Charaktertest bestanden?

Portrait zur Vita Christoph Maria Michalski fotografiert von Hergen Schimpf

„Die Corona-Krise ist ein Charaktertest!“ Das sind markige Worte mit erheblichem moralischem Drohpotenzial.

Erstmal Wikipedia fragen:

Unter Charakter versteht man traditionell …diejenigen persönlichen Kompetenzen, die die Voraussetzung für ein moralisches Verhalten bilden…auch dessen Temperament bzw. dessen auffällige Verhaltensgewohnheiten.

Wird Charakter genetisch determiniert oder durch die Gesellschaft geformt? Eine uralte Frage, an deren Antwort Vielfalt der Prozentaufteilung ich mich nicht beteilige. Überzeugt bin ich, dass äußere Faktoren wie Erziehung Gesellschaft soziales Umfeld einen prägenden Einfluss haben.

Was sagt also der aktuelle Umgang mit Corona über den Charakter der Gesellschaft aus?

Um es vorwegzunehmen: Vielfalt!

Vom strikten Verfechter staatlicher Kontrollmaßnahmen über vermittelnde Ansätze bis hin zum apokalyptischen Reiter findet sich die ganze Bandbreite in unserer Gesellschaft wieder.

Das ist die Herausforderung.

Sie kennen das beim Einkaufen: Wenn das Verkaufspersonal Ihnen entweder 2 Hosen zum Gala-Dinner-Ausrüstung vorschlägt oder mit elegantem Armschwung in die Weite des Verkaufsraumes zeigt mit den Worten: „Hier finden Sie garantiert etwas!“

Bei letzterem bin ich selbst gefordert. Was steht mir? Gediegen oder mutig? Ökologisch oder billig? Nehme ich noch die 3 Kilo für die coole Hose ab? Ich brauche einen Standpunkt für meine Entscheidung . Gutes Verkaufspersonal führt Sie im Gespräch durch Fragen zur Entscheidung: dies oder da? Das ist für mich hier die Charakterfrage.

Bei mir selbst anfangen, eine Haltung zu haben:

  • Ja, ich habe Angst vor Corona!
  • Ja, für das Gemeinwohl akzeptiere ich persönliche Einschränkungen!
  • Ja, es gibt Menschen, die das anders sehen!
  • Ja, mit diesem diskutiere ich!
  • Ja, extremen Positionen widersetze ich mich!
  • Ja, …

Eine Seitenschlenker muss ich noch machen.

Diese dafür notwendigen Charaktereigenschaften entwickeln sich größtenteils in unserer Kindheit und Jugend. Das Zauberwort dazu heißt Bildung!

Ich habe 0, in Worten Null, Verständnis für die Rumeierei und Experimentierfreude in bildungspolitischen Fragestellungen. Die Früchte diese Dilettantismus fallen uns immer wieder auf die Füße. Für alle, die jetzt Schnappatmung bekommen. Ein Dilettant ist jemand, der sich an einer Sache erfreut, sie nicht professionell betreibt. Davor möge uns der Schutzpatron der studierenden Jugend Aloisius von Gonzaga bewahren.

Also was ist zu tun:

  • Bildungspolitik an den Grundwerten unserer Demokratie ausrichten und darin Schwerpunkte setzen
  • Bürgern und Bürgerinnen selbstverantwortliches Handeln zutrauen
  • Informationspolitik tendenzloser und transparenter gestalten
  • #miteinander

Stoßen Sie sich nicht den Kopf an meinen Denkanstößen!

www.christoph-michalski.de

Katastrophenmüdigkeit- Der Grund für Unvernunft und Rücksichtslosigkeit!

Portrait zur Vita Christoph Maria Michalski fotografiert von Hergen Schimpf
Warum reagieren Menschen so unvernünftig?

Sie tragen keine Masken,…


…halten keine Abstände, feiern Party in den Parks und reagieren aggressiv, wenn man sie darauf anspricht.

Das ist hauptsächlich die Katastrophenmüdigkeit. Wenn permanent Katastrophenmeldungen auf uns einprasseln, stumpfen wir ab. Das aktuell Besondere ist, dass dies schon über einen langen Zeitraum geht. Der Vorfall im Atomkraftwerk Fukushima, der Tsunami in Asien und der Börsencrash- das ging es einmal hoch und dann flachte es wieder ab. Jetzt ist es noch lange nicht zu Ende und kein selbiges in Sicht.

Das Phänomen ist ein Überlebensmechanismus, eine Bewältigungsstrategie der Natur, um dies alles aushalten zu können. Ansonsten würden wir verzweifeln, gelähmt nur noch grübeln.

Wie entsteht das?

Das Phänomen geht auf die 3 Grundbedürfnisse Sicherheit, Zugehörigkeit und Wachstum zurück, wobei Letzteres momentan kein Thema ist. Leider schließen sich Sicherheit und Zugehörigkeit gerade aus. Am sichersten wäre es allein zu Haus, was aber unserem Wunsch nach Nähe, zusammen feiern, Gemeinschaft erleben, entgegensteht.

