergang! Das ist das sogenannte moralische Dilemma, was schon als Trolley Phänomen oder dicker Mann Problem seit 1951 diskutiert wird: Darf der Tod von Menschen herbeigeführt werden, um das Leben von anderen Personen zu retten? Das war vor kurzem auch als heiß diskutierter Beitrag um einen Starfighter-Piloten im Fernsehen. Das Thema schneide ich auch in meinem Vortrag an.
Im Bericht gibt es da eine interessante Wortakrobatik auf Seite 16: „Entscheidungsfreiheit des Menschen bei dilemmatischen Konfliktsituationen“. Die These empfiehlt keine Selektion von Menschen, keine Verrechnung von Opfern, aber das Prinzip der Schadensminimierung. Wir Menschen werden darüber moralisch geprüft; unsere individuelle Entscheidung ist also kein Kriterium, um am Straßenverkehr teilzunehmen.

Das mündet in die Frage, ob technischer Fortschritt und gesellschaftlicher Umgang immer im Gleichschritt voranschreiten?

Ein anderer Aspekt ist die Individualität: „Ausdruck der Autonomie des Menschen ist es, auch objektiv unvernünftige Entscheidungen wie eine aggressivere Fahrhaltung oder ein Überschreiten der Richtgeschwindigkeit zu treffen. Dabei würde es dem Leitbild des mündigen Bürgers widersprechen, würde der Staat weite Teile des Lebens zum vermeintlichen Wohle des Bürgers unentrinnbar durchnormieren und abweichendes Verhalten sozialtechnisch bereits im Ansatz unterbinden wollen.“
Können wir diesen Aspekt auch einem Computer zurechnen?

Technische Entwicklungen bedeuten Konflikte, die einen gesellschaftlichen Disput in Gang setzen, der wiederum aus dem Streit der Meinungen einen gesellschaftlichen Konsens bildet, der wiederum als Orientierung für die technische Entwicklung gelten kann, der ….

Ein Beispiel für die positive Kraft von Konflikten, die über die gemeinschaftliche Diskussion zu den Spielregeln des Miteinanders verhilft.

Streiten wir uns mehr!

Stoßen Sie sich nicht den Kopf an meinen Denkanstößen!

Betriebliches Gesundheitsmanagement ist mehr als Smoothies und Yogamatte

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Schrittzähler für alle Mitarbeiter, Nackenmassage einmal im Monat und gemeinsame Kochkurse? Alles nett gemeint, aber BGM ist das noch lange nicht! Mitarbeiter sind die wertvollste Ressource Ihres Unternehmens! Lesen Sie in meinem neuen Artikel, warum es daher höchste Zeit ist, eine Gesamtstrategie an den Start zu bringen, statt nur einzelne Werkzeuge in den Ring zu werfen!


Ein Obstkorb ist ein guter Anfang, bringt isoliert aber überhaupt nichts! BGM ist kein Werkzeug zur Zielerreichung, sondern bedeutet für die obere Etage auch konstantes Führungsverhalten und Vorbildfunktion. Dann läufts!

Flickenteppich statt Strategie

Gesundheit boomt aktuell in unserer Gesellschaft. Online wie offline springen uns Fitnessangebote an, die uns „krass“ machen sollen, uns in eine fittere, schlankere, gesündere und am besten noch glücklichere Version unserer Selbst verwandeln. Und in der Wirtschaft herrscht die nackte Panik: „Wir brauchen sofort ein betriebliches Gesundheitsmanagement! Sonst sind wir bei den jungen Mitarbeitern doch direkt unten durch!“ Die Folge: Es gibt plötzlich einen Obstkorb in der Kaffeeküche, Einladungen zum gemeinsamen Joggen kursieren in den Postfächern und alle zwei Wochen gibt es Freitagmorgens einen Yogakurs für alle. Schön und gut – Aber ist das wirklich BGM? Oder ist das nicht eher zu kurz gegriffen?

