Verwandte im Geiste: Wie Konflikte, Kreativität und Innovationen zusammenhängen

Portrait zur Vita Christoph Maria Michalski fotografiert von Hergen Schimpf

Konflikte, Kreativität und Innovation, das passt nicht zusammen? Dann schauen Sie nochmal genauer hin. Denn Konflikte bedeuten nicht immer nur Streit, endlose Diskussionen und festgefahrene Standpunkte.



Konflikte, Kreativität und Innovation, das passt nicht zusammen? Dann schauen Sie nochmal genauer hin. Denn Konflikte bedeuten nicht immer nur Streit, endlose Diskussionen und festgefahrene Standpunkte. Vielmehr haben Konflikte das Potenzial, zum Geburtshelfer von kreativen Ideen und großartigen Innovationen zu werden. Vorausgesetzt, Sie stellen sich dem Konflikt, wollen den Status Quo verändern und arbeiten systematisch an einer Lösung. Konflikte sind so alt wie die Menschheit. Denken Sie mal an Adam, Eva und die Geschichte mit dem Apfel und der Schlange. Voilà, das ist er, der Urkonflikt. Aus kirchlicher Sicht ist das Ganze natürlich nicht so toll gelaufen, da mit dem Vergehen Evas die Sünde über die Menschen kam. Unangenehme Folge: Die Ausweisung aus dem Paradies. Rein logisch betrachtet, hat diese Entwicklung aber auch seine gute Seite, nämlich Innovation! Hätte Eva sich nicht getraut und wäre das Risiko nicht eingegangen, würden wir vielleicht immer noch mit Feigblättern bekleidet im Garten Eden sitzen. Könnte nett sein – wir hätten aber garantiert eine Menge tolle Dinge verpasst.

Im Schmerz geboren

Was Konflikte und Innovationen gemeinsam haben: Ihr Start- und Zielpunkt sind Leiden. Am Anfang steht Unzufriedenheit mit dem Status Quo – und am Ende idealerweise eine Lösung, die das Leiden lindert. Wenn Thomas Alva Edison die funzelige Gaslaterne nicht gestört hätte, gäbe es heute keine elektrischen Leuchtmittel. Wenn der Koffer zum Tragen nicht zu schwer geworden wäre, gäbe es keine Koffer-Trolleys. Also entsteigt Kreativität letztendlich einem Konflikt. Gleichzeitig beschwört Kreativität aber auch Konflikte herauf, wie sich etwa ganz aktuell in der Automobilindustrie abzeichnet: Der Motor eines Elektroautos besteht aus gerade mal 170 Teilen, während für die kraftstoffbetriebene Variante sage und schreibe 1.200 einzelne Bauteile benötigt werden. Die Folgen für die Zulieferindustrie werden eklatant sein und wiederum gesellschaftliche Veränderungen heraufbeschwören. Innovation bedeutet, die alte Haut abzustreifen und hinter sich zu lassen, wie beim Häuten der Schlange.

Ideen statt Material

Kreativität bedeutet für mich vor allem, Vorhandenes neu zu kombinieren. Das benötigt Wissen, Handwerk und künstlerisches Fühlen. So hat es Edison getan – und trotz Fehlschlägen immer weiter probiert. Ohne eine Vorlage zu haben und ohne genau zu wissen, welches Material schlussendlich den Erfolg bringen würde. Es ist genau dieser unbändige Wille, den es braucht, um Konflikte zu lösen und dabei neue Perspektiven zu eröffnen – sei es in Form von Produkten oder auch neuen Wegen der Zusammenarbeit, Unternehmensführung und so weiter. Ich habe es übrigens selbst probiert: Ich war Zauberlehrling im magischen Zirkel von Deutschland und habe die Grundprinzipien der verschiedenen Zaubersparten gelernt und mich monatelang darin geübt. Als vollwertiges Mitglied habe ich dann angefangen, eigene Zaubereien zu erfinden – einerseits aus der Not heraus, da es keine geeigneten Materialien für meine eigenen Ideen gab. Andererseits aus Geldgründen, da man bei einem Zaubertrick immer das Know-how bezahlt, nicht die Utensilien. Und das kann einen ganz schön tiefen Griff ins Portemonnaie erfordern.

Hochprozentiges zum Schluss

Die Gemeinsamkeiten von Kreativität, Konflikt und Innovation bestehen also darin:

  • Spannungsfelder und inneren Druck auszuhalten und ein unbequemer Zeitgenosse zu sein
  • Alternativen müssen selbst erdacht und erarbeitet werden, verschiedene Szenarien werden im Kopf durchgespielt, um so zu einer angemessenen Handlung auf äußere oder innere Einflüsse zu kommen
  • Ergebnisse kommen nur über „try and error“ zustande, stufenweise im Prozess, inklusive Rückschritt und Verzweiflungsanfällen
  • Die Frage des richtigen Zeitpunkts und Timings ist elementar und entscheidend

Und denken Sie immer daran: Kreativität und Konflikte sind 1 % Inspiration und 99 % Transpiration – in Abwandlung des Zitates von besagtem Thomas Edison. Und falls Sie noch ein Alibi brauchen: „Die chemische Analyse der sogenannten dichterischen Inspiration ergibt neunundneunzig Prozent Whisky und ein Prozent Schweiß.“ – William Faulkner. Prost! Noch mehr Inspirationen rund um die Welt der Konflikte bekommen Sie auf https://www.christoph-michalski.de/, schauen Sie mal vorbei!

