Finanzminister im Wind

Portrait zur Vita Christoph Maria Michalski fotografiert von Hergen Schimpf

– Was interessiert Scholz sein Geschwätz von gestern?

Es war einmal ein Bundesfinanzminister, der nach dem Rücktritt der Parteivorsitzenden Nahles vehement verkündete, keine Kandidatur für die vakante Stelle in Erwägung zu ziehen. Denn eine solche Doppelbelastung sei zeitlich überhaupt nicht zu stemmen. Anscheinend hat jedoch eine gute Fee die Lösung gefunden! Denn anders lässt sich Olaf Scholz‘ Kehrtwende um 180 Grad aktuell nicht erklären.



Der Glaubwürdigkeitskonflikt

Sicher haben Sie mitbekommen, was seit dem Auftritt bei Anne Will in den sozialen Medien und in der Presse los war. Vom „Wendehals“ Scholz ist die Rede, der sein Fähnchen nach dem Wind richtet. Wie es dazu kommt, ist eigentlich ganz logisch: Wir Menschen versuchen, in unseren Meinungen, in unserer inneren Einstellung konsistent zu bleiben. Kein Wunder – schließlich ist es energetisch viel einfacher, an dem festzuhalten, was man sich einmal zusammengebaut habe. Wir streben nach Konsistenz. Wenn jemand einen Werte- oder Meinungswandel vollzieht, hat er daher ein dickes Brett zu bohren, um diese Veränderung glaubwürdig darzulegen. Hier braucht es gute Formulierungen und vor allem Durchhaltevermögen, um andere davon zu überzeugen, dass sich die Meinung geändert hat.

Besonders wichtig: Bei vielen Menschen kommt an dieser Stelle der Begriff „Glaubwürdigkeit“ ins Spiel. Scholz stellte heraus, dass er sich der SPD gegenüber verpflichtet fühlt und in der aktuellen Situation gar nicht anders kann, als für den Vorsitz zu kandidieren, um die Partei aus der Krise zu führen. Sehr ehrenhaft, keine Frage. Allerdings hat sich unsere Zeitmessung bisher nicht verändert. Ein Tag hat immer noch 24 Stunden. Und mit seiner rhetorisch ungünstigen vorherigen Formulierung „Ich habe keine Zeit für Beides“ hat sich Scholz definitiv keinen Gefallen getan. Mit einem „Ich weiß nicht genau, wie ich das schaffen soll …“ hätte er sich zumindest eine Hintertür offengehalten, die jetzt sehr hilfreich wäre.

Das rät der Konfliktnavigator

Wir alle geraten in Konflikte, in denen wir gegebenenfalls von unserem Standpunkt abrücken (müssen). Anders lassen sich Debatten nicht lösen. Denn das grundlegende Element eines Streitgesprächs ist die Bereitschaft, die eigene Meinung zu überdenken und einen Schritt auf unser Gegenüber zuzumachen. Damit wir uns klar verstehen: Das hat weder etwas mit „Niederlage“ noch mit „Aufgeben“ oder „Einknicken“ zu tun. Den anderen dafür verhöhnen, dass er plötzlich seine Meinung ändert? Keine gute Idee. Das ist auch eine Frage des Respekts. Ich respektiere Menschen, egal welche Meinungen, Eigenheiten oder Besonderheiten sie haben. Und das gebietet mir, mein andersdenkendes Gegenüber weder zu beschimpfen noch zu verhöhnen. Selbst dann nicht, wenn ich seine Ansichten absolut nicht teilen kann, Stichwort Präsident Bolsonaro und sein Verständnis des Amazonas als „Rohstoff“. Was Sie stattdessen tun sollten: Ihrem Konfliktpartner auf charmante Weise ermöglichen und ihm auch Unterstützung dabei bieten, eine Veränderung und damit ein Nachgeben in sein System zu integrieren, ohne dass alles zusammenbricht. So wahren alle Beteiligten ihr Gesicht – und die Debatte ist vom Tisch.

Noch nicht genug? Mehr zum Thema in Bild und Ton auf Konfliktmanagement TV!

1.000 Tage rauchfrei – den inneren Konflikt mit „Stützrädern“ lösen

Portrait zur Vita Christoph Maria Michalski fotografiert von Hergen Schimpf

Bald ist es wieder soweit: Am 31. Dezember werden viele Raucher sich für 2020 vornehmen, endlich mit dem Rauchen aufzuhören.


