Streitfasten- notwendiger denn je

Portrait zur Vita Christoph Maria Michalski fotografiert von Hergen Schimpf

Fasten ist die Enthaltsamkeit oder Beschränkung von…


… Nahrungs- oder Genussmittelaufnahmen. Mittlerweile gibt es ähnliches in der digitalen Welt als „Digital Detox“, eine Pause von Social Media Aktivitäten zur mentalen Entgiftung und Vorbeugung von potenziellen Abhängigkeiten. Ja, da sind bei den ersten Zeilen einige schon verloren gegangen

Die in unserem Kulturkreis christlich geprägte Fastenzeit am Aschermittwoch beginnt morgen. Ich übertrage diese grundsätzliche Idee auf die menschliche Interaktion und Kommunikation: Der Verzicht auf Streit in all seinen Formen.

„Ist das wichtig oder kann das weg?“

Die Idee ist, einen 4 Phasenplan anzuwenden, der in die Kategorien: Achtsamkeit, Sensibilisierung, Meditation, Kontemplation, innere Reinigung, Fokussierung usw. fällt.

Um sie nicht zu lange auf die Folter zu spannen- die 4 einzelnen Phasen mit jeweils 10 Tagen sind:

    1. bemerken

    1. lenken

    1. lösen

    1. vermeiden

Also ganz einfach zu merken „bllv“- sorry ist halt Faschingsdienstag 🙂

In der ersten Phase wird 10 Tage lang ein Streit-Tagebuch geführt. Damit wird deutlich, wie oft wir am Tage in streitähnliche Kommunikation verwickelt sind. Eine einfache Excel-Vorlage kann hier heruntergeladen werden. Am besten wirkt das als Vor-Einschlafritual am Ende des Tages, selbigen noch einmal Revue passieren zu lassen und sich der Situationen bewusst zu werden.

Für diese Herausforderung der ersten Phase ist notwendig, kurz den Streit zu definieren: Meiner Ansicht nach ist es eine Diskussion plus eine Emotion oder auch in meinem Sprachgebrauch Panne/Problem plus einer Emotion. Beispiel: Ich stehe an der Supermarktkasse und vor mir schickt jemand ein Familienmitglied immer wieder in die Regale, um noch ein Produkt zu holen- wohl gemerkt- während schon kassiert wird. Ich bin verärgert, weil ich auch nach Hause möchte, finde das unverschämt, überlege kurz, dass es vielleicht ein alleinerziehendes Elternteil ist, das noch ganz andere Problem hat. Mein Anteil könnte sein, einfach ruhig zu atmen, geduldig sein und die 4 Minuten zu warten.

Also das Ziel der ersten 10 Tage ist, die Präsenz und das Wirken von Streit in meinem Leben zu beobachten und den Raum einzuschätzen, den dieses Phänomen tagtäglich einnimmt. 80 % unserer Kommunikation sind Konflikte.

P.S. Als geistig mentale Unterstützung bietet sich mein Buch „Die Konflikt-Bibel“ an, die fastenunterstützend wirkt. [Werbung]

Stoßen Sie sich nicht den Kopf an meinen Denkanstößen!

Warum eigentlich „Löffelliste“

Portrait zur Vita Christoph Maria Michalski fotografiert von Hergen Schimpf

Machen Sie lieber eine „Besteckliste“!

Welche Dinge stehen auf Ihrer „Löffelliste“​? Eine Weltreise, Bungee Jumping oder Schwimmen mit Delfinen? Keine Frage, so eine Liste ist super, um die eigenen Ziele zu identifizieren und anzugehen. Warum aus meiner Sicht eine „Besteckliste“​ sogar noch besser wäre, verrate ich Ihnen in diesem Artikel, viel Spaß beim Lesen!


