Was erlaube Greta

Portrait zur Vita Christoph Maria Michalski fotografiert von Hergen Schimpf
Schämt Ihr Euch eigentlich nicht?

Aktuell wird in bester Trapattoni-Manier über Greta Thunbergs Rede vor der UN reagiert. Ob in der Presse, in den Social Media oder aus den Mündern von gestandenen, einflussreichen Männern wird plötzlich die Frage aufgeworfen, was sich diese „Göre“ denn bitte erlaube. Dass das ja alles völlig übertrieben sei. Und dass das Mädel doch lieber erst mal wieder zur Schule gehen und das Spielfeld den Erwachsenen überlassen sollte.

Aus meiner Sicht sind diese Reaktionen absolut unsäglich. Ich habe mir die Rede von Greta angesehen. Und ich kann beim besten Willen nicht meckern. Vom Inhalt ist alles klar, die Struktur ist logisch aufgebaut und ihre Argumente sind gut unterfüttert. Während sie spricht, steht ihr ins Gesicht geschrieben, was sie fühlt. Aus rhetorischer Sicht alles top. Und jetzt zeigen Sie mir mal bitte ein paar andere 16-Jährige, die überhaupt den Mut aufbringen würden, sich vor die UN zu stellen – und dann noch den Mund aufbekommen. Hut ab.

Die abwertenden Reaktionen der Menschen zeigen aus meiner Sicht vor allem eins: Unsicherheit. Den Mechanismus, den wir hier beobachten können, setzen wir selbst im Alltag gerne ein: „Sie äußern sich zu Erziehungsfragen. Haben Sie überhaupt Kinder?“ oder „Sie glauben also, dass es einen einfacheren Weg gibt. Haben Sie das selbst schon mal gemacht?“ Kurz gesagt: Wenn uns die Argumente ausgehen, setzen wir auf unser Erfahrungswissen, um den Gesprächspartner darüber zu diskreditieren. Eine fiese Taktik – doch wir greifen in Konflikten nur allzu gerne darauf zurück.

Und dennoch: Ich finde es ziemlich uncool, Greta auf diese Weise die Reife abzusprechen. Und das Verhalten sagt auch einiges über unsere Gesellschaft aus. Ein Mädchen, das Angst um die Chance ihrer Generation auf eine lebenswerte Zukunft hat und das öffentlich artikuliert, bekommt mit Aufforderungen wie „Die sollte mal zum Psychiater!“ eine verbale Ohrfeige verpasst. Gleichzeitig werden fröhlich Fakten verdreht und schöngeredet, Stichwort Erderwärmung. Und alle sind gerührt, wenn erwachsene Menschen weinen, weil zum Beispiel ihr Team Deutscher Meister geworden ist. Dann heißt es plötzlich: „Toll, dass die Männer so zu ihren Gefühlen stehen!“. Geht’s noch?

Aus meiner Sicht hat diese Greta vor allem eins: Recht.

In diesem Sinne – ich habe fertig. Stoßen Sie sich nicht an meinen Denkanstößen!

Noch nicht genug? 

Beyond Meat: Jetzt geht’s um die (Tofu-)Wurst

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Leiden Sie schon unter Fleischscham, weil Sie vor Ihren Veganer-Freunden noch tierische Produkte auf den Grill legen? Mit klaren Spielregeln wird die Grillparty trotzdem ein Erfolg! Tipps für konfliktfreies Grillen gibts hier!


„Woran erkennt man Tesla-Besitzer und Veganer? Sie erzählen es dir ungefragt!“ Klarer Fall: Zwischen Fleischessern und Veganern knistert schnell mehr als nur die Grillkohle. Hier braucht es gegenseitiges Werteverständnis und klare Spielregeln, um die völlige Eskalation zu verhindern.

#Fleischscham?

Angeheizt wird das Thema Veganismus natürlich auch durch die aktuelle Klimadebatte. Keine Frage – gut für die Umwelt ist der massenhafte Verzehr von Discounter-Fleisch definitiv nicht. Studien belegen, dass für ein Kilogramm Rindfleisch über 15.000 Liter Wasser benötigt werden. Für ein Kilo Kartoffeln hingegen nur 100 Liter. Kommt nach #Flugscham jetzt als nächstes #Fleischscham?