Und nicht wenige von ihnen werden am Ende des nächsten Jahres wieder mit einer Zigarette in der Hand das Feuerwerk ansehen … Ein erfolgreicher Rauchstopp ist die eine Sache. Die größere Herausforderung besteht darin, den Verzicht auch langfristig durchzuhalten. Und dafür zu sorgen, dass es sich nicht wie ein schmerzhaftes Verzichten anfühlt, sondern wie ein Erfolg. Ich weiß, wovon ich spreche, denn ich bin jetzt 1.000 Tage rauchfrei. Was mir dabei geholfen hat, erfahren Sie in diesem Artikel. Lieber cool oder gesund sein? Meine Raucherkarriere begann in der Schulzeit. Selbstgedrehte Zigaretten waren damals total cool – und wer will schon nicht zu den coolen Jungs gehören? Ich bin heute froh, dass ich zumindest nie der Typ war, der morgens gewissermaßen mit der Zigarette im Mundwinkel aus dem Bett gefallen ist und sich abends Löcher in die Bettdecke gebrannt hat. Ich war immer das, was ich als klassischen „Genussraucher“ bezeichnen würde. Ein paar Kippen abends nach getaner Arbeit, im gemütlichen Kreis, auf Feiern … eben zur Entspannung und Belohnung. Hinzu kommt, dass ich leidenschaftlicher Biker bin. Und es gab mir jahrelang das „Gefühl der großen Freiheit“, wenn ich mich während einer Pause ein Zigarillo anzündete und dabei cool in Lederkluft an meiner Maschine lehnte. Der innere Konflikt, besser mit dem Rauchen aufzuhören, bestand eigentlich jahrelang. Aber Sie wissen ja, wie das mit Konflikten so ist … ich habe ihn erst mal lange Zeit ignoriert. Obwohl mir klar war, dass es besser wäre, mich damit auseinanderzusetzen. Denn rein objektiv betrachtet war es schon ziemlich idiotisch, als Bronchialasthmatiker überhaupt zu rauchen. Mindestens zweimal Bronchitis im Jahr, eingeschränkter Geruchssinn, bemitleidenswerter Husten … geil war das nicht. Auf in den Kampf! Was mir schlussendlich geholfen hat, meinen inneren Konflikt anzugehen? Ich habe ihn kategorisiert – und mich entsprechend für eine Vorgehensweise entschieden. Aus meiner Erfahrung lassen sich 80 Prozent aller Konflikte lösen, indem man sie einer von drei Kategorien zuweist und dann entsprechend handelt. Glauben Sie mir, es funktioniert – egal, wie kompliziert Ihnen die Situation auf den ersten Blick erscheint. Und zwar wie folgt: 1. Debatte: Hier ist es essenziell, dass eine Seite potenziell bereit ist, ihre Meinung aufzugeben. Eine Debatte mit mir selbst über das Rauchen erschien mir allerdings wenig zielführend, da die gesundheitlichen Argumente mich bisher auch nicht gestoppt hatten. 2. Spielregeln: Klare Regeln, die den Konflikt beilegen – und bei einem Verstoß zu Konsequenzen führen. Das funktioniert vielleicht, wenn Ihr Partner Ihnen droht, Sie zu verlassen, wenn Sie nicht mit dem Rauchen aufhören. In meinem Falle war auch diese Kategorie keine Option. Blieb nur noch die letzte: 3. Kampf: Sieg oder Untergang, eine andere Chance gab es für mich nicht. Also musste ich dafür sorgen, dass ein Rückfall zum Glimmstängel für mich spürbare Konsequenzen hätte. Unterstützung habe ich mir dabei in Form von „Stützrädern“ geholt: 1. Ich habe allen erzählt, dass ich mit dem Rauchen aufhören werde – um mir entsprechend sozialen Druck aufzubauen. 2. Ich habe begonnen, ein Erfolgstagebuch zu schreiben und am Rand jeweils die Zahl der rauchfreien Tage zu notieren. An den großen Meilensteinen wie 250, 500 oder 750 Tagen habe ich mich entsprechend mit Genusszeit – natürlich ohne Zigarette – belohnt. 3. Ich habe mich zum Berlin Marathon angemeldet und mir immer wieder vorgestellt, wie ich durchs Ziel laufe. Das hat mich unglaublich motiviert und mich mehrfach davon abgehalten, in die Zigarillo-Kiste zu greifen. Ich habe es geschafft. Ich bin seit 1.000 Tagen rauchfrei – und die Medaille, die von meiner Teilnahme am Berlinmarathon 2018 zeugt, hängt an der Wand. Was Sie bei allen guten Vorsätzen nie vergessen dürfen: Ein Raucher wird niemals zum Nichtraucher werden. Er wird immer ein Ex-Raucher bleiben. Und in meinem Falle einer, der weiterhin die Tage zählen wird. Das Muster der Entspannung und Belohnung lässt sich nicht von heute auf morgen löschen, aber es lässt sich nach und nach überschreiben. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg dafür! Meine Story gibt es im Video auf Konfliktmanagement TV, schauen Sie rein!

Konfliktfalle Weihnachtsfeier

Portrait zur Vita Christoph Maria Michalski fotografiert von Hergen Schimpf

Oh du Vorsichtige!


Manche freuen sich schon seit Oktober darauf, für andere könnte sie auch ruhig ausfallen: Die Rede ist von der alljährlichen Firmenweihnachtsfeier. Auf den ersten Blick klingt es eigentlich ziemlich passabel. Gutes Essen, Alkohol, festliche Stimmung – und der Chef zahlt. Idealerweise ist dieser Abend auch die Gelegenheit, neuere Kollegen abseits der Schreibtische ein bisschen besser kennenzulernen. Und selbst die stilleren Vertreter tauen oft nach dem zweiten Sekt auf und werden überraschend redselig. So weit, so gut. Was Sie aber im Hinterkopf behalten sollten: Die Weihnachtsfeier ist traditionell auch der Ort, an dem betriebliche Konflikte plötzlich aufbrechen und schon so manche Karriere einen irreparablen Knick bekommen hat.

Vorsicht, Alkohol!