Konflikte sind sexy!

Portrait zur Vita Christoph Maria Michalski fotografiert von Hergen Schimpf

Kann ein Video den Ruf ruinieren?…klares Jein!


Anfang Februar 2020 habe ich ein Musikvideo mit meinem Herzensthema veröffentlicht. Entstanden in dem coolen Format eines Kollegen: Mit einem transportablen Tonstudio und ein paar Handy-Kameras im Koffer besucht er unterschiedliche Gäste und lädt sie zu einem Experiment ein. Die Aufgabe: Innerhalb von drei Stunden etwas Musikalisches zu produzieren. Es wird nichts vorbereitet, es bestehen keine Vorab-Absprachen. Gestartet wird mit dem berühmten „weißen Blatt“.

Nach der Veröffentlichung habe ich die unterschiedlichsten Rückmeldungen erhalten. Sie reichten von „hammermäßig“ über „zu privat“ bis zu „…das kannst du als älterer Herr doch nicht machen! Was sollen deine Kunden denken!“. Interessant und ich bewege alle Meinungen in meinem Herzen.

Es ist definitiv zu sehen, wie viel Spaß wir bei der Produktion hatten und mit den ganzen technischen Herausforderungen der Pilotfolge und der Zeitbegrenzung- ein groovendes Ergebnis. War alles freiwillig und von mir freigegeben.

Ich habe den Mut, eine Seite zu zeigen, die vielleicht nicht viele kennen, im privaten Rahmen und ohne Business Rüstung; also nicht so pastoral und seriös :-).

Ja, In meinem Leben gibt es viele Widersprüchlichkeiten. Das ist ja genau meine Qualität, weil ich viel erlebt, erlitten und auch triumphiert habe- neugierig und interessiert gesegnet bin mit einigen Talenten und Mut.

Damit bin ich scheinbar eine Spiegelfläche und Projektionswand für andere. Ich zeig dann eine Facette, die bei anderen klingelt, Resonanz erzeugt und eventuell den Buzzer drückt – zack! Die Reaktion sagt mehr über den Absender aus als über mich. Interessant und ich bewege alle Meinungen in meinem Herzen.

Ein Kommunikationsmodell mit 4 Ebenen beschreibt eine davon als Selbstkundgabe: Ich sage bei jeder Kommunikation immer etwas über mich selber aus, meine Stimmung, meine innere Haltung und mein Wertesystem.

Ich habe mich dazu entschlossen, Spekulationen darüber bei mir in der Art zu begegnen, dass ich mich zeige, die verschiedenen Facetten offen lege.

Jede(r) kann entscheiden, ob der Link zum Video geklickt wird.

Auf jeden Fall lerne ich so die Menschen und Kunden kennen, die uns beiden gut tun!

P.S. Der ganze Entstehungsprozess findet sich in ca. 30 Minuten Länge bei Youtube Emanuel Koch.

Stoßen Sie sich nicht den Kopf an meinen Denkanstößen!

Glyphosat – dagegen ist (k)ein Kraut gewachsen.

Portrait zur Vita Christoph Maria Michalski fotografiert von Hergen Schimpf

Kann ich überhaupt überzeugt werden? Der angeblichen Sachlichkeit auf der Grünspur.


Es grünt so grün, wenn…

Ich bin arbeitender Verwalter eines Grundstücks mit fast 1500 m², hauptsächlich grünes Land, also Pflanzen. Es gibt Phasen im Jahresverlauf, in den ich auf Knien rutschend Grünzeug aus den Fugen der Terrasse kratze, vom Vertikutieren zu Saisonbeginn ganz zu schweigen. Da ist die Versuchung schon groß, mithilfe von Chemie die Arbeit zu vereinfachen- draufsprühen und fertig!

Die Informationen sprießen aus den Medien…
Upps- das war doch was- Glyphosatskandal- ein Minister war genauso orientierungslos wie die Bienen, die damit in Kontakt kommen.

Eine Internetrecherche fördert einen breit gefächerten Informationswust ans Tageslicht:
Glyphosat blockiert die Produktion bestimmter Enzyme, die das Wachstum der Pflanzen organisieren; funktioniert nur in der Flora, Fauna bleibt biologisch unbehelligt. Die Substanz steht im Verdacht, wahrscheinlich krebserzeugend zu sein. Unterschiedliche Organisationen kommen zu unterschiedlichen Studienergebnissen. Beim Einsatz wird auch der Lebensraum für Insekten und anderen Kleinlebewesen zurückgedrängt.
Aber-biologischer Anbau benötigt für die Produktion von Feldfrüchten mehr als doppelt so viele Hektar wie konventioneller Ackerbau und das Unkraut muss auch mechanisch weg- dem Artenschutz steht also nur die Hälfte der Fläche zur Verfügung…

Das Fruchtfleisch hat eine harte Schale…
Angeblich sind 74 % der Deutschen bereit, höhere Lebensmittelpreise zu zahlen, wenn auf Glyphosat verzichtet werden würde. Der Anteil von Nahrungsmitteln aus Bioproduktion beträgt lediglich 5,1 %. Drei von vier Deutschen sind bereit mehr Geld auszugeben und in Wahrheit kauft nur jeder 20. Bioprodukte. Dieselbe Orientierungslosigkeit wie beim Minister und den Bienen.