Der Deutschland-Launch des veganen Burger Patty von Beyond Meat konnte wirklich zu keinem besseren Zeitpunkt geschehen. Die Zahlen sprechen für sich: Die Aktie des Produzenten geht durch die Decke und verzeichnet gerade ein Plus von 728 Prozent. Das Erfolgszept: Ein Burgerpatty, der nicht nur wie Fleisch aussieht, sondern auch so schmeckt, riecht und ein ähnliches Mundgefühl hat. Soweit, so gut. Natürlich kann man jetzt ketzerisch fragen: Warum braucht es einen veganen Burger, der an Fleisch erinnern soll? Weil Veganer nicht gleich Veganer ist. Entscheidend sind die eigenen Werte: Das kann der Wunsch sein, die Umwelt zu schonen, das Tierwohl – möglicherweise haben auch gesundheitliche Gründe zum Fleischverzicht geführt. Und für diejenigen, die den Geschmack eines saftigen Burgers vermissen, ist Beyond Meat eine tolle Lösung. In punkto Umweltbilanz müssen dann allerdings beide Augen zugedrückt werden, denn die Produktion ist weder nachhaltig noch bio.

„Jeder isst so viel er kann, nur nicht seinen Nebenmann!“

Erinnern Sie sich noch an diesen schönen Spruch aus Kindertagen? So einfach ist es heute bei weitem nicht mehr. Einfaches, gemütliches miteinander Grillen kann schnell eskalieren, wenn die Gemüsespieße zu nah am Fleisch liegen oder die Tofu-Wurst gar mit der Zange gewendet wird, die vorher Spare Ribs in Position gebracht hat … Damit Fleischliebhaber und Gemüsejünger gemeinsam genießen können und Ihre Grillparty nicht zum Desaster wird, habe ich ein paar sofort umsetzbare Tipps für Sie.

Tipps vom Konfliktnavigator: Emotionen berücksichtigen, Regeln aufstellen!

Dass Sie mit Aussagen wie „Hier wird gegessen, was auf den Tisch kommt!“ oder „Auf meinem Grill hat das Tierfutter nichts verloren!“ nicht weiterkommen, dürfte klar sein, oder? Meist beginnt die Diskussion noch vergleichbar harmlos als Debatte. Man erklärt, wieso man auf Fleisch oder insgesamt tierische Produkte verzichtet – oder eben nicht. Allerdings wird sich hier niemand von der Meinung des Gegenübers überzeugen lassen. Und haben sich die Emotionen einmal hochgeschaukelt, wird daraus schnell ein heilloser Streit, in dem mit Begriffen wie „Tiermörder“, „Pflanzenfresser“ und Co. um sich geworfen wird. Was dann folgt, sind meist offener Krieg und unschöne Reaktionen wie Boykott, Verlassen der Grillfeier, nicht mehr miteinander reden und so weiter. Das muss nicht sein!

Sie sehen solch einen Konflikt auf sich zukommen? Dann ersticken Sie das Drama am besten direkt im Keim, indem Sie die unterschiedlichen Werte akzeptieren und Spielregeln für alle Beteiligten aufstellen. Etwa, indem klar definiert wird, dass es auf jeden Fall eine vegane und eine vegetarische Alternative zu Grillwurst und Co. geben wird. Oder dass in der Familie einmal pro Woche ein Gericht aus Bio-Fleisch auf den Tisch kommt, falls der Fleischverzicht eher ökologisch motiviert ist. Und bitte keine spitzen Bemerkungen, da diese direkt Werte angreifen!

Schlussendlich ist und bleibt es Geschmacksache – und darüber lässt sich bekanntermaßen nicht streiten. In diesem Sinne: Guten Appetit und lassen Sie sich Ihren Burger schmecken – egal ob mit oder ohne Fleisch!

Noch nicht genug? Das Video zum Thema gibt’s hier bei Konfliktmanagement TV!

Nju Wörk- wie mal wieder eine Utopie verraten wird!