Es heißt zwar „in vino veritas“ – doch so manche Wahrheit sollten Sie besser diplomatisch für sich behalten. Auch, wenn es auf den ersten Blick eine gute Idee zu sein scheint, die Ansprache des Chefs durch lautstarke Zwischenrufe richtigzustellen. Oder dem nervigen Kollegen mal auf die Schulter zu hauen und ihn ironisch zu beglückwünschen, dass er es richtig gut hinbekommt, die kniffeligen Aufgaben immer auf andere abzuwälzen. Generell gilt für den Umgang mit Alkohol: Kennen Sie Ihre Grenzen! Wer ansonsten wenig bis gar nichts trinkt, sollte sich auch jetzt nichts aufschwatzen lassen oder das Gefühl haben, den anderen etwas beweisen zu müssen. Denn egal, wie Sie es anstellen: Es wird sich niemals positiv auf Ihr Ansehen beim Chef auswirken, wenn Sie „Atemlos durch die Nacht“ grölend über die Tanzfläche torkeln.

Lästern ist tabu

Und auch im nüchternen Zustand sollten Sie sich klar an eine Regel halten: Lästern ist tabu! Auch, wenn irgendwann alle im „Beste-Freunde-Modus“ zu sein scheinen. Unter Umständen erzählen Sie leichtfertig etwas, dass Sie am nächsten Tag lieber für sich behalten hätten. So entstehen Gerüchte – und landen am Ende schlimmstenfalls bei der Person, die auf keinen Fall davon Wind kriegen sollte. Auf diese Weise wird die Situation garantiert nicht besser, Sie gießen eher noch zusätzlich Öl ins Feuer. Auch wenn Sie sicherlich gute Gründe für Ihre Meinung haben – die Weihnachtsfeier ist nicht der richtige Ort dafür. Ich kann Ihnen nur dazu raten, bei Konflikten lieber in die direkte Kommunikation zu gehen, anstatt noch mehr Leute mit hineinzuziehen. Vereinbaren Sie also lieber ein Gespräch mit dem besagten Kollegen oder der Kollegin, um das bestehende Problem aus der Welt zu schaffen.

Gesprächsthemen sorgfältig wählen

Je später die Stunde, umso vertrauter die Gespräche? Auch bei der Weihnachtsfeier sollten Sie besser zweimal überlegen, ob Sie das Thema wirklich ansprechen wollen. Auch, wenn sie gerade alle so gemütlich beisammensitzen: Manche Themen sind und bleiben heikel. Kommen politische und religiöse Ansichten auf den Tisch, kann die Stimmung schnell kippen. Hier ist Rücksicht gefragt! Fühlt sich ein Kollege verletzt, kann das noch deutlich längere Auswirkungen auf die Zusammenarbeit haben.

Don’t f*** the company

Und noch ein kurzer Hinweis zu zwischenmenschlichen Anbahnungen: Klar ist flirten erlaubt. Nicht umsonst gibt es genug Studien, die belegen, dass sich schon jeder Fünfte mal in einen Kollegen oder eine Kollegin verguckt hat und jeder Siebte im Büro die große Liebe gefunden hat. Aber vor den Augen der gesamten Belegschaft rumknutschen? Wenn Sie nicht zum Klatschthema Nummer 1 werden wollen, empfiehlt sich eher Zurückhaltung. Verabreden Sie sich mit dem Ziel Ihrer Begierde also lieber zum Weihnachtsmarktbesuch nach Feierabend in den nächsten Tagen.

No-Show ist ein No-go!

Zugegeben, eine Weihnachtsfeier bringt einiges an Stolperfallen und Fettnäpfchen mit sich. Also lieber gar nicht erst hingehen? Auch, wenn Ihnen diese Option geradezu verlockend erscheint: Das geht gar nicht. In den meisten Unternehmen ist die Teilnahme an der Weihnachtsfeier sowieso verpflichtend. Und selbst, wenn nicht: Wer nicht hingeht, signalisiert, dass er keinen großen Wert darauf legt, mehr Zeit als nötig mit den Kollegen zu verbringen – und streut so unnötigen Konfliktsand ins Getriebe. Es sagt ja keiner, dass Sie den Laden mit schließen müssen. Aber für zwei bis drei Stunden sollten Sie auf jeden Fall dabei sein.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine schöne und vor allem konfliktfreie Weihnachtsfeier!

Die Weihnachtsfeier ist nur einer von vielen möglichen Konfliktherden in der Adventszeit. Sie möchten wissen, was sonst noch auf Sie zukommt? Dann schauen Sie auf meinem YouTube-Kanal vorbei!

„Zukunft Bildung“ und Digitalisierung – träumt weiter!

Portrait zur Vita Christoph Maria Michalski fotografiert von Hergen Schimpf

In der ARD läuft gerade die Themenwoche „Zukunft Bildung“ vom 9. bis 16. November 2019. Tolle Sache: Lernen ist wichtig, bringt uns weiter – und macht Spaß, wenn die Inhalte passend vermittelt werden. Wenn ich „Zukunft Bildung“ höre, muss ich jedoch auch unweigerlich an das Thema Digitalisierung denken. Und spüre, wie mir fast zeitgleich ein Schauer über den Rücken läuft. Denn Bildung ist momentan in Deutschland alles, aber nicht digital. Um hier wirklich in Richtung Zukunft durchzustarten, wird es höchste Zeit, endlich nicht nur über den Tellerrand zu schauen – sondern am besten auch gleich die Füße aus der lauwarmen analogen Suppe zu ziehen, in dem es sich das deutsche Bildungssystem seit Jahrzehnten bequem gemacht hat.