Die zarte Knospe der Meinung…
Über dieses Thema debattieren bedeutet, Informationen auszutauschen und die bessere Argumentation gelten zu lassen. Dabei kommen jedoch die unterschiedlichen Wertesysteme unweigerlich ans Tageslicht. Durch diese Zutat wird eine Meinungsaufgabe emotional erschwert.

So bleibt also nur das gemeinsame Ringen um Spielregeln übrig- ein langer intensiver Prozess, der die Bereitschaft voraussetzt, die andere Einstellung zu respektieren.

Die Ernte lautet also…
Erkläre mir Deine Position und ich wiederhole diese so lange, bis Du sagst „Du hast mich verstanden!“. Dann tauschen wir die Rollen, bis Du meinen Standpunkt verstanden hast. Erst dann tauschen wir die Argumente aus und starten den Versuch zu überzeugen. Dabei achten wir beide darauf, dass der emotionale Gesprächsanteil klar gekennzeichnet ist und ohne Vorwürfe von statten geht.

Wir sollten vorher düngen…
Kommunikation kann nur funktionieren, wenn die grundsätzliche positive Bereitschaft dazu besteht.

Der erste Schritt dazu kann sein, den anderen verstehen zu WOLLEN…

Stoßen Sie sich nicht den Kopf an meinen Denkanstößen!

Heute ist der Tag der Blockflöte und welches Schicksal sie mit Konflikten gemeinsam hat

Portrait zur Vita Christoph Maria Michalski fotografiert von Hergen Schimpf

Bei vielen Menschen sträuben sich bei dem Wort „Blockflöte“ die Nackenhaare auf.


Alles Erinnerungen an unsere Schulzeit, wo wir teilweise im Musikunterricht mit diesem Klangschnuller oder auch Spuckholz gequält worden sind. Wer halbwegs gut singen konnte, bekam eine Note 2 und wer zusätzlich noch ein Lied auf dem Holz spielen konnte, die Note 1.

Dabei ist die Blockflöte eines der ältesten Instrumente der Welt, beginnend in der prähistorischen Zeit, wo ausgehöhlte Knochen zum Einsatz kamen. Vielleicht ist das die Erklärung, warum uns das Blockflötenspiel zu Weihnachten so durch Mark und Bein gegangen ist :-).

Blockflöten und Konflikte teilen sich ein ähnliches Schicksal- das schlechte Image wie oben beschrieben und gleichzeitig die vielfach mangelnde ausgeprägte Fähigkeit, “es” zu beherrschen.

Bei Konflikten wird oben etwas rein geblasen und wir sind in der Lage, das was weiter unten rauskommt, zu manipulieren, also zu handhaben, zu gestalten und zu einer wohlklingenden Melodie umzuwandeln.

Es ist ungemein hilfreich, sich also über die Funktion der Instrumente im Klaren zu sein.  Als studierter Musiker könnte ich auch über das Holz sprechen, mir liegt aber das menschliche näher.

Was ich von mir gebe ist das Ausgangsmaterial, im wahrsten Sinne des Wortes der gute Ton: Meine Ansprache an den Gesprächspartner, die Wortwahl, meine Argumentation. Dazu gehört auch, mal die Luft anzuhalten und zu atmen. Des weiteren die Möglichkeit, mit dem Publikum zu interagieren und in einen echten Dialog zu kommen. Die äußeren Rahmenbedingungen sind ebenfalls ein wichtiger Faktor: Zeitpunkt, räumliche Gegebenheiten, also die atmosphärischen Dinge. Ganz zu schweigen von der Frage, ob dieses Thema jetzt gerade auf dem aktuellen Spielplan einer Familie, einem Team oder einem Unternehmen steht.

Sie ahnen, dass ich noch viele Analogien zwischen beiden Themen benennen könnte. Bevor ich jetzt den Bogen überspanne, ende ich mit einem Zitat von Johann Gottfried Seume:

“Wo man singt, da laß’ dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder.“

Stoßen Sie sich nicht den Kopf an meinen Denkanstößen!

Byteethik- Computer und Moral!

Portrait zur Vita Christoph Maria Michalski fotografiert von Hergen Schimpf

Wir Menschen werden moralisch nicht geprüft; unsere individuelle Entscheidung ist also kein Kriterium, um am Straßenverkehr teilzunehmen.


Die von Bundesminister Alexander Dobrindt eingesetzte Ethik-Kommission zum automatisierten Fahren hat ihren Bericht vorgelegt, in dem Leitlinien für die Programmierung automatisierter Fahrsysteme entwickelt wurden.

Vom selbstfahrenden Auto verlangen WIR, dass es moralische Entscheidungen trifft. Bei einem unvermeidbaren Unfall soll es sich entscheiden – zwischen einer Kindergartengruppe oder einer Rentnergang! Das ist das sogenannte moralische Dilemma, was schon als Trolley Phänomen oder dicker Mann Problem seit 1951 diskutiert wird: Darf der Tod von Menschen herbeigeführt werden, um das Leben von anderen Personen zu retten? Das war vor kurzem auch als heiß diskutierter Beitrag um einen Starfighter-Piloten im Fernsehen. Das Thema schneide ich auch in meinem Vortrag an.
Im Bericht gibt es da eine interessante Wortakrobatik auf Seite 16: „Entscheidungsfreiheit des Menschen bei dilemmatischen Konfliktsituationen“. Die These empfiehlt keine Selektion von Menschen, keine Verrechnung von Opfern, aber das Prinzip der Schadensminimierung. Wir Menschen werden darüber moralisch geprüft; unsere individuelle Entscheidung ist also kein Kriterium, um am Straßenverkehr teilzunehmen.