Seit einigen Jahren kursiert der Begriff der sogenannten „Löffelliste“ in der Öffentlichkeit. Erstmals erwähnt wurde sie in dem Film „Das Beste kommt zum Schluss“ mit Jack Nicholson und Morgan Freeman aus dem Jahr 2007. Darin geht es um zwei todkranke Männer, die vor ihrem „to kick the bucket“, also bevor sie den Löffel abgeben, ihre bislang unerfüllten Wünsche abhaken wollen.

Die Liste ist also eine Aufzählung von Dingen, die bis zum Tode auf der individuellen Lebenswunschliste stehen. Eigentlich ein schöner Gedanke. Viele Coaches und Berater empfehlen uns, dass wir für ein erfülltes und glückliches Leben unbedingt so eine Liste anlegen sollen. Doch wie alles im Leben hat auch diese Idee eine andere, dunkle Seite: Eine solche Liste kann einen unheimlichen Erwartungsdruck aufbauen. Wünsche wie „nackt im Regen tanzen“ oder „am Strand den Sonnenaufgang beobachten“ mögen relativ leicht umzusetzen zu sein. Was aber ist mit den Wünschen, die absolut unrealistisch in der Erfüllung sind, sei es aus finanziellen, logistischen oder gesundheitlichen Problemen? Dadurch besteht natürlich die Gefahr, dass die aktuelle Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben noch gesteigert wird.

Wo stehe ich, wo will ich hin?

Davon abgesehen finde ich die Idee der Liste aber durchaus richtig und wichtig. Denn dieser Prozess hilft uns dabei, uns anhand der Betrachtung von Vergangenheit und Zukunft die Schnittschnelle Gegenwart zu verdeutlichen. Was habe ich bisher erreicht? Was möchte ich noch erleben? Welche Träume und Wünsche möchte ich mir erfüllen – und wie kann ich jetzt die Weichen dafür stellen?

Doch wie wäre es, wenn Sie noch einen Schritt weitergehen und statt einer Löffel- eine ganze Besteckliste machen? Die Redewendung mit dem Löffel geht zurück ins Mittelalter. Damals hatte jeder seinen eigenen Löffel, mit dem gegessen wurde. Da die Mahlzeiten heute jedoch deutlich abwechslungs- und umfangreicher sind, kommt man mit einem Löffel allein nicht mehr so weit. Klar wird man satt, aber ein bisschen ungelenk ist die Nahrungsaufnahme dann schon. Das Grundbesteck am Tisch besteht aus Gabel, Messer, Löffel und dem Nachttisch-Werkzeug. Setzen wir unsere Wünsche mit der Nahrung des Lebens gleich, dann brauchen wir eben diesen Bestecksatz, um unser Leben zu gestalten und geschickt zu „konsumieren“.

Zu Tisch, bitte!

Die Gabel steht im übertragenen Sinne für das Rauspicken aus dem Teller des Lebens. Hier geht es um die Highlights, die Leckerbissen, die wir uns sichern wollen. Das Messer steht für das Schneiden oder Trennen. Von welchen Dingen, Menschen oder Angewohnheiten würde ich mich gerne trennen wollen? Was tut mir nicht gut? Was schleppe ich an überflüssigem Ballast mit mir herum? Der Löffel bedeutet für mich folgendes: Was koste ich bis zu Grund aus? Was schlürfe ich langsam im Alltag? Das ist der Blickwinkel auf die Sachen, die ich habe und eventuell nicht genügend würdige. Dem Nachtisch schließlich rücken wir mit Dessertlöffel oder Kuchengabel zu Leibe. Was ist also Genuss pur? Was ist die Mousse, die Kirsche auf der Sahne meines Lebens? Was sind die Gaumenfreuden, die mein Leben nachhaltig verändern?