Völliges Chaos statt sichtbarer Fortschritt

1994 habe ich eine Fortbildung zum Medientechnikpädagogen gemacht. Die Älteren unter Ihnen werden sich erinnern – damals gab es eine politische Initiative mit dem Claim „Schulen ans Netz“. Gute Idee, keine Frage. Doch die Umsetzung war mehr als stümperhaft. Sie werden nicht glauben, was ich da alles erlebt habe: Es wurden Drucker ausgeliefert, für die es keine mit dem Betriebssystem kompatiblen Treiber gab. Router konnten auf Grund von Inkompatibilitätsproblemen nicht ans Netz gehen. Kurzfassung: riesengroße Katastrophe.

Und was tut die Politik in Sachen Bildung? Mir scheint, dass der Posten des Bildungsministers vor allem eins ist: Ein beliebtes Ressort für Macher und Durchlauferhitzer, da sich innerhalb einer Legislaturperiode bereits Erfolge vorweisen lassen. Ob diese „Errungenschaften“ die deutsche Bildungslandschaft allerdings wirklich vorangebracht haben, sei mal dahingestellt. Sicher erinnern Sie sich zum Beispiel an das ganze Gezerre um G7 oder G8 …

Lokale Lösungen statt Paragraphenreiter

Ich bin beidseitiger Lehrersohn (keine Sorge, ist nicht ansteckend …), Musikpädagoge, Diplompädagoge Erwachsenenbildung und habe lange als Geschäftsführer eines großen Bildungsträger gearbeitet. Ich bin daher so frei, mir eine gewisse Erfahrung und Sachkenntnis in Bezug auf das Thema zuzuschreiben.

Mein Vorschlag, um die Situation endlich mal merklich voranzutreiben: Wie wäre es zum Beispiel, eine „Public Private Partnership“ einzugehen? Öffentliche Einrichtungen und Privatpersonen bzw. Unternehmen schließen sich auf lokaler Ebene zusammen. Ich bin überzeugt davon, dass sich auf diese Weise wesentlich schneller und effizienter ein funktionierendes, modernes Schulsystem aufbauen ließe. Ohne, dass erst mal europaweit eine Ausschreibung gemacht werden muss, um einen Dienstleister für die Bereitstellung der Technik zu finden. Möglicherweise wäre auf diese Weise auch eine unbürokratischere und flexiblere Projektgestaltung möglich, die den Start der Digitalisierung noch vor 2025 möglich macht.

Ohne Ausprobieren geht es nicht!

Damit „digitale Bildung“ in Deutschland zur flächendeckenden Realität wird, reicht es jedoch nicht, entsprechende Finanzierungen zu tätigen. Denn die beste Technik nützt nichts, wenn angehende Lehrer an den Hochschulen immer noch mit Methoden der 70er Jahre vertraut gemacht werden! „Alte Pädagogik“ digitalisieren zu wollen, ist der absolut falsche Weg. Und nicht erst heute: Ich habe 1996 ein Internat in der Nähe von Hamm betreut. Die Lehrer waren hoch engagiert, haben versucht, moderne Technik zu integrieren – und sind an einem durch und durch analogen Lehrplan mit entsprechenden Methoden gescheitert.

Hier kann es nur eine Lösung geben: Mutig voranzuschreiben! Im Umgang mit der Digitalisierung gibt es weder in der Bildung, noch in sonst einem Lebensbereich einen „Masterplan“. Wir müssen unsere eigenen Erfahrungen machen – und sollten idealerweise branchenübergreifend kooperieren, um gemeinsam voranzukommen. Worauf warten wir noch?

Das Video zum Thema gibt es auf meine YouTube-Kanal Konfliktmanagement TV, schauen Sie vorbei!

Kovac-Konflikt bei den Bayern-Schluss mit „Mia san Mia“!

Portrait zur Vita Christoph Maria Michalski fotografiert von Hergen Schimpf

Sie haben es sicherlich mitbekommen: Am Sonntagabend war bei den Bayern der Maßkrug voll und Niko Kovac wurde nach einer verheerenden 1:5 Niederlage gegen Frankfurt vor die Tür gesetzt. Was denken Sie: Überreaktion oder gerechtfertigte Lösung, um die erfolgsverwöhnte Truppe wieder auf Kurs zu bringen?

Auf den ersten Blick

Im Fußball ist es ein ungeschriebenes Gesetz: Bleibt der Erfolg aus, wird zwar die Leistung der Spieler kritisiert – Schuld ist aber immer der Trainer. Das mag auf den ein oder anderen arrogant wirken. War es schlussendlich bloß verletzter Stolz der Führungsriege, der den Stuhl von Kovac in der Säbener Straße abgesägt hat? Ist Rummenigge und Co. ihr „Mia san Mia“ zu Kopf gestiegen – oder steckt mehr hinter der Entscheidung? Es ist zumindest verwunderlich, dass es nicht mal einen Warnschuss oder eine Bewährungsmöglichkeit für Kovac gegeben hat. Vielleicht, weil die Tabellenkrise so schnell wie möglich ausgemerzt werden muss. Aktuell Platz vier, so „schlecht“ standen die Bayern nach 10 Spieltagen seit Jahren nicht – und das ausgerechnet kurz vor der großen Abschiedsfeier für Uli Hoeneß. Mittelmäßiger Fußball und glänzende Inszenierung – zwei Dinge, die nicht so recht zusammengehen wollen. Damit es möglichst konfliktfrei zugehen kann am 15. November, fiel wohlmöglich die Entscheidung, besser jetzt als später reinen Tisch zu machen.