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Nach meinem Rhythmik-Studium fand ich 1989 meinen ersten Job an einer Atem-, Sprech- und Stimmlehrer Schule…

Bewegungslehre und Klavierimprovisation. Da diese staatlich anerkannt war, gab es Noten und somit auch Konferenzen. Als Lehrersohn waren mir diese Konklaven vertraut und alle meine Befürchtungen bewahrheiteten sich live- endlose Diskussionen, nur unterbrochen durch Momente wohliger Schläfrigkeit durch Sauerstoffmangel. Damals äußerte ich mehr im Scherz, Zeugniskonferenzen im Stehen bei offenem Fenster und ohne Getränke durchzuführen.

Kürzlich sah ich eine Sammlung agiler Techniken, darunter Daily-Standup-Meetings: Effiziente Statusmeetings, tägliche Besprechungen im Stehen.

Ich war damals schon ein Nju Wörker- sogar radikaler!

Der austro-amerikanische Sozialphilosophen Frithjof Bergmann begründete so um 1980 seine Sozialutopie, die den Kapitalismus ablösen würde – ein Gegenmodell und nicht Ergänzung und Steigbügelhalter.

Ich treibe mich nun schon mehrere Jahre in dieser Szene herum, in Netzwerken, founders loungen, auf klassischen Thementagen bei Kammern und Verbänden. Und mein Eindruck ist, dass Elemente dieser Idee herausgerissen werden und als ihnen als neues goldenes Kalb zu mehr Umsatz und Gewinn gehuldigt werden.

Kleines Beispiel für diese Kontextverschiebung: Bergmann versteht unter Freiheit nicht Entscheidungsfreiheit zwischen Alternativen, sondern Handlungsfreiheit.

Konsequenterweise müssten alle agilen Unternehmen in genossenschaftliche Modelle umgewandelt werden.

Ne ne, soweit wollen ja nicht gehen! Ein bisschen Rumsrcummen, mobile Arbeitsplätze in Rollcontainern, Meetingsräume im Asia-Look, veganes Mittagessen und die Generation Y und Z durch CarSharing geködert.

Zum Zeitpunkt meiner oben erwähnten Rhythmik-Ausbildung war gerade afrikanisches Tanzen en vogue. Bei einem Workshop fragte ich den Originalleiter, was das für ein Tanz sei, an dem wir uns versuchten. Nach seiner Antwort – Fruchtbarkeitstanz- leerte sich die Aktionsfläche schlagartig.

Kontext ist King

Stoßen Sie sich nicht den Kopf an meinen Denkanstößen!

Osnabrück sieht grün

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Sensation im Landkreis Osnabrück: Die erste grüne Landrätin der Bundesrepublik Deutschland wurde gestern gewählt! Anna Kebschull setzte sich in der Stichwahl klar gegen ihren Mitbewerber, den bisherigen Landrat und CDU-Mann Michael Lübbersmann, durch.


Warum ich Ihnen das als Konfliktnavigator erzähle? Zum einen, weil das schöne Städtchen Melle, das ich meine Heimat nenne, in eben diesem Landkreis verortet ist. Zum anderen, weil diese große politische Überraschung im Landrat garantiert zu interessanten Situationen führen wird.

Konfliktmanagement: Debatten bereiten den Weg für Innovationen

Denn auch wenn Frau Kebschull die Wahl gewonnen hat – eine politische Mehrheit hat sie dennoch nicht. Die Folge: Sie wird Handlungsalternativen finden, in den Diskurs gehen und sicher auch Kompromisse eingehen müssen, um etwas zu bewegen. Manch einer mag jetzt vielleicht denken, dass das ganz schön anstrengend und aussichtslos klingt. Dabei ist es immer auch eine Frage der Sichtweise. Natürlich ist es bequemer, für seine Ideen immer von allen Seiten Unterstützung zu bekommen. Doch die wirklich großen Dinger, die echten Innovationen entstehen meist aus Konflikten. Auch dann, wenn die Mächtigen und die Massen erst mal nicht hinter der Idee stehen. Wissen Sie, was geschah, nachdem der Ingenieur Carl Benz 1886 ein Reichspatent für seinen neuartigen Motorwagen erhielt? Nichts. Kein Mensch wollte so eine Höllenmaschine kaufen. Die überlieferte Aussage von Kaiser Wilhelm II.: „Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung.“ Wie die Geschichte ausgegangen ist, wissen Sie …