Ich bin u.a. Diplom-Rhythmiklehrer und zugelassener Prozessberater bei unternehmensWert:Mensch im Handlungsfeld Gesundheit. Der Maßnahmenkatalog, den ich in Firmen bisher vorfinde, beinhaltet hauptsächlich Aktionen wie die oben genannten. Und was passiert nach kurzer Zeit? Die Post-it mit der Bürogymnastik hängen müde an den Bildschirmen – und der erste Elan ist ebenso schnell verschwunden wie die neu gekauften Gymnastikbänder. Auch die Digitalisierung hat aus meiner Sicht keine großartigen Verbesserungen mit sich gebracht. Außer, dass es jetzt zusätzlich noch ein paar schöne Tools gibt wie Apps, die Schritte zählen und den täglichen Kalorienverbrauch tracken, die digitale Wasserwaage für die Rückenlehne, der Pulsmesser mit integriertem Burnout-Barometer – oder eben der Gamificationansatz mit dem „Company Olympic Gold Medallist“ als Bildschirmschoner. Das ist nett, keine Frage. Doch ohne dahinterliegende Strategie werden es immer nur vereinzelte Werkzeuge bleiben.

Konfliktmanagement

Für mich der entscheidende Konflikt hinter der ganzen Sache: Die Diskrepanz zwischen Selbstbewusstsein und Außendarstellung. Auf der einen Seite wird geklagt, dass die nötigen Unterstützungsleistungen nicht den Stellenwert im Unternehmen haben, den sie angeblich verdienen. Auf der anderen Seite findet sich aber nur eine höchst diffuse Beschreibung der Unterstützungsleistung – und das BGM wird auf die Implementierung einiger einzelner Werkzeuge eingedampft. Große Töne spucken und dann einen Rückzieher machen? Wenn schon, dann bitte richtig und mit vollem Einsatz!

Ein weiterer Haken an der Sache: Der Begriff „Betriebliche/r Gesundheitsmanager/in“ ist nicht geschützt. JEDE(R) KANN BGM! Und jeder hat seine eigene Meinung, wie BGM richtigerweise zu funktionieren hat. Die Szene wird beherrscht von Ärzten mit hohem faktischem Studienwissen und geringer Umsetzungskompetenz, athletisch biegsamen Fitnesstrainern, die noch nie ein Unternehmen von innen gesehen haben – und dann sind da noch die unvermeidlichen Mentalcoaches.

Das sagt der Konfliktnavigator

BGM ist aus meiner Sicht garantiert kein Trend, der in den nächsten Jahren wieder verfliegt. Mitarbeiter sind die wichtigste Ressource eines Unternehmens – es ist daher höchste Eisenbahn, dass sich Führungskräfte dessen bewusst werden und entsprechend handeln. Und das erfordert eine professionelle Implementierung durch alle Ebenen hindurch. Damit meine ich nicht, dass sie alles selbst umsetzen müssen. Doch sie sind gefordert, sich in ihren Unternehmen für das Thema BGM stark zu machen, den richtigen Partner für die Umsetzung ins Boot zu holen – und selbst als Vorbild voranzugehen, wenn es an die Umsetzung geht.

Das Ziel: Ein gesundes Unternehmen mit gesunden Mitarbeitern. Das funktioniert jedoch nur, wenn Eigenbild und Fremdbild auch zueinander passen. Um den Wunsch nach der gebührenden Anerkennung und Sichtbarkeit zu erfüllen, müssen folgende Thesen gelten:

  • BGM ist essentieller Bestandteil im „New Work“ Verständnisses jedes Unternehmens

• BGM benötigt ein starkes Mindset bei allen Beteiligten

• BGM traut sich, neue Standards im Unternehmen einzuführen

• BGM Marketing in der Company ist offensiv

• Führungskräfte sind die Ansprechpartner und Vorbilder

Sie sind neugierig geworden? Mehr rund um das Thema Konflikte gibt es auch auf meinem YouTube-Kanal KonfliktmanagementTV!

Konfliktfalle Weihnachtsfeier

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Oh du Vorsichtige!