Einmal Fremdkörper, immer Fremdkörper

Wenn wir mal ganz ehrlich sind: So richtig gepasst hat es von Anfang an nicht. Die Süddeutsche Zeitung titelte am Montag groß: „Kovac war immer ein Fremdkörper beim FC Bayern“. Um in Zukunft solche Konflikte zu vermeiden, ist es daher wichtig, bei der Wahl des nächsten Trainers genau hinzuschauen. Klar war es eindrucksvoll, wie er die knapp am Abstieg vorbeigeschrammten Frankfurter bis zum Gewinn des DFB-Pokals 2018 führte – gegen die Bayern. Doch Erfolge sind nicht alles. Entscheidend ist, dass Trainer und Verein auch die gleichen Werte, Muster und Antriebsmodelle verfolgen. Ideal wäre demnach eine Kombi aus Hoeneß und Rummenigge.

Gleich und gleich gesellt sich gern

Natürlich heißt es im gleichen Atemzug meist: „… und Gegensätze ziehen sich an.“ Aber ist das wirklich so? Denken Sie mal genauer drüber nach – und schauen Sie sich Ihren engeren Freundeskreis an. Und, was fällt Ihnen auf? Fakt ist, dass wir unbewusst dazu tendieren, uns Menschen zu suchen, die uns ähnlich sind. Vielleicht ist mal einer dabei, der etwas aus der Reihe tanzt und den „Freakfaktor“ hat – das war es dann aber auch. Im Großen und Ganzen fühlen wir uns einfach wohl mit Menschen, die mit uns auf einer Wellenlänge sind.

Und genauso handeln wir auch, wenn es darum geht, Teams im Unternehmen zu bilden. Die Mitglieder einer Mannschaft sollten die gleichen Werte und Antreiber teilen, sonst gibt es schnell böses Blut. Das bedeutet jedoch nicht, dass sich alle wie ein Ei dem anderen gleichen sollen. Eine gewisse Streuung der Persönlichkeiten ist schon erwünscht. Denn wir brauchen in einem Team die Peniblen, die auf die Einhaltung der Regeln pochen. Genauso wie die positiv Verrückten, die vor kreativen Ideen nur so sprudeln. Die Sozialen, die immer alle Geburtstage im Blick haben und so weiter. Die Basis muss jedoch identisch sein – und im Falle des FC Bayern schlicht und einfach „bayerisch“.

Noch nicht genug? Hier gibt es mein Video zum Thema, schauen Sie rein!

Tag der Deutschen Einheit

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-alles bloß florale Fakes?!


Morgen ist es wieder soweit: Der Tag der Deutschen Einheit jährt sich zum 29. Mal. Warum ich mich dieses Themas annehme? Weil ich es für die Zukunft unserer demokratischen Gesellschaft für unabdingbar halte, dass Teilung und Wiedervereinigung nicht in Vergessenheit geraten. Ich habe den Eindruck, dass der 3. Oktober für die Generation Z und noch Jüngere in erster Linie „nur“ noch ein willkommener arbeitsfreier Tag ist, der sich durch seine strategisch günstige Position dieses Jahr im Kalender charmanterweise zum langen Wochenende ausbauen lässt. Das halte ich, gerade mit Blick auf die aktuellen politischen Entwicklungen in den „neuen Bundesländern“, für sehr gefährlich.

Warum ausgerechnet ich glaube, über dieses Thema berichten zu können? Weil ich es selbst miterlebt habe. Als Abiturient habe ich die Willkür an den Grenzübergängen zu spüren bekommen. Auf der Reise nach Sonneberg wurde ich nach stundenlangem Warten bis auf die Unterhose gefilzt – selbst mein Rasierapparat wurde in alle Einzelteile zerlegt. Das muss man sich mal vorstellen … dagegen sind die Kontrollen an Flughäfen heute lachhaft! Am Wochenende nach der Grenzöffnung bin ich nach Berlin gefahren, da für mich klar war: Dort passiert etwas Großes. Ich wollte dabei sein, die Aufbruchsstimmung und gewissermaßen den „Wind of Change“ selbst erleben.

Ohne Kampf, dafür mit Krampf

Aus meiner Sicht ist die Wiedervereinigung Deutschlands ein historisches Ereignis von enormer Tragweite. Denn sie ist das Ergebnis einer größtenteils friedlichen Revolution. Mir ist natürlich bewusst, dass viele persönliche Schicksale eine andere Sprache sprechen. Menschen, die bei Fluchtversuchen ihr Leben gelassen haben. Familien, die auseinandergerissen wurden und Menschen, die ihre Werte verloren haben und ein Leben, wie sie es vorher kannten. Und dennoch: Im Großen und Ganzen ging es ohne großes Blutvergießen. Ohne Kampf, dafür aber mit Krampf.

Und heute? Was ist in den vergangenen 29 Jahren passiert? Ich bin in dieser Zeit häufig im ehemaligen Osten gewesen. Zuerst besuchten wir mit der Familie etwa einmal im Monat Freunde und Verwandte in Ueckermünde. Ich habe selbst mehrere Jahre in Mecklenburg-Vorpommern gelebt. Habe in Rostock und Neubrandenburg gearbeitet und konnte so die innere Zerrissenheit der Menschen selbst miterleben.