Nicht jeder Tag ist ein Dreigänge-Menü, daher brauchen wir das komplette Besteck nicht ständig. Doch es liegt griffbereit in der Schublade und wir wissen, wann wir es wie einsetzen. Und statt sich nur auf die absoluten Highlights zu fokussieren, haben auf der „Besteckliste“ auch ganz alltägliche Dinge Platz. Denn es sind manchmal die einfachen Dinge, die das Leben besonders lebenswert machen. Ich habe mal ein dreiviertel Jahr in einem Wohnmobil gelebt und auch zu Beginn meiner Selbstständigkeit war ein Wohnmobil mein Dienstfahrzeug für meine Wochentouren. Da habe ich gemerkt, wie wenig Besteck und Geschirr im Grunde notwendig ist. Ein guter Rotwein schmeckt auch aus einem Wasserglas. Und sitzend vor dem eigenen mobilen Heim den Sonnenuntergang erleben, ist absolut herrlich. Dazu muss ich nicht an einem australischen Strand oder auf einem Wolkenkratzer in Dubai stehen. Und um in der Analogie zu bleiben: Mit einem Löffel kann ich alles aus der Suppe des Lebens essen, bevor ich ihn dann endgültig abgebe.

In diesem Sinne: Langen Sie zu und lassen Sie sich das Leben schmecken!

Glyphosat-Keule oder Bio-Luxus?

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Alles eine Frage von Werten und Argumenten


Erinnern Sie sich noch an den Aufschrei, der 2017 durch die Medien ging? Vor ziemlich genau zwei Jahren stimmten 18 der 28 EU-Mitgliedsstaaten zu, die Zulassung des Unkrautvernichters Glyphosat um weitere fünf Jahre zu verlängern. Gerade mal knapp mehr als die Hälfte, aber so ist das mit der Demokratie: Mehrheit ist Mehrheit und diskussionswürdige Themen werden nach klaren Spielregeln beigelegt.

Inzwischen ist es wieder etwas ruhiger geworden, doch in drei Jahren wird das Thema wieder auf den Tisch kommen. Bis dahin schwelt der Konflikt mehr oder minder vor sich hin – zumindest in Deutschland. Anders sieht es auf der anderen Seite des großen Teichs aus: In den USA wird Bayer bereits in Grund und Boden geklagt von Menschen, die Glyphosat für ihre Krebserkrankung verantwortlich machen. Unglückliche Einzelfälle oder klarer Zusammenhang, der zum Umdenken anregen sollte? Fakt ist: Auch, wenn Glyphosat im Verdacht steht, krebserregend zu sein, ist es immer noch das am häufigsten eingesetzte Pestizid weltweit. Warum? Vor allem, weil es praktisch ist.

Arbeitserleichterung oder Umweltsünde?

Ich bin selbst arbeitender Verwalter eines Grundstücks mit fast 1500 m², hauptsächlich grünes Land, also Pflanzen. Somit gibt es bei mir zwangsläufig Phasen im Jahresverlauf, in denen ich auf Knien rutschend Grünzeug aus den Fugen der Terrasse kratze, Unkraut zupfe – vom Vertikutieren zu Saisonbeginn ganz zu schweigen. Da ist die Versuchung schon groß, mithilfe von Chemie den Turbo einzulegen. Einfach draufsprühen und fertig!

Dass hier Fronten aufeinanderprallen, ist nicht zu verhindern: Auf der einen Seite Landwirte, die sich ihre harte Arbeit erleichtern wollen – auf der anderen Seite Menschen, die für den Schutz der Umwelt eintreten. Denn neben dem Krebsverdacht sorgt das Mittel auch dafür, dass durch die Unkraut- und Wildpflanzenvernichtung der natürliche Lebensraum für Insekten und andere Kleinlebewesen zurückgedrängt wird. Ein Konflikt, der nicht mal eben so beizulegen ist. Auf den ersten Blick haben wir es hier mit einer Debatte zu tun. Beide Seiten haben ihre Argumente. Ob es jedoch wirklich möglich sein wird, das Gegenüber durch Informationsaustausch und Argumentation zu überzeugen, ist fraglich. Denn hier geht es nicht nur um nackte Fakten, es kommen auch die unterschiedlichen Wertesysteme ans Tageslicht. Durch diese Zutat wird eine Meinungsaufgabe emotional unweigerlich erschwert. So bleibt also nur das gemeinsame Ringen um Spielregeln übrig – ein langer und intensiver Prozess, der die Bereitschaft voraussetzt, die andere Einstellung zumindest zu respektieren.