Das mündet in die Frage, ob technischer Fortschritt und gesellschaftlicher Umgang immer im Gleichschritt voranschreiten?

Ein anderer Aspekt ist die Individualität: „Ausdruck der Autonomie des Menschen ist es, auch objektiv unvernünftige Entscheidungen wie eine aggressivere Fahrhaltung oder ein Überschreiten der Richtgeschwindigkeit zu treffen. Dabei würde es dem Leitbild des mündigen Bürgers widersprechen, würde der Staat weite Teile des Lebens zum vermeintlichen Wohle des Bürgers unentrinnbar durchnormieren und abweichendes Verhalten sozialtechnisch bereits im Ansatz unterbinden wollen.“
Können wir diesen Aspekt auch einem Computer zurechnen?

Technische Entwicklungen bedeuten Konflikte, die einen gesellschaftlichen Disput in Gang setzen, der wiederum aus dem Streit der Meinungen einen gesellschaftlichen Konsens bildet, der wiederum als Orientierung für die technische Entwicklung gelten kann, der ….

Ein Beispiel für die positive Kraft von Konflikten, die über die gemeinschaftliche Diskussion zu den Spielregeln des Miteinanders verhilft.

Streiten wir uns mehr!

Stoßen Sie sich nicht den Kopf an meinen Denkanstößen!

Finanzminister im Wind

Portrait zur Vita Christoph Maria Michalski fotografiert von Hergen Schimpf

– Was interessiert Scholz sein Geschwätz von gestern?

Es war einmal ein Bundesfinanzminister, der nach dem Rücktritt der Parteivorsitzenden Nahles vehement verkündete, keine Kandidatur für die vakante Stelle in Erwägung zu ziehen. Denn eine solche Doppelbelastung sei zeitlich überhaupt nicht zu stemmen. Anscheinend hat jedoch eine gute Fee die Lösung gefunden! Denn anders lässt sich Olaf Scholz‘ Kehrtwende um 180 Grad aktuell nicht erklären.



Der Glaubwürdigkeitskonflikt

Sicher haben Sie mitbekommen, was seit dem Auftritt bei Anne Will in den sozialen Medien und in der Presse los war. Vom „Wendehals“ Scholz ist die Rede, der sein Fähnchen nach dem Wind richtet. Wie es dazu kommt, ist eigentlich ganz logisch: Wir Menschen versuchen, in unseren Meinungen, in unserer inneren Einstellung konsistent zu bleiben. Kein Wunder – schließlich ist es energetisch viel einfacher, an dem festzuhalten, was man sich einmal zusammengebaut habe. Wir streben nach Konsistenz. Wenn jemand einen Werte- oder Meinungswandel vollzieht, hat er daher ein dickes Brett zu bohren, um diese Veränderung glaubwürdig darzulegen. Hier braucht es gute Formulierungen und vor allem Durchhaltevermögen, um andere davon zu überzeugen, dass sich die Meinung geändert hat.

Besonders wichtig: Bei vielen Menschen kommt an dieser Stelle der Begriff „Glaubwürdigkeit“ ins Spiel. Scholz stellte heraus, dass er sich der SPD gegenüber verpflichtet fühlt und in der aktuellen Situation gar nicht anders kann, als für den Vorsitz zu kandidieren, um die Partei aus der Krise zu führen. Sehr ehrenhaft, keine Frage. Allerdings hat sich unsere Zeitmessung bisher nicht verändert. Ein Tag hat immer noch 24 Stunden. Und mit seiner rhetorisch ungünstigen vorherigen Formulierung „Ich habe keine Zeit für Beides“ hat sich Scholz definitiv keinen Gefallen getan. Mit einem „Ich weiß nicht genau, wie ich das schaffen soll …“ hätte er sich zumindest eine Hintertür offengehalten, die jetzt sehr hilfreich wäre.

Das rät der Konfliktnavigator

Wir alle geraten in Konflikte, in denen wir gegebenenfalls von unserem Standpunkt abrücken (müssen). Anders lassen sich Debatten nicht lösen. Denn das grundlegende Element eines Streitgesprächs ist die Bereitschaft, die eigene Meinung zu überdenken und einen Schritt auf unser Gegenüber zuzumachen. Damit wir uns klar verstehen: Das hat weder etwas mit „Niederlage“ noch mit „Aufgeben“ oder „Einknicken“ zu tun. Den anderen dafür verhöhnen, dass er plötzlich seine Meinung ändert? Keine gute Idee. Das ist auch eine Frage des Respekts. Ich respektiere Menschen, egal welche Meinungen, Eigenheiten oder Besonderheiten sie haben. Und das gebietet mir, mein andersdenkendes Gegenüber weder zu beschimpfen noch zu verhöhnen. Selbst dann nicht, wenn ich seine Ansichten absolut nicht teilen kann, Stichwort Präsident Bolsonaro und sein Verständnis des Amazonas als „Rohstoff“. Was Sie stattdessen tun sollten: Ihrem Konfliktpartner auf charmante Weise ermöglichen und ihm auch Unterstützung dabei bieten, eine Veränderung und damit ein Nachgeben in sein System zu integrieren, ohne dass alles zusammenbricht. So wahren alle Beteiligten ihr Gesicht – und die Debatte ist vom Tisch.