Manche freuen sich schon seit Oktober darauf, für andere könnte sie auch ruhig ausfallen: Die Rede ist von der alljährlichen Firmenweihnachtsfeier. Auf den ersten Blick klingt es eigentlich ziemlich passabel. Gutes Essen, Alkohol, festliche Stimmung – und der Chef zahlt. Idealerweise ist dieser Abend auch die Gelegenheit, neuere Kollegen abseits der Schreibtische ein bisschen besser kennenzulernen. Und selbst die stilleren Vertreter tauen oft nach dem zweiten Sekt auf und werden überraschend redselig. So weit, so gut. Was Sie aber im Hinterkopf behalten sollten: Die Weihnachtsfeier ist traditionell auch der Ort, an dem betriebliche Konflikte plötzlich aufbrechen und schon so manche Karriere einen irreparablen Knick bekommen hat.

Vorsicht, Alkohol!

Es heißt zwar „in vino veritas“ – doch so manche Wahrheit sollten Sie besser diplomatisch für sich behalten. Auch, wenn es auf den ersten Blick eine gute Idee zu sein scheint, die Ansprache des Chefs durch lautstarke Zwischenrufe richtigzustellen. Oder dem nervigen Kollegen mal auf die Schulter zu hauen und ihn ironisch zu beglückwünschen, dass er es richtig gut hinbekommt, die kniffeligen Aufgaben immer auf andere abzuwälzen. Generell gilt für den Umgang mit Alkohol: Kennen Sie Ihre Grenzen! Wer ansonsten wenig bis gar nichts trinkt, sollte sich auch jetzt nichts aufschwatzen lassen oder das Gefühl haben, den anderen etwas beweisen zu müssen. Denn egal, wie Sie es anstellen: Es wird sich niemals positiv auf Ihr Ansehen beim Chef auswirken, wenn Sie „Atemlos durch die Nacht“ grölend über die Tanzfläche torkeln.

Lästern ist tabu

Und auch im nüchternen Zustand sollten Sie sich klar an eine Regel halten: Lästern ist tabu! Auch, wenn irgendwann alle im „Beste-Freunde-Modus“ zu sein scheinen. Unter Umständen erzählen Sie leichtfertig etwas, dass Sie am nächsten Tag lieber für sich behalten hätten. So entstehen Gerüchte – und landen am Ende schlimmstenfalls bei der Person, die auf keinen Fall davon Wind kriegen sollte. Auf diese Weise wird die Situation garantiert nicht besser, Sie gießen eher noch zusätzlich Öl ins Feuer. Auch wenn Sie sicherlich gute Gründe für Ihre Meinung haben – die Weihnachtsfeier ist nicht der richtige Ort dafür. Ich kann Ihnen nur dazu raten, bei Konflikten lieber in die direkte Kommunikation zu gehen, anstatt noch mehr Leute mit hineinzuziehen. Vereinbaren Sie also lieber ein Gespräch mit dem besagten Kollegen oder der Kollegin, um das bestehende Problem aus der Welt zu schaffen.

Gesprächsthemen sorgfältig wählen

Je später die Stunde, umso vertrauter die Gespräche? Auch bei der Weihnachtsfeier sollten Sie besser zweimal überlegen, ob Sie das Thema wirklich ansprechen wollen. Auch, wenn sie gerade alle so gemütlich beisammensitzen: Manche Themen sind und bleiben heikel. Kommen politische und religiöse Ansichten auf den Tisch, kann die Stimmung schnell kippen. Hier ist Rücksicht gefragt! Fühlt sich ein Kollege verletzt, kann das noch deutlich längere Auswirkungen auf die Zusammenarbeit haben.

Don’t f*** the company

Und noch ein kurzer Hinweis zu zwischenmenschlichen Anbahnungen: Klar ist flirten erlaubt. Nicht umsonst gibt es genug Studien, die belegen, dass sich schon jeder Fünfte mal in einen Kollegen oder eine Kollegin verguckt hat und jeder Siebte im Büro die große Liebe gefunden hat. Aber vor den Augen der gesamten Belegschaft rumknutschen? Wenn Sie nicht zum Klatschthema Nummer 1 werden wollen, empfiehlt sich eher Zurückhaltung. Verabreden Sie sich mit dem Ziel Ihrer Begierde also lieber zum Weihnachtsmarktbesuch nach Feierabend in den nächsten Tagen.