Was wiegt schwerer – Argumente, Werte oder die Marktwirtschaft?

Auf den ersten Blick mag die Entscheidung für den nach außen umweltbewussten Großstädter einfach sein: Weg mit dem Teufelszeug! Was es jedoch zu bedenken gilt: Der biologische Anbau benötigt für die Produktion von Feldfrüchten mehr als doppelt so viele Hektar wie der konventionelle, chemieunterstützte Ackerbau. Und das Unkraut muss auch irgendwie weg – per Hand oder neuer Maschine? Sie sehen, diese Argumentationsstrategie ist noch nicht wirklich ausgeklügelt. Zumal das Ganze eine ordentliche Summe kostet. Zwar sind angeblich 74 % der Deutschen bereit, höhere Lebensmittelpreise zu zahlen, wenn auf Glyphosat verzichtet werden würde. Die Realität zeigt jedoch ein anderes Bild: Der Anteil von Nahrungsmitteln aus Bioproduktion beträgt lediglich 5,1 %. Drei von vier Deutschen sind bereit mehr Geld auszugeben – in Wahrheit kauft aber nur jeder 20. Bioprodukte. Weil der Griff ins eigene Portemonnaie dann doch schwerer wiegt als die nach außen getragenen Werte. Sie wissen schon: Jeder ist sich selbst der nächste.

Was heißt das nun für den Glyphosat-Konflikt?

Kommunikation zwischen den beiden Fronten kann nur funktionieren, wenn überhaupt eine grundsätzliche positive Bereitschaft dazu besteht. Der erste Schritt dazu kann sein, den anderen verstehen zu WOLLEN. Dann geht es ans Eingemachte. Wichtig ist darauf zu achten, dass die Emotionen sich nicht verselbstständigen und Vorwürfe die Überhand über eine sachliche Argumentation gewinnen.

In diesem Sinne: Stoßen Sie sich nicht den Kopf an meinen Denkanstößen!

Weitere spannende Themen finden Sie in meinen Artikeln, lesen Sie mal rein!

Laktat- übersäuern für den Erfolg!

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Ende April 2018 habe ich auf Facebook eine humoreske Verbindung…


…zwischen Fitness-/Lebensalter und maximaler Sauerstoffaufnahme hergestellt. Daraufhin erhielt ich einige Antworten nach dem Motto „Lass die Technik weg! Höre auf Deinen Körper! Spüre…“ Vor einiger Zeit hatte ich eine große sportmedizinische Untersuchung. Blutdruck an den Füßen, Doppler, Ultraschall vom Herz, Laufband mit Laktat, Spirometrie, usw.
Medizinisch alles o.k., vom Trainingszustand her gäbe es etwas zu optimieren.

…Einschub…
Unser Körper hat zwei Möglichkeiten beim Joggen, Energie bereitzustellen. Einmal über die Fettverbrennung mit normalen Einsatz von Sauerstoff und andererseits Kohlenhydrate aus den Muskelspeichern mit hohem Sauerstoffverbrauch, mit der Folge von Übersäuerung durch Laktat, wenn Speicher alle. (Sportprofis bitte Milde walten lassen ob der einfachen Darstellung). Ich hätte mein Körper durch unbedachtes Sporteln die letzten Jahre trainiert, hohe Übersäuerung auszuhalten, bis zu 11 mmol/l, angeblich ein respektabel seltener Wert im Amateurbereich. Einschub Ende.

…sauer sein!
Würde ich weiterhin auf mein bisheriges Körpergefühl achten, würde ich immer saurer werden und irgendwann mit dem berühmten Hungerast“ (ein Oberbegriff für die Erschöpfung der Glykogenvorräte in der Leber und den Muskeln) am Straßenrand liegen.

