Karriereplanung ist Marathontraining

Stellen Sie sich vor, Ihre Karriereziele sind die Ziellinie eines Marathons. Der erste Schritt besteht darin, dieses Ziel klar zu definieren und zu visualisieren, genau wie ein Läufer sich den Tag des Rennens vorstellt.

Sobald das Ziel festgelegt ist, benötigen Sie einen Plan. In der Marathonvorbereitung ist dies ein Trainingsplan, der Ihre Laufstrecken, die Intensität und die Ruhephasen festlegt. In der Karriereplanung entspricht dies einem strategischen Plan, der Ihre kurz- und langfristigen Ziele, benötigte Fähigkeiten, Weiterbildungsmaßnahmen und Netzwerkmöglichkeiten umfasst.

Wie bei der Marathonvorbereitung, wo Läufer ihre Distanz allmählich erhöhen, müssen Sie in Ihrer Karriere schrittweise vorgehen. Sie bauen Erfahrungen auf, erweitern Ihr Wissen und entwickeln Fähigkeiten kontinuierlich weiter. Dabei ist es wichtig, regelmäßig zu reflektieren, Ihren Fortschritt zu bewerten und Anpassungen vorzunehmen

Ausdauer und Beharrlichkeit sind sowohl beim Marathontraining als auch bei der Karriereentwicklung unerlässlich.

Es wird Tage geben, an denen Fortschritte langsam erscheinen oder Hindernisse auftreten. Ein Marathonläufer, der bei schlechtes Wetter läuft, ist  motiviert, weil er sich auf das Endziel konzentriert.


Nach dem Marathon ist vor dem Marathon. Keep on running!

Meine Erfahrung mit dem (beruflichen) Marathon

Als ich mich auf meinen ersten Marathon vorbereitete, habe ich mich nach einer intensiven sportärztlichen Untersuchung von einer Sportwissenschaftlerin betreuen lassen.

Die erste Frage war: „Welche Zeit wollen Sie laufen?“ 

Daraus ergab sich dann der Trainingsaufwand mit den unterschiedlichen Disziplinen wie Grundausdauer mit langsamer Geschwindigkeit, Steigerungsläufe und Sprints.

Jede Woche folgte sie meinen Aktivitäten auf einer Fitnessplattform und schickte mir dann zum Wochenstart den individuell abgestimmten Wochenplan für meine Trainingseinheiten zu.

Das führte zum Ergebnis, dass ich meinen Marathon in der minutengenauen Zeit, die angepeilt war, gelaufen bin.

Ich erinnere mich dass sie aus dienstlichen Gründen in Weimar war und eine intensiv lange Trainingseinheit absolvieren musste. Dazu schlich ich mich schlecht gelaunt um 03:30 Uhr aus dem Hotel und lief durch den Goethepark unzählige Runden und begann dann meine Arbeit. Da habe ich halt meinen inneren Schweinehund überwunden, weil ich ein großes Ziel hatte.

Kairos ist der Gott der guten Gelegenheit. Er wird dargestellt mit Glatze und einem langen Zopf. Daher kommt der Satz: „Die günstige Gelegenheiten beim Schopf packen.“

Karriere ist auch eine Frage von Timing – wach sein und zur rechten Zeit zuschnappen.

Welche grundlegenden Kommunikationsfähigkeiten sind für eine erfolgreiche Selbstvermarktung und Networking unerlässlich?

  1. Klarheit: Seien Sie in Ihrer Kommunikation klar und auf den Punkt. Ihre Botschaft sollte schnell und einfach zu verstehen sein.
  2. Aktives Zuhören: Gutes Zuhören ist genauso wichtig wie Sprechen. Zeigen Sie Interesse an dem, was andere sagen, durch Blickkontakt, Nicken und gelegentliche verbale Bestätigungen.
  3. Selbstbewusstsein: Präsentieren Sie sich selbstbewusst, aber nicht arrogant. Selbstbewusstsein zeigt, dass Sie Ihre Fähigkeiten und Erfahrungen wertschätzen, was für die Selbstvermarktung entscheidend ist.
  4. Anpassungsfähigkeit: Passen Sie Ihre Kommunikationsweise an verschiedene Situationen und Zielgruppen an. Eine formelle Sprache ist in einem Vorstellungsgespräch angemessen, während eine lockere Konversation bei einem Networking-Event besser sein könnte.
  5. Körpersprache: Ihre Körpersprache und Auftreten sollten Ihre Worte unterstützen. Dazu gehört auch angemessene Kleidung und Gepflegtheit.
  6. Überzeugungskraft: Seien Sie überzeugend, wenn Sie Ideen präsentieren oder für sich selbst werben. Verwenden Sie Fakten und emotionale Berufungen, um Ihre Argumente zu stützen.
  7. Feedback: Seien Sie offen für Feedback und nutzen Sie es, um Ihre Kommunikationsfähigkeiten zu verbessern. Fragen Sie nach Rückmeldungen zu Ihrer Art zu sprechen, zu präsentieren oder zu interagieren.
  8. Netzwerketikette: Verstehen und befolgen Sie die ungeschriebenen Regeln des Networking. Dazu gehört, Kontakte professionell zu pflegen, Dankbarkeit auszudrücken und Hilfsbereitschaft zu zeigen.

Welche Strategien können dabei helfen, die eigene Karriere voranzutreiben?

