Mentale Übermüdungserscheinungen beim Corona-Virus

Leider wird der Virus nicht müde, sondern bei uns Menschen verändern sich die Reizschwellen.


Ab einem gewissen Maß von schlechten Nachrichten und Katastrophenmeldungen, schaltet der Mensch in einem besonderen Mechanismus der Verharmlosung und des Trotzes.

Der Mechanismus

Damit es auch seriös klingt, macht die Bezeichnung Disaster Fatigue richtig was her.

Sie kennen das von der Süßigkeitenmischung in der bunten Plastiktüte: Sie nehmen Ihr Lieblingsteil daraus, verschließen diese und vermuten, dass es keiner bemerken wird. Dann treibt Sie erneut der Heißhunger zu der Packung. Statistisch wissen Sie, dass die sukzessive Abnahme eines Bestandteils irgendwann auffallen wird. Trotzdem schleichen sie immer wieder zum Tatort zurück und glauben, dass es so funktionieren wird. Dieser Vergleich mag psychologisch vielleicht nicht 100% passen, weil ich gerade unterzuckert bin, skizziert aber das beschriebene Phänomen.

Die Aktualität

Ab einem gewissen Zeitpunkt haben wir uns an die düstere Nachrichtenlage gewöhnt und halten sie für das normal Level. Wir zeigen uns einsichtig für Beschränkungen, doch irgendwann schlägt die Stimmung um. Die Sorgen und Nöte in wirtschaftlichem Zusammenhang werden stärker, die Nerven dünner und daraus erwächst die kollektive Erkenntnis: Es reicht! Bei älteren Generationen hört man dann „Wir haben schon Schlimmeres überstanden!“ und bei den jüngeren verbreitet sich dann Coolness über „Was solls, erstmal Party!“.

Die Quelle

Gestützt wird diese Betrachtung über das Gemeinschaftsprojekt von Universität Erfurt (UE, Leitung), Robert Koch-Institut (RKI), Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation (ZPID), Science Media Center (SMC), Bernhard Nocht Institute for Tropical Medicine (BNITM), Yale Institute for Global Health (YIGH) unter www.corona-monitor.de. Darin werden beunruhigende Parallelen zwischen den Bewegungsdaten der Deutschen und der Zustimmung zu den Lockdown-Maßnahmen konstatiert.

Die Folgerung

Daraus ergibt sich unabdingbar das geschickte Aufsetzen einer zielführenden Krisenkommunikation- Menschen mit Informationen versorgen und gleichzeitig deren geheime Wünsche soweit erfüllen, dass dieser Negativumschwung kontrollierbar ist. Ja, das hat was von „Brot und Spiel“ aus dem alten Rom, ist für die Bewältigung dieser Krise gesellschaftlich absolut notwendig. Die moralische Frage, ob diese Manipulation legitim sei, ist absolut berechtigt und muss aus ethischen Gründen immer im Hinterkopf bleiben. Dagegen ist abzuwägen, wie Deutschland aus dieser existenziellen Krise geführt werden kann.

Der Appell

    1. an die Politiker: Koordinieren Sie auf Bundes- und Landesebene, in den Kommunen und öffentlichen Einrichtungen die Kommunikationsstrategie: Jeder darf natürlich etwas sagen und das jedoch in oben beschriebenem Tenor!

    1. an die anderen Menschen: Bei wenig Ahnung hat, einfach mal die Klappe halten und mit Gerüchten, Vermutungen und Spekulationen sich zurückhalten. In geschlossenen Gruppen von Social Media gibt es genügend Gelegenheiten, sich verbal auszutoben.

So richtig vom Leder darüber zieht der Pandemiker auf YouTube.

Stoßen Sie sich nicht den Kopf an meinen Denkanstößen!

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