Wenn Bedürfnisse nicht erfüllt werden, entstehen Angst, Wut, Ärger, Aggression- wie wir es teilweise erleben. Zusammen mit der erwähnten Müdigkeit ist das eine gefährliche Mischung – Menschen werden un-vernünftig.

Was ist zu tun?

Da nehmen wir das Bild von Kreisen zu Hilfe:

    1. Der erste Kreis ist das ICH. ICH muss erkennen, dass es nie wieder so wird wie früher- Digitalisierung, Klimawandel, die neue Wirtschaft. ICH muss lernen, die Widersprüchlichkeiten und Unsicherheiten auszuhalten. Der Begriff dazu heißt Resilienz, die Widerstandskraft. Es bleibt jetzt alles anders!

    1. Der zweite Kreis ist die Familie. Die vorhin genannten Bedürfnisse Sicherheit und Zugehörigkeit im Kreise der Liebsten erfüllen- z.B. in einer Familienkonferenz, einmal am Tag zu einem festen Zeitpunkt: zusammen 5 Minuten nörgeln und dann 10 Minuten kuscheln und reden. Das ist unsere Kraftquelle. Damit wir wach bleiben, lädt die Familie die Batterie auf!

    1. Für den dritten Kreis gilt das Prinzip „Igel“ , biologisch nicht ganz korrekt, dafür einprägsam. Wenn sich Igel schützen wollen, kommen sie zusammen -aber gleichzeitig pieken sie sich mit den Stacheln. Sie müssen die Balance finden von Nähe und Distanz. Das gilt für unsere Nachbarschaft, die Vereine und die Firma. Dies geht nur über Klarheit, Grenzen abstecken, Regeln finden, Konsequenzen akzeptieren.
      In Unternehmen bedeutet das zum Beispiel Homeoffice strukturieren, Aufgabengebiete neu abstecken, Kommunikation neu denken und Abläufe anpassen. Aktion Igel! 🙂

    1. Der vierte Kreis ist die Gesellschaft und die Politik – das läuft absolut unbefriedigend: hin und her, mal links mal rechts, jedes Bundesland und Ministerium, wie es meint:

    • Schließung und Öffnung von Kita, Schulen, Altenheim, Gastronomie, Kultur- und Sportstätten

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      • das Durchsetzen des Mundschutzes in der Deutschen Bahn. Die Bundespolizei ist für die Züge zuständig. Verordnung und deren Durchsetzung liegt in Länderhand. Also -Wer soll es durchsetzen?

      • ….

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So gibt es keine Sicherheit in der Bevölkerung bei den Eigenbrödeleien der Länder- (ich bin versucht, den Rechtschreibkorrekturvorschlag „Eigenblödelei“ stehen zu lassen). Daraus entsteht nur Unsicherheit und Angst.

Das Testen von Urlauber nach deren Rückreise konnte nicht allen Ernstes diskutiert werden? Wir wollen wir die nächste Welle bekämpfen, wenn wieder jeder macht, was er will?
Die Kosten für die Allgemeinheit sind weitaus geringer als die Diskussion um neue Hotspots und gegebenenfalls einzelne Landstriche wieder komplett runter zu fahren.

Noch ein letzter Punkt

Es scheint sich auch einen Wettstreit zu geben- Wer der Erste ist, der reglementiert und wer als erster das wieder aufhebt. Das muss sofort aufhören!
Die gesellschaftlichen Herausforderungen sind größer als die persönliche Eitelkeit einzelner. Die Politiker/innen sind dem Allgemeinwohl verpflichtet.

Ein Blick noch auf die Informationspolitik, die mir sehr ungünstig erscheint.

Der R-Faktor. Wem helfen die täglich veröffentlichen Zahlen? Sie erwecken den Eindruck von Informationen. Wissen sie noch, wie hoch die Zahl gestern war? Obwohl sie sicherlich gelesen haben?

Nehmen wir ein konkretes Beispiel: Die Aussage „Ich sitze bei 35 Grad im Schatten auf meinem Bürostuhl“ ist eine Sachinformation.

    1. Das hört ein Straßenbauer, der gerade die Autobahn teert- Der sagt sich: „Da wäre ich jetzt auch gern!“

    1. Das hört ein Urlauber am Swimmingpool – Der sagt sich: „Arme Socke!“

Die Sachinformation hat bei unterschiedlichen Zuhörern eine komplett andere Wirkung.

Solange solche Kommunikationsfeinheiten ignoriert werden, kommt keine Ruhe und Vernunft in die Bevölkerung. Die Medien sollten sich ihrer Verantwortung als Meinungsbildner stärker bewusst werden und die Pressestellen der politischen Institutionen mutiger und bürgernäher agieren.

Isch habe fertig!