Noch nicht genug? Mehr zum Thema in Bild und Ton auf Konfliktmanagement TV!

1.000 Tage rauchfrei – den inneren Konflikt mit „Stützrädern“ lösen

Portrait zur Vita Christoph Maria Michalski fotografiert von Hergen Schimpf

Bald ist es wieder soweit: Am 31. Dezember werden viele Raucher sich für 2020 vornehmen, endlich mit dem Rauchen aufzuhören.


Und nicht wenige von ihnen werden am Ende des nächsten Jahres wieder mit einer Zigarette in der Hand das Feuerwerk ansehen … Ein erfolgreicher Rauchstopp ist die eine Sache. Die größere Herausforderung besteht darin, den Verzicht auch langfristig durchzuhalten. Und dafür zu sorgen, dass es sich nicht wie ein schmerzhaftes Verzichten anfühlt, sondern wie ein Erfolg. Ich weiß, wovon ich spreche, denn ich bin jetzt 1.000 Tage rauchfrei. Was mir dabei geholfen hat, erfahren Sie in diesem Artikel. Lieber cool oder gesund sein? Meine Raucherkarriere begann in der Schulzeit. Selbstgedrehte Zigaretten waren damals total cool – und wer will schon nicht zu den coolen Jungs gehören? Ich bin heute froh, dass ich zumindest nie der Typ war, der morgens gewissermaßen mit der Zigarette im Mundwinkel aus dem Bett gefallen ist und sich abends Löcher in die Bettdecke gebrannt hat. Ich war immer das, was ich als klassischen „Genussraucher“ bezeichnen würde. Ein paar Kippen abends nach getaner Arbeit, im gemütlichen Kreis, auf Feiern … eben zur Entspannung und Belohnung. Hinzu kommt, dass ich leidenschaftlicher Biker bin. Und es gab mir jahrelang das „Gefühl der großen Freiheit“, wenn ich mich während einer Pause ein Zigarillo anzündete und dabei cool in Lederkluft an meiner Maschine lehnte. Der innere Konflikt, besser mit dem Rauchen aufzuhören, bestand eigentlich jahrelang. Aber Sie wissen ja, wie das mit Konflikten so ist … ich habe ihn erst mal lange Zeit ignoriert. Obwohl mir klar war, dass es besser wäre, mich damit auseinanderzusetzen. Denn rein objektiv betrachtet war es schon ziemlich idiotisch, als Bronchialasthmatiker überhaupt zu rauchen. Mindestens zweimal Bronchitis im Jahr, eingeschränkter Geruchssinn, bemitleidenswerter Husten … geil war das nicht. Auf in den Kampf! Was mir schlussendlich geholfen hat, meinen inneren Konflikt anzugehen? Ich habe ihn kategorisiert – und mich entsprechend für eine Vorgehensweise entschieden. Aus meiner Erfahrung lassen sich 80 Prozent aller Konflikte lösen, indem man sie einer von drei Kategorien zuweist und dann entsprechend handelt. Glauben Sie mir, es funktioniert – egal, wie kompliziert Ihnen die Situation auf den ersten Blick erscheint. Und zwar wie folgt: 1. Debatte: Hier ist es essenziell, dass eine Seite potenziell bereit ist, ihre Meinung aufzugeben. Eine Debatte mit mir selbst über das Rauchen erschien mir allerdings wenig zielführend, da die gesundheitlichen Argumente mich bisher auch nicht gestoppt hatten. 2. Spielregeln: Klare Regeln, die den Konflikt beilegen – und bei einem Verstoß zu Konsequenzen führen. Das funktioniert vielleicht, wenn Ihr Partner Ihnen droht, Sie zu verlassen, wenn Sie nicht mit dem Rauchen aufhören. In meinem Falle war auch diese Kategorie keine Option. Blieb nur noch die letzte: 3. Kampf: Sieg oder Untergang, eine andere Chance gab es für mich nicht. Also musste ich dafür sorgen, dass ein Rückfall zum Glimmstängel für mich spürbare Konsequenzen hätte. Unterstützung habe ich mir dabei in Form von „Stützrädern“ geholt: 1. Ich habe allen erzählt, dass ich mit dem Rauchen aufhören werde – um mir entsprechend sozialen Druck aufzubauen. 2. Ich habe begonnen, ein Erfolgstagebuch zu schreiben und am Rand jeweils die Zahl der rauchfreien Tage zu notieren. An den großen Meilensteinen wie 250, 500 oder 750 Tagen habe ich mich entsprechend mit Genusszeit – natürlich ohne Zigarette – belohnt. 3. Ich habe mich zum Berlin Marathon angemeldet und mir immer wieder vorgestellt, wie ich durchs Ziel laufe. Das hat mich unglaublich motiviert und mich mehrfach davon abgehalten, in die Zigarillo-Kiste zu greifen. Ich habe es geschafft. Ich bin seit 1.000 Tagen rauchfrei – und die Medaille, die von meiner Teilnahme am Berlinmarathon 2018 zeugt, hängt an der Wand. Was Sie bei allen guten Vorsätzen nie vergessen dürfen: Ein Raucher wird niemals zum Nichtraucher werden. Er wird immer ein Ex-Raucher bleiben. Und in meinem Falle einer, der weiterhin die Tage zählen wird. Das Muster der Entspannung und Belohnung lässt sich nicht von heute auf morgen löschen, aber es lässt sich nach und nach überschreiben. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg dafür! Meine Story gibt es im Video auf Konfliktmanagement TV, schauen Sie rein!