No-Show ist ein No-go!

Zugegeben, eine Weihnachtsfeier bringt einiges an Stolperfallen und Fettnäpfchen mit sich. Also lieber gar nicht erst hingehen? Auch, wenn Ihnen diese Option geradezu verlockend erscheint: Das geht gar nicht. In den meisten Unternehmen ist die Teilnahme an der Weihnachtsfeier sowieso verpflichtend. Und selbst, wenn nicht: Wer nicht hingeht, signalisiert, dass er keinen großen Wert darauf legt, mehr Zeit als nötig mit den Kollegen zu verbringen – und streut so unnötigen Konfliktsand ins Getriebe. Es sagt ja keiner, dass Sie den Laden mit schließen müssen. Aber für zwei bis drei Stunden sollten Sie auf jeden Fall dabei sein.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine schöne und vor allem konfliktfreie Weihnachtsfeier!

Die Weihnachtsfeier ist nur einer von vielen möglichen Konfliktherden in der Adventszeit. Sie möchten wissen, was sonst noch auf Sie zukommt? Dann schauen Sie auf meinem YouTube-Kanal vorbei!

„Zukunft Bildung“ und Digitalisierung – träumt weiter!

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In der ARD läuft gerade die Themenwoche „Zukunft Bildung“ vom 9. bis 16. November 2019. Tolle Sache: Lernen ist wichtig, bringt uns weiter – und macht Spaß, wenn die Inhalte passend vermittelt werden. Wenn ich „Zukunft Bildung“ höre, muss ich jedoch auch unweigerlich an das Thema Digitalisierung denken. Und spüre, wie mir fast zeitgleich ein Schauer über den Rücken läuft. Denn Bildung ist momentan in Deutschland alles, aber nicht digital. Um hier wirklich in Richtung Zukunft durchzustarten, wird es höchste Zeit, endlich nicht nur über den Tellerrand zu schauen – sondern am besten auch gleich die Füße aus der lauwarmen analogen Suppe zu ziehen, in dem es sich das deutsche Bildungssystem seit Jahrzehnten bequem gemacht hat.

Völliges Chaos statt sichtbarer Fortschritt

1994 habe ich eine Fortbildung zum Medientechnikpädagogen gemacht. Die Älteren unter Ihnen werden sich erinnern – damals gab es eine politische Initiative mit dem Claim „Schulen ans Netz“. Gute Idee, keine Frage. Doch die Umsetzung war mehr als stümperhaft. Sie werden nicht glauben, was ich da alles erlebt habe: Es wurden Drucker ausgeliefert, für die es keine mit dem Betriebssystem kompatiblen Treiber gab. Router konnten auf Grund von Inkompatibilitätsproblemen nicht ans Netz gehen. Kurzfassung: riesengroße Katastrophe.

Und was tut die Politik in Sachen Bildung? Mir scheint, dass der Posten des Bildungsministers vor allem eins ist: Ein beliebtes Ressort für Macher und Durchlauferhitzer, da sich innerhalb einer Legislaturperiode bereits Erfolge vorweisen lassen. Ob diese „Errungenschaften“ die deutsche Bildungslandschaft allerdings wirklich vorangebracht haben, sei mal dahingestellt. Sicher erinnern Sie sich zum Beispiel an das ganze Gezerre um G7 oder G8 …

Lokale Lösungen statt Paragraphenreiter

Ich bin beidseitiger Lehrersohn (keine Sorge, ist nicht ansteckend …), Musikpädagoge, Diplompädagoge Erwachsenenbildung und habe lange als Geschäftsführer eines großen Bildungsträger gearbeitet. Ich bin daher so frei, mir eine gewisse Erfahrung und Sachkenntnis in Bezug auf das Thema zuzuschreiben.