Die älteren Semester unter Ihnen werden sich bestimmt noch an die Fernsehansprache von Helmut Kohl am 1. Juli 1990 erinnern, anlässlich des Inkrafttretens der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion. Seiner Ansicht nach war es dieser Schritt, der die Chance und die Gewähr dafür böte, dass sich die Lebensbedingungen im Osten rasch und durchgreifend bessern würden. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir folgende Aussage: „Durch eine gemeinsame Anstrengung wird es uns gelingen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Sachsen und Thüringen schon bald wieder in blühende Landschaften zu verwandeln, in denen es sich zu leben und zu arbeiten lohnt.“

Anpacken statt hinnehmen!

Sorry, aber die versprochenen „blühenden Landschaften“ haben sich eindeutig als floraler Fake herausgestellt. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie nicht trotzdem noch Realität werden können! Ich glaube, dass wir alle etwas von der Geschwindigkeit überrannt worden sind, mit der die Wiedervereinigung auf einmal Realität wurde. Konfliktlösung bedeutet nun mal nicht, ein Pflaster zu kleben und dann ist alles wieder gut. Dinge lassen sich wieder komplettieren und in Ordnung bringen, doch dafür braucht es Mut – und Menschen, die ins Handeln kommen. Zu jammern, dass im Osten alles so schlecht ist, bringt keinen weiter. Ebenso wenig die Wahl dubioser Parteien, die eine scheinbare „Alternative“ bieten … Mein bescheidener Wunsch: Die Nörgler gehen bitte in den Keller – und die Zufriedenen machen stattdessen mal den Mund auf! Erzählt nachfolgenden Generationen, was passiert ist, wie es sich anfühlte. Und vor allem, was getan wurde, um die Kluft zu überwinden. Damit die Faust auch heute wieder zur offenen Hand wird, um ein umfassendes Miteinander möglich zu machen.

Noch nicht genug? Mein Video zum Thema können Sie hier ansehen!

Was erlaube Greta

Portrait zur Vita Christoph Maria Michalski fotografiert von Hergen Schimpf
Schämt Ihr Euch eigentlich nicht?

Aktuell wird in bester Trapattoni-Manier über Greta Thunbergs Rede vor der UN reagiert. Ob in der Presse, in den Social Media oder aus den Mündern von gestandenen, einflussreichen Männern wird plötzlich die Frage aufgeworfen, was sich diese „Göre“ denn bitte erlaube. Dass das ja alles völlig übertrieben sei. Und dass das Mädel doch lieber erst mal wieder zur Schule gehen und das Spielfeld den Erwachsenen überlassen sollte.

Aus meiner Sicht sind diese Reaktionen absolut unsäglich. Ich habe mir die Rede von Greta angesehen. Und ich kann beim besten Willen nicht meckern. Vom Inhalt ist alles klar, die Struktur ist logisch aufgebaut und ihre Argumente sind gut unterfüttert. Während sie spricht, steht ihr ins Gesicht geschrieben, was sie fühlt. Aus rhetorischer Sicht alles top. Und jetzt zeigen Sie mir mal bitte ein paar andere 16-Jährige, die überhaupt den Mut aufbringen würden, sich vor die UN zu stellen – und dann noch den Mund aufbekommen. Hut ab.

Die abwertenden Reaktionen der Menschen zeigen aus meiner Sicht vor allem eins: Unsicherheit. Den Mechanismus, den wir hier beobachten können, setzen wir selbst im Alltag gerne ein: „Sie äußern sich zu Erziehungsfragen. Haben Sie überhaupt Kinder?“ oder „Sie glauben also, dass es einen einfacheren Weg gibt. Haben Sie das selbst schon mal gemacht?“ Kurz gesagt: Wenn uns die Argumente ausgehen, setzen wir auf unser Erfahrungswissen, um den Gesprächspartner darüber zu diskreditieren. Eine fiese Taktik – doch wir greifen in Konflikten nur allzu gerne darauf zurück.

Und dennoch: Ich finde es ziemlich uncool, Greta auf diese Weise die Reife abzusprechen. Und das Verhalten sagt auch einiges über unsere Gesellschaft aus. Ein Mädchen, das Angst um die Chance ihrer Generation auf eine lebenswerte Zukunft hat und das öffentlich artikuliert, bekommt mit Aufforderungen wie „Die sollte mal zum Psychiater!“ eine verbale Ohrfeige verpasst. Gleichzeitig werden fröhlich Fakten verdreht und schöngeredet, Stichwort Erderwärmung. Und alle sind gerührt, wenn erwachsene Menschen weinen, weil zum Beispiel ihr Team Deutscher Meister geworden ist. Dann heißt es plötzlich: „Toll, dass die Männer so zu ihren Gefühlen stehen!“. Geht’s noch?

Aus meiner Sicht hat diese Greta vor allem eins: Recht.

In diesem Sinne – ich habe fertig. Stoßen Sie sich nicht an meinen Denkanstößen!

Noch nicht genug? 

Mit dem Lästermodus im Konfliktkarussell

Portrait zur Vita Christoph Maria Michalski fotografiert von Hergen Schimpf

Gestern wurde mein Telefonanschluss auf die neue IP- Technologie umgestellt. Als ich im sozialen Umfeld erzählte, dass ich beim klassischen Anbieter geblieben bin, schallte es aus allen Richtungen:


„Na dann viel Spaß! Dann 4 Wochen ohne Internet! Klappt sowieso nicht, weil…! Bei meinen Nachbarn hat es ….“.

 ???