Betriebliches Gesundheitsmanagement ist mehr als Smoothies und Yogamatte

Portrait zur Vita Christoph Maria Michalski fotografiert von Hergen Schimpf

Schrittzähler für alle Mitarbeiter, Nackenmassage einmal im Monat und gemeinsame Kochkurse? Alles nett gemeint, aber BGM ist das noch lange nicht! Mitarbeiter sind die wertvollste Ressource Ihres Unternehmens! Lesen Sie in meinem neuen Artikel, warum es daher höchste Zeit ist, eine Gesamtstrategie an den Start zu bringen, statt nur einzelne Werkzeuge in den Ring zu werfen!


Ein Obstkorb ist ein guter Anfang, bringt isoliert aber überhaupt nichts! BGM ist kein Werkzeug zur Zielerreichung, sondern bedeutet für die obere Etage auch konstantes Führungsverhalten und Vorbildfunktion. Dann läufts!

Flickenteppich statt Strategie

Gesundheit boomt aktuell in unserer Gesellschaft. Online wie offline springen uns Fitnessangebote an, die uns „krass“ machen sollen, uns in eine fittere, schlankere, gesündere und am besten noch glücklichere Version unserer Selbst verwandeln. Und in der Wirtschaft herrscht die nackte Panik: „Wir brauchen sofort ein betriebliches Gesundheitsmanagement! Sonst sind wir bei den jungen Mitarbeitern doch direkt unten durch!“ Die Folge: Es gibt plötzlich einen Obstkorb in der Kaffeeküche, Einladungen zum gemeinsamen Joggen kursieren in den Postfächern und alle zwei Wochen gibt es Freitagmorgens einen Yogakurs für alle. Schön und gut – Aber ist das wirklich BGM? Oder ist das nicht eher zu kurz gegriffen?

Ich bin u.a. Diplom-Rhythmiklehrer und zugelassener Prozessberater bei unternehmensWert:Mensch im Handlungsfeld Gesundheit. Der Maßnahmenkatalog, den ich in Firmen bisher vorfinde, beinhaltet hauptsächlich Aktionen wie die oben genannten. Und was passiert nach kurzer Zeit? Die Post-it mit der Bürogymnastik hängen müde an den Bildschirmen – und der erste Elan ist ebenso schnell verschwunden wie die neu gekauften Gymnastikbänder. Auch die Digitalisierung hat aus meiner Sicht keine großartigen Verbesserungen mit sich gebracht. Außer, dass es jetzt zusätzlich noch ein paar schöne Tools gibt wie Apps, die Schritte zählen und den täglichen Kalorienverbrauch tracken, die digitale Wasserwaage für die Rückenlehne, der Pulsmesser mit integriertem Burnout-Barometer – oder eben der Gamificationansatz mit dem „Company Olympic Gold Medallist“ als Bildschirmschoner. Das ist nett, keine Frage. Doch ohne dahinterliegende Strategie werden es immer nur vereinzelte Werkzeuge bleiben.

Konfliktmanagement

Für mich der entscheidende Konflikt hinter der ganzen Sache: Die Diskrepanz zwischen Selbstbewusstsein und Außendarstellung. Auf der einen Seite wird geklagt, dass die nötigen Unterstützungsleistungen nicht den Stellenwert im Unternehmen haben, den sie angeblich verdienen. Auf der anderen Seite findet sich aber nur eine höchst diffuse Beschreibung der Unterstützungsleistung – und das BGM wird auf die Implementierung einiger einzelner Werkzeuge eingedampft. Große Töne spucken und dann einen Rückzieher machen? Wenn schon, dann bitte richtig und mit vollem Einsatz!

Ein weiterer Haken an der Sache: Der Begriff „Betriebliche/r Gesundheitsmanager/in“ ist nicht geschützt. JEDE(R) KANN BGM! Und jeder hat seine eigene Meinung, wie BGM richtigerweise zu funktionieren hat. Die Szene wird beherrscht von Ärzten mit hohem faktischem Studienwissen und geringer Umsetzungskompetenz, athletisch biegsamen Fitnesstrainern, die noch nie ein Unternehmen von innen gesehen haben – und dann sind da noch die unvermeidlichen Mentalcoaches.

Das sagt der Konfliktnavigator

BGM ist aus meiner Sicht garantiert kein Trend, der in den nächsten Jahren wieder verfliegt. Mitarbeiter sind die wichtigste Ressource eines Unternehmens – es ist daher höchste Eisenbahn, dass sich Führungskräfte dessen bewusst werden und entsprechend handeln. Und das erfordert eine professionelle Implementierung durch alle Ebenen hindurch. Damit meine ich nicht, dass sie alles selbst umsetzen müssen. Doch sie sind gefordert, sich in ihren Unternehmen für das Thema BGM stark zu machen, den richtigen Partner für die Umsetzung ins Boot zu holen – und selbst als Vorbild voranzugehen, wenn es an die Umsetzung geht.