Mein Vorschlag, um die Situation endlich mal merklich voranzutreiben: Wie wäre es zum Beispiel, eine „Public Private Partnership“ einzugehen? Öffentliche Einrichtungen und Privatpersonen bzw. Unternehmen schließen sich auf lokaler Ebene zusammen. Ich bin überzeugt davon, dass sich auf diese Weise wesentlich schneller und effizienter ein funktionierendes, modernes Schulsystem aufbauen ließe. Ohne, dass erst mal europaweit eine Ausschreibung gemacht werden muss, um einen Dienstleister für die Bereitstellung der Technik zu finden. Möglicherweise wäre auf diese Weise auch eine unbürokratischere und flexiblere Projektgestaltung möglich, die den Start der Digitalisierung noch vor 2025 möglich macht.

Ohne Ausprobieren geht es nicht!

Damit „digitale Bildung“ in Deutschland zur flächendeckenden Realität wird, reicht es jedoch nicht, entsprechende Finanzierungen zu tätigen. Denn die beste Technik nützt nichts, wenn angehende Lehrer an den Hochschulen immer noch mit Methoden der 70er Jahre vertraut gemacht werden! „Alte Pädagogik“ digitalisieren zu wollen, ist der absolut falsche Weg. Und nicht erst heute: Ich habe 1996 ein Internat in der Nähe von Hamm betreut. Die Lehrer waren hoch engagiert, haben versucht, moderne Technik zu integrieren – und sind an einem durch und durch analogen Lehrplan mit entsprechenden Methoden gescheitert.

Hier kann es nur eine Lösung geben: Mutig voranzuschreiben! Im Umgang mit der Digitalisierung gibt es weder in der Bildung, noch in sonst einem Lebensbereich einen „Masterplan“. Wir müssen unsere eigenen Erfahrungen machen – und sollten idealerweise branchenübergreifend kooperieren, um gemeinsam voranzukommen. Worauf warten wir noch?

Das Video zum Thema gibt es auf meine YouTube-Kanal Konfliktmanagement TV, schauen Sie vorbei!

Bits und Bytes statt Schweiß?

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Mein Vortrag über Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) im digitalen Zeitalter hat den Titel „Wann emanzipiert sich BGM von der Yogamatte und den Smoothies?“ und provoziert…


die etablierte Szene. Starten wir damit, warum ich mich darüber äußere.

Ich bin u.a. Diplom-Rhythmiklehrer, zugelassener Prozessberater bei unternehmensWert:Mensch im Handlungsfeld Gesundheit. Der Maßnahmenkatalog, den ich in Firmen bisher vorfinde, beinhaltet hauptsächlich Aktionen mit Obsttellern, Massagen, über Ergonomie und Vorsorge bis hin zur gesundheitsorientierten Kantinenverpflegung und Firmenolympiade. Die Post-it mit der Bürogymnastik hängen müde an den Bildschirmen und der erste Elan ist ebenso verschwunden wie die neu gekauften Gymnastikbänder.

Mit BGM 4.0 wird es nun digital. Als Schmankerl kommt die App dazu- der Vitamintracker, Muscle-Tension- Pilot, die digitale Wasserwaage für die Rückenlehne, BurnoutBarometer über Pulsmesser und Gamificationansatz mit dem CompanyOlympic-gold- medallist als Bildschirmschoner- zugegebener Weise teilweise selber ausgedacht und trotzdem nicht unwahrscheinlich.

Was mich an diesem Thema reizt, ist der innere Konflikt des BGM mit seinem Selbstbewusstsein und seiner Außendarstellung. Auf der einen Seite klagen, dass diese Unterstützungsleistungen nicht den Stellenwert hat, den sie angeblich verdient, auf der anderen Seite: diffuse Beschreibung der Unterstützungsleistung und Reduzierung auf einzelne Werkzeuge.
Weiterhin trifft man auf das weitverbreitete Übel, dass dieser Begriff nicht geschützt ist.

JEDE(R) KANN BGM!

Die Szene wird beherrscht von Ärzten mit hohem faktischem Studienwissen, athletisch biegsamen Fitnesstrainern und Mentalcoaches.