Tipp vom Konfliktnavigator

Was das Wahlergebnis außerdem verrät: Dass es enorm wichtig ist, immer in Bewegung zu bleiben und Menschen emotional zu beteiligen, damit eine Idee wachsen kann. Die Grünen hatten im Vergleich zur CDU ein eingeschränktes Wahlkampfbudget und auch nicht den Bonus, bereits im Amt zu sein. Und trotzdem hat es geklappt! Weil Anna Kebschull an die breite Masse appelliert hat, während sich die Etablierten zu sehr darauf verlassen haben, dass die Wähler auch bei der Stichwahl verlässlich zur Urne gehen würden. Weit gefehlt, wie der krasse Abfall der Wahlbeteiligung zeigt.

Was wir uns hier zudem abschauen können: Mit echter Begeisterung für eine Sache lässt sich viel erreichen. Und es kommt in Konflikten nicht darauf an, unbedingt die eigene Meinung ohne Kompromisse durchzudrücken. Der Sinn sollte immer darin liegen, voranzukommen!

Mehr dazu gibt’s im neuen Video auf Konfliktmanagement TV!

Ist das noch klimaneutral

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 Fasst Euch erst mal an die eigene Nase!

Egal, ob ich den Fernseher anschalte oder online eine Nachrichtenseite ansurfe: Greta ist schon da. Und mit ihr die unvermeidlichen Stimmen. Wenn ich mir die Medienresonanz so anschaue, gibt es anscheinend nur schwarz oder weiß und die junge Schwedin wird wahlweise zur Heiligen oder zum Teufel hochstilisiert. Ist sie ein echtes Vorbild – oder ist ihre Reise zur Weltklimakonferenz nur ein abgekartetes PR-Spektakel? Denn immerhin benötigt sie ja vier Rückflugtickets. Und ganz zu schweigen von dem ganzen CO2-Ausstoß, den die begleitenden Journalistenboote produzieren, ebenso wie der zu erwartende Medienrummel inklusive Kamera-Helikopter im Hafen von New York …

Fake-News sind Nährboden für Konflikte

Mal Hand aufs Herz: Haben Sie auf der letzten Gartenparty nicht auch Besteck und Becher aus Plastik benutzt? Oder Strohhalme? Und haben Sie sich nicht auch finanziell an der Kreuzfahrt beteiligt, die die Schwiegereltern zur goldenen Hochzeit geschenkt bekommen haben? Und was ist mit den Karibik-Flitterwochen der besten Freunde? Sie werden sicher gar nicht lange suchen müssen, um Ihre ganz persönlichen „Klimasünden“ aufzudecken. Aber sind es überhaupt welche? Denn solche Verurteilungen fußen in der Regel auf Fakten. Oder sollte ich besser sagen – auf vermeintlichen Fakten? Sicher haben Sie auch schon x-mal gelesen, dass die 15 größten Kreuzfahrtschiffe mehr Dreck ausstoßen als alle weltweit zugelassenen PKW. Soweit, so gut. Tatsache ist allerdings, dass diese Zahl überhaupt nicht nachvollziehbar ist und der Empirie nicht standhält. Das will aber keiner hören. Ist ja schließlich viel bequemer, einen Sündenbock zu haben und mit dem Finger auf andere zeigen zu können. Nicht anders ist es bei den Strohhalmen: Angeblich werden pro Jahr in Deutschland 40 Milliarden Kunststoff-Strohhalme verbraucht. Das macht 485 pro Person pro Jahr, also 1,3 Strohhalme pro Tag. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht – aber so einen exzessiven Strohhalm-Konsum hatte ich bisher in keiner Phase meines Lebens. Egal, lieber entspannt zurücklehnen und den Cocktail auf Instagram posten, der natürlich mit feschen Edelstahl-Trinkhalmen genossen wird. Doch auch diese sind mit Vorsicht zu genießen, wie der unglückliche Fall einer Britin zeigt, die sich durch einen unglücklichen Sturz tödliche Hirnverletzungen zuzog.