Das Ziel: Ein gesundes Unternehmen mit gesunden Mitarbeitern. Das funktioniert jedoch nur, wenn Eigenbild und Fremdbild auch zueinander passen. Um den Wunsch nach der gebührenden Anerkennung und Sichtbarkeit zu erfüllen, müssen folgende Thesen gelten:

  • BGM ist essentieller Bestandteil im „New Work“ Verständnisses jedes Unternehmens

• BGM benötigt ein starkes Mindset bei allen Beteiligten

• BGM traut sich, neue Standards im Unternehmen einzuführen

• BGM Marketing in der Company ist offensiv

• Führungskräfte sind die Ansprechpartner und Vorbilder

Sie sind neugierig geworden? Mehr rund um das Thema Konflikte gibt es auch auf meinem YouTube-Kanal KonfliktmanagementTV!

Konfliktfalle Weihnachtsfeier

Portrait zur Vita Christoph Maria Michalski fotografiert von Hergen Schimpf

Oh du Vorsichtige!


Manche freuen sich schon seit Oktober darauf, für andere könnte sie auch ruhig ausfallen: Die Rede ist von der alljährlichen Firmenweihnachtsfeier. Auf den ersten Blick klingt es eigentlich ziemlich passabel. Gutes Essen, Alkohol, festliche Stimmung – und der Chef zahlt. Idealerweise ist dieser Abend auch die Gelegenheit, neuere Kollegen abseits der Schreibtische ein bisschen besser kennenzulernen. Und selbst die stilleren Vertreter tauen oft nach dem zweiten Sekt auf und werden überraschend redselig. So weit, so gut. Was Sie aber im Hinterkopf behalten sollten: Die Weihnachtsfeier ist traditionell auch der Ort, an dem betriebliche Konflikte plötzlich aufbrechen und schon so manche Karriere einen irreparablen Knick bekommen hat.

Vorsicht, Alkohol!

Es heißt zwar „in vino veritas“ – doch so manche Wahrheit sollten Sie besser diplomatisch für sich behalten. Auch, wenn es auf den ersten Blick eine gute Idee zu sein scheint, die Ansprache des Chefs durch lautstarke Zwischenrufe richtigzustellen. Oder dem nervigen Kollegen mal auf die Schulter zu hauen und ihn ironisch zu beglückwünschen, dass er es richtig gut hinbekommt, die kniffeligen Aufgaben immer auf andere abzuwälzen. Generell gilt für den Umgang mit Alkohol: Kennen Sie Ihre Grenzen! Wer ansonsten wenig bis gar nichts trinkt, sollte sich auch jetzt nichts aufschwatzen lassen oder das Gefühl haben, den anderen etwas beweisen zu müssen. Denn egal, wie Sie es anstellen: Es wird sich niemals positiv auf Ihr Ansehen beim Chef auswirken, wenn Sie „Atemlos durch die Nacht“ grölend über die Tanzfläche torkeln.

Lästern ist tabu

Und auch im nüchternen Zustand sollten Sie sich klar an eine Regel halten: Lästern ist tabu! Auch, wenn irgendwann alle im „Beste-Freunde-Modus“ zu sein scheinen. Unter Umständen erzählen Sie leichtfertig etwas, dass Sie am nächsten Tag lieber für sich behalten hätten. So entstehen Gerüchte – und landen am Ende schlimmstenfalls bei der Person, die auf keinen Fall davon Wind kriegen sollte. Auf diese Weise wird die Situation garantiert nicht besser, Sie gießen eher noch zusätzlich Öl ins Feuer. Auch wenn Sie sicherlich gute Gründe für Ihre Meinung haben – die Weihnachtsfeier ist nicht der richtige Ort dafür. Ich kann Ihnen nur dazu raten, bei Konflikten lieber in die direkte Kommunikation zu gehen, anstatt noch mehr Leute mit hineinzuziehen. Vereinbaren Sie also lieber ein Gespräch mit dem besagten Kollegen oder der Kollegin, um das bestehende Problem aus der Welt zu schaffen.

Gesprächsthemen sorgfältig wählen

Je später die Stunde, umso vertrauter die Gespräche? Auch bei der Weihnachtsfeier sollten Sie besser zweimal überlegen, ob Sie das Thema wirklich ansprechen wollen. Auch, wenn sie gerade alle so gemütlich beisammensitzen: Manche Themen sind und bleiben heikel. Kommen politische und religiöse Ansichten auf den Tisch, kann die Stimmung schnell kippen. Hier ist Rücksicht gefragt! Fühlt sich ein Kollege verletzt, kann das noch deutlich längere Auswirkungen auf die Zusammenarbeit haben.

Don’t f*** the company

Und noch ein kurzer Hinweis zu zwischenmenschlichen Anbahnungen: Klar ist flirten erlaubt. Nicht umsonst gibt es genug Studien, die belegen, dass sich schon jeder Fünfte mal in einen Kollegen oder eine Kollegin verguckt hat und jeder Siebte im Büro die große Liebe gefunden hat. Aber vor den Augen der gesamten Belegschaft rumknutschen? Wenn Sie nicht zum Klatschthema Nummer 1 werden wollen, empfiehlt sich eher Zurückhaltung. Verabreden Sie sich mit dem Ziel Ihrer Begierde also lieber zum Weihnachtsmarktbesuch nach Feierabend in den nächsten Tagen.

No-Show ist ein No-go!