Terminfenster eingehalten – 30 Minuten Umbau und Inbetriebnahme – alles funktioniert.

Lästern bedeutet, abfällige Bemerkungen über jemanden oder etwas abzusondern. Also definitiv etwas, was ins Negative zielt und somit eine düstere Emotion beinhaltet. Damit ist es unmöglich, das Lästermaul von der Unrichtigkeit seiner Aussage zu überzeugen und am anderen Ende des Spektrums lohnt es sich nicht, für einen Telekommunikationsanbieter zu kämpfen- der war schließlich mein erstes Aktiendebakel 2002.
Hier erfahren Sie mehr über die 3 Konfliktkategorien.

Mir fallen spontan die drei Siebe des Sokrates ein. Googeln Sie mal!
Meine Kurzversion lautet: Bevor ein Mann Sokrates eine Geschichte erzählen konnte, wurde er mit den Fragen gestoppt „Ist es wahr, was Du mir erzählen möchtest? Ist es gut? Ist es notwendig?“

Ich weiß, dass es ein philosophisches Geplänkel darstellt. Wenn wir die drei Siebe im Alltag und Berufsleben anwenden würden, blieben kaum noch Gespräche übrig. Es wäre seltsam still in deutschen Büroetagen.

Ich sag´damit auch nichts gegen die Ventilfunktion einer Seelenreinigung, gerade an Bratwurstständen und am der Feuerschale muss es manchmal sein- definitv.

Mir geht es um die Frage, ob wir damit nicht unsere eigene Laune verderben und in den negativen Strudel abdriften. Unsere Gedanken formen unsere innere Haltung. Wenn wir schon in der philosophischen Ecke sind- Aphorismus aus dem Talmud:

Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.

Stilvoll gekleidet zu sein und aufmerksamer Umgang mit den Mitmenschen kann auch mal eine Pause haben. Zuhause in Jogginghose, düstere Laune und Kartoffelchips auf dem Sofa sind vollkommen o.k. Auch wenn Karl Lagerfeld meint, das man/frau mit einer Jogginghose die Kontrolle über sein Leben verloren hat. Ich liebe temporären Kontrollverlust. Es geht um die innere Haltung.

Ach noch mal kurz zur Wahrheit. Wenn Sie mich kennen oder schon etwas von mir gelesen haben, wissen Sie, als neugieriger Mensch liebe ich Wahrnehmungsphänomene. Menschen fokussieren sich hauptsächlich auf das, was nicht geklappt hat. Selektive Wahrnehmung halt. Bei wie vielen Tausenden von Telefonumstellungen in Deutschland geht es reibungslos vonstatten? Das ist keine Sondermeldung wert. Der Einzelfall, die individuelle Katastrophe eines Selbstständigen, der durch fehlendes Internet einen Auftrag verliert-darüber schreiben Zeitungen und empören wir uns auf Facebook. Wir schließen von einem Einzelfall auf die Gesamtheit. „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er dann die Wahrheit spricht!“

Ich höre mir die o.g. Gespräche mittlerweile interessiert an, beende sie charmant oder stelle die Hammerfrage „Warum erzählst Du mir das und was soll ich Deiner Meinung nach tun?“ Dann drehe ich mich weg und denke frei nach Jens Corssen

„Du bist ein strahlender Stern und ich habe mir das Gespräch anders vorgestellt!“

🙂

Stoßen Sie sich nicht den Kopf an meinen Denkanstößen!

Stunk ist gut

Portrait zur Vita Christoph Maria Michalski fotografiert von Hergen Schimpf

-jedoch nur im alternativen Kölner Karneval und nicht in den normalen vier Jahreszeiten.


In den sozialen Medien lese ich gerade über Politiker als „Honks“ und „unwürdiges“ Verhalten bei den Koalitionsverhandlungen.
Da werden Vergleiche gezogen und Relationen hergestellt, die mich sprachlos machen. Das will was heißen.

In einem Post werden die Leistung der jetzigen Regierung aufgelistet und variable Maßstäbe angelegt, die mich in ihrer Logik an eine Notiz über einen angeblichen Wissenschaftler erinnern:
Im Jahr 2008 hat ein Wissenschaftler namens William Jostling versucht zu beweisen, dass Krabben mit ihren Beinen hören. Dazu hat er eine Krabbe an geschrien, die daraufhin weg lief. Als nächstes entfernte er die Beine und schrie sie wieder an. Und siehe da sie rührte sich nicht! Womit seine These bewiesen sein sollte.

Ich bin beruflich gerade sowohl im Pflegebereich als auch in Leitungsebenen in Konzernen unterwegs. Wenn ich da mit den allseits bekannten Kommunikationsmodellen auftauche, werden reihenweise die Augen verdreht- „Kennen wir schon/ haben wir hundertmal gehört/ machen wir doch schon/ gibt´s noch etwas Neues!“

Wenn dann im Verlauf die beruflichen Stolpersteine ans Tageslicht kommen, lassen sich die Ursachen auf ganz einfache Extrakte zusammen kochen:

  • mehrere Ebenen einer Botschaft,
  • Mensch und Verhalten trennen,
  • Akzeptanz von unterschiedlichem „Treibstoff“ und
  • Emotionen handhaben.

Führungskraft und Vorbild sein beinhaltet das Tun, das Machen, gerade auch in angespannten Situationen- nicht das Wissen.

