Deutschland steht vor einer seltenen Chance: Nach Jahren politischer Mutlosigkeit bewegt sich wieder etwas. Nicht alles läuft perfekt, sicher nicht. Aber Themen wie Reformstau, Extremismus, Klimakrise, Migration, marode Infrastruktur oder die Aufarbeitung von Corona werden wieder angegangen.
Ob einem jede Entscheidung passt, ist zweitrangig – entscheidend ist: Wir kommen vom Fleck.
Und genau deshalb ärgert mich das Theater auf der politischen Bühne: Statt diese Bewegung zu unterstützen, werden interne Reibereien kultiviert, Eitelkeiten gepflegt und Nebenschauplätze befeuert.
Lasst Merz machen – und haltet euch mal zurück
Ja, Friedrich Merz ist nicht der perfekte Politiker. Muss er auch nicht sein. Kein Mensch, keine Führungskraft glänzt in allen Disziplinen. Aber es bringt uns keinen Millimeter weiter, jede vermeintliche Schwäche öffentlich auszuschlachten, statt das gemeinsame Ziel in den Mittelpunkt zu stellen.
Ich habe selbst erlebt, wie sich eine Mannschaft verhält, wenn der Fokus auf persönlichen Animositäten statt auf der Aufgabe liegt: Nach der Wende übernahm ich als junger, unerfahrener Wessi eine Niederlassung in den neuen Bundesländern. Skepsis, Widerstand, Intrigen – alles inklusive.
Ich habe viele Fehler gemacht, aber ich bin geblieben. Irgendwann hörten die Leute auf, gegen mich zu sein. Sie mochten mich nicht, aber sie erkannten an: Der sorgt dafür, dass der Laden läuft.
Politik und Führung: gleiche Grundregeln
Ob in der Politik, in Unternehmen oder Vereinen: Wer in schwierigen Zeiten führen will, braucht nicht die hundertprozentige Zustimmung aller, sondern das Mitziehen der entscheidenden Akteure.
Das erreicht man nicht, indem man permanent das Trennende hochkocht oder sich in Detailgefechten verliert.
Chancenmanagement heißt: Erkennen, wann Bewegung möglich ist – und dann alle Kräfte in eine Richtung bündeln. Man muss nicht alles gutheißen, was der oder die da oben entscheidet. Aber man muss verstehen, dass ständiges Querschießen nicht zu besseren Ergebnissen führt, sondern nur zur Lähmung.
Mein Appell: Erst machen, dann meckern
Was ich mir von der aktuellen politischen Bühne wünsche, ist einfach:
- Weniger öffentliche Selbstinszenierung, mehr gemeinsames Arbeiten.
- Weniger moralischer Zeigefinger, mehr praktisches Anpacken.
- Weniger Empörungskultur, mehr Ergebnisorientierung.
Merz muss nicht geliebt oder gefeiert werden – genauso wie ich damals nicht geliebt wurde. Aber wenn wir wollen, dass das Land in Bewegung bleibt, dann müssen alle Beteiligten die Energie aus dem Widerstand nehmen und in die Sache stecken.
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Christoph Maria Michalski
Experte bei Sat1 Frühstücksfernsehen und ARD-BRISANT
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Experte FOCUS online mit 5 Millionen Zugriffen
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Diplom-Rhythmiklehrer
Diplom-Pädagoge Erwachsenenbildung und
MSc in IKT-Management
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14.08.2025