Ohne Kompromisse läuft es nicht

Solche Fake-News helfen bei der Entstehung von Parolen, keine Frage. Griffige Bilder, bei denen vom Detail aufs Ganze geschlossen wird. Ob die Details überhaupt stimmen, interessiert leider keinen mehr, wenn der Stein erst mal ins Rollen geraten ist. Und genau dieses Pauschalieren ist der Nährboden für Konflikte.

Der Klima-Konflikt ist eine harte Nuss. Für mich steht fest, wir alle müssen etwas tun. Und zwar sofort. Greta Thunberg bewegt Themen und Menschen. Und sie hat mit ihren 16 Jahren bereits mehr für das Thema Klima- und Umweltschutz erreicht als ich mit meinen 57 Jahren. Das ist wirklich bewundernswert. Wenn jeder seinen Teil beiträgt, können wir unsere Welt deutlich verbessern, davon bin ich überzeugt. Das bedeutet jedoch, dass wir einen Kompromiss eingehen und einen Teil von unserem liebgewonnenen Komfort aufgeben müssen. Wie das aussieht, sollte jeder für sich entscheiden. Der Haken an der Sache: Kompromisse haben kein gutes Image. Weil immer Begriffe wie „Schwäche“ und „nachgeben“ mitschwingen. Völlig zu Unrecht! Wenn Sie 100 Menschen zum Thema Klimaschutz befragen, werden Sie 100 Meinungen bekommen. Eine Lösung ist nur über einen Kompromiss möglich. Kompromisse sind einer der Grundsteine, auf denen menschliches Zusammenleben fußt. Mein Wunsch daher: Tun Sie, was Sie für richtig halten – und lassen Sie andere einfach anders sein. Ganz gleich, ob es schwedische Mädchen, Kreuzfahrer oder engagierte Haarseifen- und Bambuszahnbürstennutzer sind.

Ösi-Beben im Alpenland: Was uns Ibizagate über Konfliktmanagement verrät

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Warum sollten Worte und Taten immer übereinstimmen? Diese Frage stellt sich gerade ganz Österreich in einer schweren politischen Krise. Was Ibizagate mit Konfliktmanagement zu tun hat und was wir uns für das erfolgreiche Gelingen von Projekten in Unternehmen davon abschauen können, erfahren Sie in diesem Artikel.


„An ihren Taten sollt ihr sie erkennen!“ So heißt es schon in der Bibel. Evangelium nach Johannes, um die Klugscheißer-Karte direkt mal zu spielen. Für alle, die am Wochenende nicht so medienaffin waren oder den Fokus eher auf den Eurovision Song Contest oder das Finale von Game of Thrones gelegt haben: Besagtes heimlich aufgenommenes Video zeigt Österreichs inzwischen zurückgetretenen Vizekanzler Heinz-Christian Strache bei unlauteren Machenschaften. Konkret, wie er sich 2017 kurz vor den Wahlen bereit zeigte, als Gegenleistung für verdeckte Wahlkampfgelder öffentliche Aufträge an die angebliche Nichte eines russischen Oligarchen zu vergeben.

Ganz unschöne Sache. Gerade vor dem Hintergrund, was die FPÖ im Wahlkampf so vollmundig versprochen hat. Aber mit ihren Worten haben es Strache und Co. sowieso nicht so genau genommen: Egal ob bei der täglichen Arbeitszeit, beim Zugriff auf Sparguthaben von Arbeitslosen oder beim Datenschutz – Bereits nach wenigen Wochen an der Macht zeigte sich, dass schon jede Menge Positionen, Versprechen und Prinzipien über Bord gegangen waren …

Konfliktmanagement:

Versprochen ist versprochen – und wird nicht gebrochen. Diesen Satz haben die meisten von uns seit Kindertagen im Ohr. Doch sobald Macht in irgendeiner Form ins Spiel kommt, kann sich der ein oder andere plötzlich nicht mehr daran erinnern … Auch ich war ziemlich fassungslos, als ich von der Sache gehört habe. Gleichzeitig hat sich mir jedoch direkt eine Parallele aufgedrängt: Fairness, Empathie, Miteinander – Sie kennen das typische „Geschwafel“ aus Unternehmensleitbildern. Nicht, dass ich per se etwas dagegen hätte. Doch ich habe etwas dagegen, wenn diese in Tinte geflossenen Worte nicht in Taten umgesetzt werden! Was bleibt, sind kraftlose und leere Phrasen. Oder aber es folgen Taten, die sich so gar nicht mit den Worten vereinbaren lassen. So wie bei Strache, bei dem angeblich alles „legal und gesetzeskonform“ ist – in der Realität wird dann aber trotzdem fröhlich manipuliert und beeinflusst. Gibt es im Business oft genug. Da wird erst Fairness vereinbart – und dann der beste Kunde eines Kollegen hinterrücks abgeworben. Nicht gerade die feine englische Art.