Der Konfliktcode ist geknackt! Wenn Sie Unterstützung bei der Krisenkommunikation suchen – senior@christoph-michalski.de oder 01578.1765683

Stoßen Sie sich nicht den Kopf an meinen Denkanstößen!

Wir brauchen die „Lauten“ UND die „Leisen“!

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Wie Sie Konflikte zwischen intro- und extrovertierten Mitarbeitern zukünftig vermeiden


Meetings, Teamevents, Großraumbüros: Auf den ersten Blick sieht es so aus, als würde die Arbeitswelt den lauten, extrovertierten Menschen gehören. Für die „stillen Wasser“ hingegen wird der Alltag im Büro schnell zum Kraftakt: Oftmals fühlen sie sich von Vorgesetzten übersehen oder haben das Gefühl, dass immer die Extrovertierten die Lorbeeren einheimsen. Fakt ist: Es gibt kaum einen Persönlichkeitsunterschied, der für mehr Unverständnis und Missstimmung im Berufsleben sorgt. Prallen die beiden Pole Intro- und Extroversion aufeinander, fliegen schnell die Fetzen. Und das völlig unnötig! Denn introvertierte und extrovertierte Menschen können zusammen ein echter Gewinn für jedes Unternehmen und sich selbst sein. Vorausgesetzt, es gelingt allen Beteiligten, über den Konflikttellerrand zu schauen.

Emotionen im Blick haben

Haben Sie sich schon mal überlegt, was ein Konflikt eigentlich ist? Neutral betrachtet, handelt es sich dabei lediglich um eine Panne oder ein Problem. Dinge, die jedem von uns passieren können. Zum Konflikt wird die Situation erst, wenn Emotionen ins Spiel kommen. Konfliktmanagement ist demnach reines Emotionsmanagement. Egal ob Wut, Enttäuschung oder Eifersucht: Emotionen in Konflikten zeugen immer davon, dass Bedürfnisse nicht erfüllt werden. In der Regel handelt es sich dabei um Zugehörigkeit, Wachstum oder Sicherheit.

Ein Beispiel gefällig? Zwei Kollegen haben sich auf die intern ausgeschriebene Stelle als Abteilungsleiter beworben – der Extrovertierte bekommt den Job. Und das, obwohl er seinen Kollegen oft ins Wort fällt und seine Projekte eher nach dem Motto „schnell statt ordentlich“ bearbeitet. Hier fühlt sich der introvertierte Mitarbeiter klar übergangen, da er sich als fachlich wesentlich besser qualifiziert wähnt. Sein Bedürfnis nach Wachstum wird also nicht erfüllt – kein Wunder also, wenn es von da an in der Zusammenarbeit mit dem Extro-Kollegen kriselt.

Passende Aufgaben für jeden Mitarbeiter finden

Aus meiner Sicht sind hier Führungskräfte gefragt, genauer hinzuschauen. Denn gerade in der heutigen Zeit kommt es mehr denn je darauf an, dass der richtige Mensch an der richtigen Stelle sitzt. Ich möchte hier allerdings ganz klar nicht von „falsch“ oder „richtig“ sprechen. Lasst uns bitte die Wertung vermeiden! Wählen wir also lieber „günstig“ oder „ungünstig“. Sprich: Um ein erfolgreicher Comedian zu sein, wäre es schon gut, eine gewisse Freude daran zu haben, sich zu produzieren und offen auf Menschen zuzugehen. Als Lektor oder Lagerverwalter würde dieser Mensch hingegen wenig Freude haben, worunter zweifelsfrei auch Motivation und Leistung leiden. Für diese Stelle wäre wiederrum ein Mensch prädestiniert, der einen für sich ordnenden und selbstarbeitenden Stil hat und lieber allein statt im Team arbeitet. Es macht also definitiv Sinn, bei der Aufgabenverteilung auch ein Auge auf die Stärken der Mitarbeiter zu haben und sie bestmöglich einzubinden.

Die Verantwortung dafür sehe ich jedoch keinesfalls bei den Chefs allein, sondern auch bei den „Betroffenen“. Jeder sollte sich selbst fragen, wo seine Stärken liegen. Und was er tun kann, um die Aufgaben zu bekommen, die ihm entgegenkommen. Das bedeutet gerade für die Introvertierten, auch mal über den eigenen Schatten zu springen und den Mund aufzumachen! Also: Nicht schmollen, weil der Chef einem die Präsentation aufgedrückt hat. Sondern stattdessen aktiv ansprechen, dass die Kollegin diese Aufgabe viel lieber übernehmen und man selbst die zuarbeitende Rolle im Hintergrund spielen möchte. Und damit es anschließend keinen Knatsch gibt, wenn sich die Vortragende im Lob sonnt: Ein Dank an die Zusammenarbeit mit dem Intro-Kollegen sollte obligatorisch sein. Auf diese Weise gelingt es, dass auch scheinbare absolut gegensätzliche Menschen konstruktiv und für sich selbst erfüllend für das Unternehmen arbeiten können.