Gerade auch im Hinblick auf die Veränderung der Arbeit – Stichwort New Work, 4.0- ist eine professionelle Implementierung bei den Entscheidern in Unternehmen sinnvoll.

Im übertragenen Sinne gilt: gesunde Unternehmen mit gesunden Mitarbeitern.

Ersetzen Sie gesund durch stressresistent, flexibel, agil, mobil, disruptiv, vielfältig, generationsübergreifend,…
Dazu kann BGM einen entscheidenden Beitrag liefern. Funktioniert nur, wenn das Eigenbild und Fremdbild zueinander passen. Um dem Wunsch nach gebührender Anerkennung und Sichtbarkeit zu erfüllen, gelten folgende Thesen:

  • BGM ist essentieller Bestandteil auch der Neuen Arbeit
  • BGM benötigt ein starkes Mindset
  • BGM traut sich Standards einzuführen
  • BGM Marketing ist offensiv
  • Führungskräfte sind die Ansprechpartner und Vorbilder

Mein Fazit lautet: BGM ist kein Werkzeug zur Zielerreichung, sondern bedeutet Führungsverhalten und Vorbild. Dann läufts!

Die Rückmeldungen auf der Messe Kongressmesse MEiM 2017 in Paderborn waren vielfältig und zustimmend.

Stoßen Sie sich nicht den Kopf an meinen Denkanstößen!

Mit dem Lästermodus im Konfliktkarussell

Portrait zur Vita Christoph Maria Michalski fotografiert von Hergen Schimpf

Gestern wurde mein Telefonanschluss auf die neue IP- Technologie umgestellt. Als ich im sozialen Umfeld erzählte, dass ich beim klassischen Anbieter geblieben bin, schallte es aus allen Richtungen:


„Na dann viel Spaß! Dann 4 Wochen ohne Internet! Klappt sowieso nicht, weil…! Bei meinen Nachbarn hat es ….“.

 ???

Terminfenster eingehalten – 30 Minuten Umbau und Inbetriebnahme – alles funktioniert.

Lästern bedeutet, abfällige Bemerkungen über jemanden oder etwas abzusondern. Also definitiv etwas, was ins Negative zielt und somit eine düstere Emotion beinhaltet. Damit ist es unmöglich, das Lästermaul von der Unrichtigkeit seiner Aussage zu überzeugen und am anderen Ende des Spektrums lohnt es sich nicht, für einen Telekommunikationsanbieter zu kämpfen- der war schließlich mein erstes Aktiendebakel 2002.
Hier erfahren Sie mehr über die 3 Konfliktkategorien.

Mir fallen spontan die drei Siebe des Sokrates ein. Googeln Sie mal!
Meine Kurzversion lautet: Bevor ein Mann Sokrates eine Geschichte erzählen konnte, wurde er mit den Fragen gestoppt „Ist es wahr, was Du mir erzählen möchtest? Ist es gut? Ist es notwendig?“

Ich weiß, dass es ein philosophisches Geplänkel darstellt. Wenn wir die drei Siebe im Alltag und Berufsleben anwenden würden, blieben kaum noch Gespräche übrig. Es wäre seltsam still in deutschen Büroetagen.

Ich sag´damit auch nichts gegen die Ventilfunktion einer Seelenreinigung, gerade an Bratwurstständen und am der Feuerschale muss es manchmal sein- definitv.

Mir geht es um die Frage, ob wir damit nicht unsere eigene Laune verderben und in den negativen Strudel abdriften. Unsere Gedanken formen unsere innere Haltung. Wenn wir schon in der philosophischen Ecke sind- Aphorismus aus dem Talmud:

Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.

Stilvoll gekleidet zu sein und aufmerksamer Umgang mit den Mitmenschen kann auch mal eine Pause haben. Zuhause in Jogginghose, düstere Laune und Kartoffelchips auf dem Sofa sind vollkommen o.k. Auch wenn Karl Lagerfeld meint, das man/frau mit einer Jogginghose die Kontrolle über sein Leben verloren hat. Ich liebe temporären Kontrollverlust. Es geht um die innere Haltung.