…was tun?
Nun trainierte ich meinen Körper durch langsames Laufen, zuerst die günstigen Fettreserven zu nutzen, bevor er auf die anderen Action-Speicher zurückgreift.

Das fühlt sich total komisch an- so langsam zu traben, nicht mehr durch die Fitness App angefeuert werden „Das war Dein schnellster mittellanger Lauf bisher! Zeig Deinen Freunden den Erfolg…“ Das heißt auch Kontrolle der Pulsfrequenz, um im Grundlagenausdauer-Bereich 1 oder 2 unterhalb der anaeroben Schwelle zu bleiben.

Also waren die Schritte

  1. Bestandsaufnahme durch objektive Unterstützer und externe Referenzpunkte
  2. fundierte Auswertung und Maßnahmenkatalog erstellen
  3. diszipliniertes Umsetzen mit konsequenter Kontrolle.

…Erkenntnis?
Genauso gelingt eine Veränderung der Kommunikationsriten im Konfliktbereich, mit DEN Zutaten und in DER Reihenfolge.
Dazu kommt mir immer das Einstein zugeschriebene Zitat in den Sinn

„Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“

P.S. Nichts gegen meine Fähigkeit, lange „sauer zu bleiben“- einer meiner Erfolgsfaktoren und eine außergewöhnliche Fähigkeit! Das Repertoire zu erweitern ist meine Herausforderung. Dazu brauche auch ich 🙂 externe Unterstützung!

P.P.S. Blöde Selbstdisziplin und beim Coach-Sein an die eigene Nase fassen- Der Schuster hat die schlechtesten Schuhe! Keep on running!

Stoßen Sie sich nicht den Kopf an meinen Denkanstößen!

Schluss mit Rumdruckserei

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Fünf Schritte für den produktiven Einstieg in kritische Mitarbeitergespräche


„Konfliktmanagement? Sowas brauchen wir nicht, hier ist alles in Butter!“ Wirklich? Ich habe im Laufe der Jahre immer wieder die Erfahrung gemacht, dass vielen Führungskräften gar nicht bewusst ist, was genau einen Konflikt ausmacht – und welche unbedachten Verhaltensweisen ihn unter Umständen entstehen lassen. Ein klassisches Minenfeld im Business sind zum Beispiel Mitarbeitergespräche. So lange es gut läuft und gelobt werden kann, ist alles super. Anders sieht es jedoch aus, wenn sich kritisches Feedback nicht mehr vermeiden lässt. Viele Führungskräfte fühlen sich verunsichert und wissen nicht genau, wie sie mit der Situation umgehen sollen. Denn auf der einen Seite wollen sie den Mitarbeiter nicht verletzen – aber ihm oder ihr trotzdem klarmachen, dass etwas nicht in Ordnung war oder sich etwas ändern muss.

Die Folgen sind Ihnen sicher wohlbekannt: Es wird so nebulös um den heißen Brei herumgeredet und rumgedruckst, dass die Botschaft wahrscheinlich niemals richtig ankommt. Oder aber der Chef haut mal so richtig auf den Tisch, weil man das als Boss nun mal so macht. Der Haken an der Sache: Ein dermaßen autoritäres Verhalten verletzt und sorgt eher dafür, dass der Mitarbeiter „dicht macht“ und sich ungerecht behandelt fühlt. Lassen Sie uns also lieber nochmal über Konfliktmanagement reden, einverstanden? Die folgenden fünf Schritte helfen Ihnen dabei, unangenehme Gespräche anzugehen – ohne zusätzliches Öl ins Feuer zu gießen.

1.   Atmen Sie! Auch wenn Sie sich gerade über eine Situation aufregen und den verantwortlichen Kollegen am liebsten sofort in Ihr Büro zitieren würden – lassen Sie es. Es ist wesentlich effektiver, das Mitarbeitergespräch in Ruhe vorzubereiten, anstatt es spontan zu führen. So riskieren Sie nur, dass Sie im Affekt von Ihren Emotionen übermannt werden und die Situation noch mehr eskaliert.