  • Zielsetzung: Definieren Sie klare, spezifische und messbare Ziele. Brechen Sie diese in erreichbare Schritte herunter, um einen klaren Weg vor Augen zu haben.
  • Netzwerken: Bauen Sie ein starkes professionelles Netzwerk auf und pflegen Sie es aktiv. Nutzen Sie Plattformen und besuchen Sie Branchenveranstaltungen, um wertvolle Kontakte zu knüpfen.
  • Weiterbildung: Investieren Sie in Ihre persönliche und fachliche Entwicklung. Halten Sie sich stets auf dem Laufenden über Branchentrends und Technologien.
  • Sichtbarkeit steigern: Machen Sie Ihre Leistungen und Erfolge sichtbar. Beteiligen Sie sich an wichtigen Projekten und präsentieren Sie Ihre Ergebnisse.
  • Mentoring: Suchen Sie sich einen Mentor oder werden Sie selbst einer. Dies bietet neue Perspektiven, fördert das Lernen und unterstützt die persönliche Entwicklung.
  • Work-Life-Balance: Achten Sie auf eine gesunde Balance zwischen Arbeit und Privatleben, um Burnout zu vermeiden und langfristig leistungsfähig zu bleiben.
  • Anpassungsfähigkeit: Seien Sie offen für Veränderungen und bereit, neue Herausforderungen anzunehmen. Flexibilität kann neue Türen öffnen und zu unerwarteten Karrierechancen führen.
Setzen Sie sich regelmäßig mit Ihren Fortschritten auseinander und setzen Sie sich regelmäßig 
mit Ihren Fortschritten auseinander
Passen Sie Ihre Pläne bei Bedarf an. 
Mit Beharrlichkeit und der richtigen Einstellung können Sie Ihre Karriereziele erreichen 
und Ihre berufliche Entwicklung kontinuierlich vorantreiben.

Welche Fettnäpfchen bei der Karriere gibt es?

  1. Überbrücken von Brücken: Ein abrupter oder respektloser Abgang aus einem Unternehmen kann zukünftige Karrierechancen beeinträchtigen. Beispiel: Ein Mitarbeiter kündigt per E-Mail und lässt wichtige Projekte unvollendet zurück. Dies kann den Ruf schädigen und zukünftige Empfehlungen verhindern.
  2. Negatives Sprechen über Kollegen oder Vorgesetzte: Sich negativ über Arbeitskollegen oder Vorgesetzte zu äußern, kann unprofessionell wirken und die eigene Position schwächen. Beispiel: In einem Bewerbungsgespräch spricht ein Kandidat schlecht über seinen aktuellen Chef, was den potenziellen neuen Arbeitgeber abschreckt.
  3. Übertreiben im Lebenslauf: Das Übertreiben oder Erfinden von Qualifikationen und Erfahrungen im Lebenslauf kann, wenn entdeckt, zu sofortigem Vertrauensverlust und Entlassung führen.
  4. Nicht eingehaltene Professionalität in sozialen Medien: Unangemessene oder kontroverse Posts in sozialen Medien können die berufliche Reputation schädigen. Beispiel: Ein Mitarbeiter postet beleidigende Kommentare auf LinkedIn, die von aktuellen oder potenziellen Arbeitgebern gesehen werden.
  5. Mangel an Eigeninitiative und Selbstentwicklung: Sich ausschließlich auf die zugewiesenen Aufgaben zu konzentrieren und keine Eigeninitiative zu zeigen, kann Karrierewachstum verhindern. Beispiel: Ein Mitarbeiter lehnt wiederholt Angebote für zusätzliche Projekte oder Weiterbildungen ab, wodurch er keine neuen Fähigkeiten entwickelt.

Was sind Beispiele für Karrieren?

  • Dirk Rossmann (Rossmann Drogeriemärkte): Dirk Rossmann eröffnete 1972 in Hannover den ersten Selbstbedienungs-Drogeriemarkt Deutschlands. Sein Unternehmen startete in kleinen Räumlichkeiten, aber mit einer starken Vision und Innovationskraft. Heute ist Rossmann eine der größten Drogeriemarktketten in Europa mit Tausenden von Filialen in mehreren Ländern.
  • Ralph Dommermuth (United Internet AG): Ralph Dommermuth gründete 1988 die 1&1 Marketing GmbH, die später zur United Internet AG wurde, einem der führenden Internet-Dienstleister in Deutschland. Sein Weg begann mit einem kleinen Software- und Marketingunternehmen, das er aus seinem Jugendzimmer leitete, und führte zu einem multinationalen Konzern.
  • Nicola Leibinger-Kammüller: Sie ist die Geschäftsführerin und Vorsitzende der Geschäftsführung der Trumpf Gruppe, einem führenden Unternehmen für Werkzeugmaschinen, Lasertechnik und Elektronik. Leibinger-Kammüller hat das Familienunternehmen zu einem globalen Player in der Hochtechnologiebranche gemacht und gilt als eine der einflussreichsten Frauen in der deutschen Wirtschaft.
  • Belén Garijo: Sie ist Vorstandsvorsitzende der Merck KGaA, einem führenden Wissenschafts- und Technologieunternehmen in den Bereichen Healthcare, Life Science und Performance Materials. Garijo ist eine der wenigen Frauen, die an der Spitze eines DAX-Unternehmens stehen, und setzt sich aktiv für Vielfalt und Inklusion in der Unternehmenswelt ein.

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Christoph Maria Michalski

Experte bei Sat1 Frühstücksfernsehen und ARD-BRISANT

Buch Die Konflikt-Bibel

Experte FOCUS

Berater mit einer virtuellen Tour HIER

Dozent der HAUFE Akademie

Ausbildung

Diplom-Rhythmiklehrer,

Diplom-Pädagoge Erwachsenenbildung und

MSc in IKT-Management

Kurzvita

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www.christoph-michalski.de

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05.03.2024

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