Ach noch mal kurz zur Wahrheit. Wenn Sie mich kennen oder schon etwas von mir gelesen haben, wissen Sie, als neugieriger Mensch liebe ich Wahrnehmungsphänomene. Menschen fokussieren sich hauptsächlich auf das, was nicht geklappt hat. Selektive Wahrnehmung halt. Bei wie vielen Tausenden von Telefonumstellungen in Deutschland geht es reibungslos vonstatten? Das ist keine Sondermeldung wert. Der Einzelfall, die individuelle Katastrophe eines Selbstständigen, der durch fehlendes Internet einen Auftrag verliert-darüber schreiben Zeitungen und empören wir uns auf Facebook. Wir schließen von einem Einzelfall auf die Gesamtheit. „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er dann die Wahrheit spricht!“

Ich höre mir die o.g. Gespräche mittlerweile interessiert an, beende sie charmant oder stelle die Hammerfrage „Warum erzählst Du mir das und was soll ich Deiner Meinung nach tun?“ Dann drehe ich mich weg und denke frei nach Jens Corssen

„Du bist ein strahlender Stern und ich habe mir das Gespräch anders vorgestellt!“

🙂

Stoßen Sie sich nicht den Kopf an meinen Denkanstößen!

Nju Wörk- wie mal wieder eine Utopie verraten wird!

Portrait zur Vita Christoph Maria Michalski fotografiert von Hergen Schimpf
Nach meinem Rhythmik-Studium fand ich 1989 meinen ersten Job an einer Atem-, Sprech- und Stimmlehrer Schule…

Bewegungslehre und Klavierimprovisation. Da diese staatlich anerkannt war, gab es Noten und somit auch Konferenzen. Als Lehrersohn waren mir diese Konklaven vertraut und alle meine Befürchtungen bewahrheiteten sich live- endlose Diskussionen, nur unterbrochen durch Momente wohliger Schläfrigkeit durch Sauerstoffmangel. Damals äußerte ich mehr im Scherz, Zeugniskonferenzen im Stehen bei offenem Fenster und ohne Getränke durchzuführen.

Kürzlich sah ich eine Sammlung agiler Techniken, darunter Daily-Standup-Meetings: Effiziente Statusmeetings, tägliche Besprechungen im Stehen.

Ich war damals schon ein Nju Wörker- sogar radikaler!

Der austro-amerikanische Sozialphilosophen Frithjof Bergmann begründete so um 1980 seine Sozialutopie, die den Kapitalismus ablösen würde – ein Gegenmodell und nicht Ergänzung und Steigbügelhalter.

Ich treibe mich nun schon mehrere Jahre in dieser Szene herum, in Netzwerken, founders loungen, auf klassischen Thementagen bei Kammern und Verbänden. Und mein Eindruck ist, dass Elemente dieser Idee herausgerissen werden und als ihnen als neues goldenes Kalb zu mehr Umsatz und Gewinn gehuldigt werden.

Kleines Beispiel für diese Kontextverschiebung: Bergmann versteht unter Freiheit nicht Entscheidungsfreiheit zwischen Alternativen, sondern Handlungsfreiheit.

Konsequenterweise müssten alle agilen Unternehmen in genossenschaftliche Modelle umgewandelt werden.

Ne ne, soweit wollen ja nicht gehen! Ein bisschen Rumsrcummen, mobile Arbeitsplätze in Rollcontainern, Meetingsräume im Asia-Look, veganes Mittagessen und die Generation Y und Z durch CarSharing geködert.

Zum Zeitpunkt meiner oben erwähnten Rhythmik-Ausbildung war gerade afrikanisches Tanzen en vogue. Bei einem Workshop fragte ich den Originalleiter, was das für ein Tanz sei, an dem wir uns versuchten. Nach seiner Antwort – Fruchtbarkeitstanz- leerte sich die Aktionsfläche schlagartig.

Kontext ist King

Stoßen Sie sich nicht den Kopf an meinen Denkanstößen!