Zugegeben, eine Weihnachtsfeier bringt einiges an Stolperfallen und Fettnäpfchen mit sich. Also lieber gar nicht erst hingehen? Auch, wenn Ihnen diese Option geradezu verlockend erscheint: Das geht gar nicht. In den meisten Unternehmen ist die Teilnahme an der Weihnachtsfeier sowieso verpflichtend. Und selbst, wenn nicht: Wer nicht hingeht, signalisiert, dass er keinen großen Wert darauf legt, mehr Zeit als nötig mit den Kollegen zu verbringen – und streut so unnötigen Konfliktsand ins Getriebe. Es sagt ja keiner, dass Sie den Laden mit schließen müssen. Aber für zwei bis drei Stunden sollten Sie auf jeden Fall dabei sein.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine schöne und vor allem konfliktfreie Weihnachtsfeier!

Die Weihnachtsfeier ist nur einer von vielen möglichen Konfliktherden in der Adventszeit. Sie möchten wissen, was sonst noch auf Sie zukommt? Dann schauen Sie auf meinem YouTube-Kanal vorbei!

Kovac-Konflikt bei den Bayern-Schluss mit „Mia san Mia“!

Portrait zur Vita Christoph Maria Michalski fotografiert von Hergen Schimpf

Sie haben es sicherlich mitbekommen: Am Sonntagabend war bei den Bayern der Maßkrug voll und Niko Kovac wurde nach einer verheerenden 1:5 Niederlage gegen Frankfurt vor die Tür gesetzt. Was denken Sie: Überreaktion oder gerechtfertigte Lösung, um die erfolgsverwöhnte Truppe wieder auf Kurs zu bringen?

Auf den ersten Blick

Im Fußball ist es ein ungeschriebenes Gesetz: Bleibt der Erfolg aus, wird zwar die Leistung der Spieler kritisiert – Schuld ist aber immer der Trainer. Das mag auf den ein oder anderen arrogant wirken. War es schlussendlich bloß verletzter Stolz der Führungsriege, der den Stuhl von Kovac in der Säbener Straße abgesägt hat? Ist Rummenigge und Co. ihr „Mia san Mia“ zu Kopf gestiegen – oder steckt mehr hinter der Entscheidung? Es ist zumindest verwunderlich, dass es nicht mal einen Warnschuss oder eine Bewährungsmöglichkeit für Kovac gegeben hat. Vielleicht, weil die Tabellenkrise so schnell wie möglich ausgemerzt werden muss. Aktuell Platz vier, so „schlecht“ standen die Bayern nach 10 Spieltagen seit Jahren nicht – und das ausgerechnet kurz vor der großen Abschiedsfeier für Uli Hoeneß. Mittelmäßiger Fußball und glänzende Inszenierung – zwei Dinge, die nicht so recht zusammengehen wollen. Damit es möglichst konfliktfrei zugehen kann am 15. November, fiel wohlmöglich die Entscheidung, besser jetzt als später reinen Tisch zu machen.

Einmal Fremdkörper, immer Fremdkörper

Wenn wir mal ganz ehrlich sind: So richtig gepasst hat es von Anfang an nicht. Die Süddeutsche Zeitung titelte am Montag groß: „Kovac war immer ein Fremdkörper beim FC Bayern“. Um in Zukunft solche Konflikte zu vermeiden, ist es daher wichtig, bei der Wahl des nächsten Trainers genau hinzuschauen. Klar war es eindrucksvoll, wie er die knapp am Abstieg vorbeigeschrammten Frankfurter bis zum Gewinn des DFB-Pokals 2018 führte – gegen die Bayern. Doch Erfolge sind nicht alles. Entscheidend ist, dass Trainer und Verein auch die gleichen Werte, Muster und Antriebsmodelle verfolgen. Ideal wäre demnach eine Kombi aus Hoeneß und Rummenigge.

Gleich und gleich gesellt sich gern

Natürlich heißt es im gleichen Atemzug meist: „… und Gegensätze ziehen sich an.“ Aber ist das wirklich so? Denken Sie mal genauer drüber nach – und schauen Sie sich Ihren engeren Freundeskreis an. Und, was fällt Ihnen auf? Fakt ist, dass wir unbewusst dazu tendieren, uns Menschen zu suchen, die uns ähnlich sind. Vielleicht ist mal einer dabei, der etwas aus der Reihe tanzt und den „Freakfaktor“ hat – das war es dann aber auch. Im Großen und Ganzen fühlen wir uns einfach wohl mit Menschen, die mit uns auf einer Wellenlänge sind.

Und genauso handeln wir auch, wenn es darum geht, Teams im Unternehmen zu bilden. Die Mitglieder einer Mannschaft sollten die gleichen Werte und Antreiber teilen, sonst gibt es schnell böses Blut. Das bedeutet jedoch nicht, dass sich alle wie ein Ei dem anderen gleichen sollen. Eine gewisse Streuung der Persönlichkeiten ist schon erwünscht. Denn wir brauchen in einem Team die Peniblen, die auf die Einhaltung der Regeln pochen. Genauso wie die positiv Verrückten, die vor kreativen Ideen nur so sprudeln. Die Sozialen, die immer alle Geburtstage im Blick haben und so weiter. Die Basis muss jedoch identisch sein – und im Falle des FC Bayern schlicht und einfach „bayerisch“.

Noch nicht genug? Hier gibt es mein Video zum Thema, schauen Sie rein!