…und wenn dann noch die Weisheit verblasen wird:

„Alles was Du denken kannst, kannst Du auch tun!“ dann gilt dabei natürlich der logische Rückschluss-

„Deine Posts materialisieren, wie Du denkst.“

„Wolle mer dat Vernunft rein lasse?“ Tätä, tätä, tätä!

Stoßen Sie sich nicht den Kopf an meinen Denkanstößen!

Beyond Meat: Jetzt geht’s um die (Tofu-)Wurst

Portrait zur Vita Christoph Maria Michalski fotografiert von Hergen Schimpf

Leiden Sie schon unter Fleischscham, weil Sie vor Ihren Veganer-Freunden noch tierische Produkte auf den Grill legen? Mit klaren Spielregeln wird die Grillparty trotzdem ein Erfolg! Tipps für konfliktfreies Grillen gibts hier!


„Woran erkennt man Tesla-Besitzer und Veganer? Sie erzählen es dir ungefragt!“ Klarer Fall: Zwischen Fleischessern und Veganern knistert schnell mehr als nur die Grillkohle. Hier braucht es gegenseitiges Werteverständnis und klare Spielregeln, um die völlige Eskalation zu verhindern.

#Fleischscham?

Angeheizt wird das Thema Veganismus natürlich auch durch die aktuelle Klimadebatte. Keine Frage – gut für die Umwelt ist der massenhafte Verzehr von Discounter-Fleisch definitiv nicht. Studien belegen, dass für ein Kilogramm Rindfleisch über 15.000 Liter Wasser benötigt werden. Für ein Kilo Kartoffeln hingegen nur 100 Liter. Kommt nach #Flugscham jetzt als nächstes #Fleischscham?

Der Deutschland-Launch des veganen Burger Patty von Beyond Meat konnte wirklich zu keinem besseren Zeitpunkt geschehen. Die Zahlen sprechen für sich: Die Aktie des Produzenten geht durch die Decke und verzeichnet gerade ein Plus von 728 Prozent. Das Erfolgszept: Ein Burgerpatty, der nicht nur wie Fleisch aussieht, sondern auch so schmeckt, riecht und ein ähnliches Mundgefühl hat. Soweit, so gut. Natürlich kann man jetzt ketzerisch fragen: Warum braucht es einen veganen Burger, der an Fleisch erinnern soll? Weil Veganer nicht gleich Veganer ist. Entscheidend sind die eigenen Werte: Das kann der Wunsch sein, die Umwelt zu schonen, das Tierwohl – möglicherweise haben auch gesundheitliche Gründe zum Fleischverzicht geführt. Und für diejenigen, die den Geschmack eines saftigen Burgers vermissen, ist Beyond Meat eine tolle Lösung. In punkto Umweltbilanz müssen dann allerdings beide Augen zugedrückt werden, denn die Produktion ist weder nachhaltig noch bio.

„Jeder isst so viel er kann, nur nicht seinen Nebenmann!“

Erinnern Sie sich noch an diesen schönen Spruch aus Kindertagen? So einfach ist es heute bei weitem nicht mehr. Einfaches, gemütliches miteinander Grillen kann schnell eskalieren, wenn die Gemüsespieße zu nah am Fleisch liegen oder die Tofu-Wurst gar mit der Zange gewendet wird, die vorher Spare Ribs in Position gebracht hat … Damit Fleischliebhaber und Gemüsejünger gemeinsam genießen können und Ihre Grillparty nicht zum Desaster wird, habe ich ein paar sofort umsetzbare Tipps für Sie.

Tipps vom Konfliktnavigator: Emotionen berücksichtigen, Regeln aufstellen!

Dass Sie mit Aussagen wie „Hier wird gegessen, was auf den Tisch kommt!“ oder „Auf meinem Grill hat das Tierfutter nichts verloren!“ nicht weiterkommen, dürfte klar sein, oder? Meist beginnt die Diskussion noch vergleichbar harmlos als Debatte. Man erklärt, wieso man auf Fleisch oder insgesamt tierische Produkte verzichtet – oder eben nicht. Allerdings wird sich hier niemand von der Meinung des Gegenübers überzeugen lassen. Und haben sich die Emotionen einmal hochgeschaukelt, wird daraus schnell ein heilloser Streit, in dem mit Begriffen wie „Tiermörder“, „Pflanzenfresser“ und Co. um sich geworfen wird. Was dann folgt, sind meist offener Krieg und unschöne Reaktionen wie Boykott, Verlassen der Grillfeier, nicht mehr miteinander reden und so weiter. Das muss nicht sein!

Sie sehen solch einen Konflikt auf sich zukommen? Dann ersticken Sie das Drama am besten direkt im Keim, indem Sie die unterschiedlichen Werte akzeptieren und Spielregeln für alle Beteiligten aufstellen. Etwa, indem klar definiert wird, dass es auf jeden Fall eine vegane und eine vegetarische Alternative zu Grillwurst und Co. geben wird. Oder dass in der Familie einmal pro Woche ein Gericht aus Bio-Fleisch auf den Tisch kommt, falls der Fleischverzicht eher ökologisch motiviert ist. Und bitte keine spitzen Bemerkungen, da diese direkt Werte angreifen!

Schlussendlich ist und bleibt es Geschmacksache – und darüber lässt sich bekanntermaßen nicht streiten. In diesem Sinne: Guten Appetit und lassen Sie sich Ihren Burger schmecken – egal ob mit oder ohne Fleisch!

Noch nicht genug? Das Video zum Thema gibt’s hier bei Konfliktmanagement TV!