1.000 Tage rauchfrei – den inneren Konflikt mit „Stützrädern“ lösen

Bald ist es wieder soweit: Am 31. Dezember werden viele Raucher sich für 2020 vornehmen, endlich mit dem Rauchen aufzuhören.


Und nicht wenige von ihnen werden am Ende des nächsten Jahres wieder mit einer Zigarette in der Hand das Feuerwerk ansehen … Ein erfolgreicher Rauchstopp ist die eine Sache. Die größere Herausforderung besteht darin, den Verzicht auch langfristig durchzuhalten. Und dafür zu sorgen, dass es sich nicht wie ein schmerzhaftes Verzichten anfühlt, sondern wie ein Erfolg. Ich weiß, wovon ich spreche, denn ich bin jetzt 1.000 Tage rauchfrei. Was mir dabei geholfen hat, erfahren Sie in diesem Artikel. Lieber cool oder gesund sein? Meine Raucherkarriere begann in der Schulzeit. Selbstgedrehte Zigaretten waren damals total cool – und wer will schon nicht zu den coolen Jungs gehören? Ich bin heute froh, dass ich zumindest nie der Typ war, der morgens gewissermaßen mit der Zigarette im Mundwinkel aus dem Bett gefallen ist und sich abends Löcher in die Bettdecke gebrannt hat. Ich war immer das, was ich als klassischen „Genussraucher“ bezeichnen würde. Ein paar Kippen abends nach getaner Arbeit, im gemütlichen Kreis, auf Feiern … eben zur Entspannung und Belohnung. Hinzu kommt, dass ich leidenschaftlicher Biker bin. Und es gab mir jahrelang das „Gefühl der großen Freiheit“, wenn ich mich während einer Pause ein Zigarillo anzündete und dabei cool in Lederkluft an meiner Maschine lehnte. Der innere Konflikt, besser mit dem Rauchen aufzuhören, bestand eigentlich jahrelang. Aber Sie wissen ja, wie das mit Konflikten so ist … ich habe ihn erst mal lange Zeit ignoriert. Obwohl mir klar war, dass es besser wäre, mich damit auseinanderzusetzen. Denn rein objektiv betrachtet war es schon ziemlich idiotisch, als Bronchialasthmatiker überhaupt zu rauchen. Mindestens zweimal Bronchitis im Jahr, eingeschränkter Geruchssinn, bemitleidenswerter Husten … geil war das nicht. Auf in den Kampf! Was mir schlussendlich geholfen hat, meinen inneren Konflikt anzugehen? Ich habe ihn kategorisiert – und mich entsprechend für eine Vorgehensweise entschieden. Aus meiner Erfahrung lassen sich 80 Prozent aller Konflikte lösen, indem man sie einer von drei Kategorien zuweist und dann entsprechend handelt. Glauben Sie mir, es funktioniert – egal, wie kompliziert Ihnen die Situation auf den ersten Blick erscheint. Und zwar wie folgt: 1. Debatte: Hier ist es essenziell, dass eine Seite potenziell bereit ist, ihre Meinung aufzugeben. Eine Debatte mit mir selbst über das Rauchen erschien mir allerdings wenig zielführend, da die gesundheitlichen Argumente mich bisher auch nicht gestoppt hatten. 2. Spielregeln: Klare Regeln, die den Konflikt beilegen – und bei einem Verstoß zu Konsequenzen führen. Das funktioniert vielleicht, wenn Ihr Partner Ihnen droht, Sie zu verlassen, wenn Sie nicht mit dem Rauchen aufhören. In meinem Falle war auch diese Kategorie keine Option. Blieb nur noch die letzte: 3. Kampf: Sieg oder Untergang, eine andere Chance gab es für mich nicht. Also musste ich dafür sorgen, dass ein Rückfall zum Glimmstängel für mich spürbare Konsequenzen hätte. Unterstützung habe ich mir dabei in Form von „Stützrädern“ geholt: 1. Ich habe allen erzählt, dass ich mit dem Rauchen aufhören werde – um mir entsprechend sozialen Druck aufzubauen. 2. Ich habe begonnen, ein Erfolgstagebuch zu schreiben und am Rand jeweils die Zahl der rauchfreien Tage zu notieren. An den großen Meilensteinen wie 250, 500 oder 750 Tagen habe ich mich entsprechend mit Genusszeit – natürlich ohne Zigarette – belohnt. 3. Ich habe mich zum Berlin Marathon angemeldet und mir immer wieder vorgestellt, wie ich durchs Ziel laufe. Das hat mich unglaublich motiviert und mich mehrfach davon abgehalten, in die Zigarillo-Kiste zu greifen. Ich habe es geschafft. Ich bin seit 1.000 Tagen rauchfrei – und die Medaille, die von meiner Teilnahme am Berlinmarathon 2018 zeugt, hängt an der Wand. Was Sie bei allen guten Vorsätzen nie vergessen dürfen: Ein Raucher wird niemals zum Nichtraucher werden. Er wird immer ein Ex-Raucher bleiben. Und in meinem Falle einer, der weiterhin die Tage zählen wird. Das Muster der Entspannung und Belohnung lässt sich nicht von heute auf morgen löschen, aber es lässt sich nach und nach überschreiben. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg dafür! Meine Story gibt es im Video auf Konfliktmanagement TV, schauen Sie rein!