2.   Problem oder Emotion? Jetzt geht es ans Eingemachte: Versuchen Sie, Ihren Ärger außen vor zu lassen und betrachten Sie stattdessen die Ausgangssituation mehr oder minder objektiv. Liegt ein Problem auf sachlicher Basis vor, hat der Mitarbeiter einen nachweisbaren Fehler gemacht – oder ist der Konflikt eher auf Grund nicht erfüllter Bedürfnisse zustande gekommen? So wäre es zum Beispiel möglich, dass die Leistung Ihres Gegenübers zu wünschen übriglässt, weil er sich übergangen fühlt und entsprechend demotiviert ist. Hat er in letzter Zeit etwas in der Art durchblicken lassen? Z.B. Unmut darüber geäußert, dass jemand anders befördert wurde oder ein spannendes Projekt bekommen hat?

3.   Konfliktkategorie bestimmen: Ausgehend von der vermuteten Ausgangslage können Sie dann die Konfliktkategorie bestimmen und sich eine passende Argumentation zurechtlegen. Es geht sicher nicht darum, den Mitarbeiter davon zu überzeugen, dass seine Leistung besser werden muss – eine Debatte ist hier also nicht angebracht. Stattdessen ist das anstehende Konfliktgespräch in der Kategorie „Spiel“ oder „Kampf“ anzusiedeln. Schließlich gibt es klare Regeln für das Verhalten im Job und Anreize wie Provisionen oder Beförderungen wecken ebenfalls den sportlichen Ehrgeiz. Und nur, damit wir uns nicht missverstehen: „Kampf“ soll hier nicht bedeuten, dass das Gespräch als Kampf geführt wird.

4.   Wahrnehmung, Wirkung, Wunsch: Wer direkt mit Vorwürfen in das Gespräch startet, braucht sich nicht zu wundern, wenn der Ausgang wenig produktiv ist. Das gleiche gilt auch für eine völlig unemotionale Handhabe à la „Herr Meier, ich habe mir Ihre Leistungsdaten einmal genauer angeschaut. Und da stelle ich fest, dass Ihre Produktivität im letzten Quartal um 15 Prozent gesunken ist …“ Sie müssen Ihr Gegenüber emotional erreichen – und gleichzeitig deutlich machen, dass Sie das Verhalten nicht verurteilen. Das gelingt Ihnen, indem Sie erst Ihre Wahrnehmung schilden: „Ich habe die Situation gestern so erlebt, dass …“. Dann beschreiben Sie die daraus resultierende Wirkung bei Ihnen: „Das hat mich irritiert / das hat dazu geführt, dass …“ Und zum Abschluss formulieren Sie einen positiven Wunsch: „Ich wünsche mir, dass zukünftig …“

5.   Wfft: Mund halten und auf die Reaktion Ihres Gegenübers warten. Auch wenn Ihnen die Stille unangenehm ist – geben Sie Ihrem Mitarbeiter die Zeit, die er benötigt, um die Informationen zu verarbeiten, sich zu sammeln und eine passende Antwort zu formulieren.

Natürlich ist die Situation damit noch nicht gebannt. Mit 99 prozentiger Wahrscheinlichkeit wird Ihr Gesprächspartner erst einmal versuchen, sich zu rechtfertigen. Sie wissen schon – die Marktlage ist schlecht, der Wettbewerb groß, die Zielgruppe unpassend und so weiter. Lassen Sie diesen Entrüstungssturm kommentarlos an sich vorbeiziehen und hören Sie aktiv zu. Damit verhindern Sie, dass auch auf Ihrer Seite der Rechtfertigungsreflex anspringt. So sind Sie auf jeden Fall auf dem richtigen Weg, die Situation produktiv für beide Seiten zu lösen.

Nehmen Sie die Konflikte, wie Sie fallen! Mehr zum Thema erfahren Sie auf www.christoph-michalski.de, ich freue mich über Ihren Besuch.