Der Tipp vom Konfliktnavigator:

Wussten Sie, dass laut einer Studie des Personaldienstleisters Hays 72 Prozent der Projekte scheitern, weil die Planung nicht realistisch war? Davon können Sie sicherlich auch ein Lied singen. Dabei hat meist alles so gut angefangen: Alle Teammitglieder sind hochmotiviert, To-Dos und die einzelnen Projektschritte werden auf bunten Kärtchen notiert und an das Agile Board geheftet. Der Haken an der Sache: Damit ist noch nichts gewonnen. Worte sind viele gewechselt worden und man hat sich gegenseitig Umsetzungstreue geschworen – höchste Zeit, ins Handeln zu kommen! Erfolg kann erst dann entstehen, wenn die einzelnen Schritte gemeinsam angegangen werden. Das dabei nicht immer alles nach Plan läuft, ist ebenfalls kein Grund zum Verzweifeln. Gemeinsam lässt sich, auch mit Hilfe agiler Methoden wie Scrum und Co., meist ein alternativer Weg zum Ziel finden. Hauptsache, allen packen mit an und lassen auf ihre Worte auch kongruente Taten folgen!

Mein Tipp daher: Vereinbaren Sie Meilensteile, die an die Umsetzung gekoppelt werden. So wird sichtbar, dass der Stein ins Rollen gerät. Ohne echtes Commitment zu den eigenen Worten versickern wohlgemeinte Ansätze schnell im Arbeitsalltag. Ein Meilenstein könnte z.B. sein, die Wohlfühl-Atmosphäre im Unternehmen um zwei Punkte in vier Wochen zu steigern. Dann kommt der nächste Meilenstein: Die Steigerung der Effizienz von Teamsitzungen um drei Punkte. Und so weiter!

Noch nicht genug? Hier gibt’s das Video zum Thema!

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Glyphosat-Keule oder Bio-Luxus?

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Alles eine Frage von Werten und Argumenten


Erinnern Sie sich noch an den Aufschrei, der 2017 durch die Medien ging? Vor ziemlich genau zwei Jahren stimmten 18 der 28 EU-Mitgliedsstaaten zu, die Zulassung des Unkrautvernichters Glyphosat um weitere fünf Jahre zu verlängern. Gerade mal knapp mehr als die Hälfte, aber so ist das mit der Demokratie: Mehrheit ist Mehrheit und diskussionswürdige Themen werden nach klaren Spielregeln beigelegt.

Inzwischen ist es wieder etwas ruhiger geworden, doch in drei Jahren wird das Thema wieder auf den Tisch kommen. Bis dahin schwelt der Konflikt mehr oder minder vor sich hin – zumindest in Deutschland. Anders sieht es auf der anderen Seite des großen Teichs aus: In den USA wird Bayer bereits in Grund und Boden geklagt von Menschen, die Glyphosat für ihre Krebserkrankung verantwortlich machen. Unglückliche Einzelfälle oder klarer Zusammenhang, der zum Umdenken anregen sollte? Fakt ist: Auch, wenn Glyphosat im Verdacht steht, krebserregend zu sein, ist es immer noch das am häufigsten eingesetzte Pestizid weltweit. Warum? Vor allem, weil es praktisch ist.

Arbeitserleichterung oder Umweltsünde?

Ich bin selbst arbeitender Verwalter eines Grundstücks mit fast 1500 m², hauptsächlich grünes Land, also Pflanzen. Somit gibt es bei mir zwangsläufig Phasen im Jahresverlauf, in denen ich auf Knien rutschend Grünzeug aus den Fugen der Terrasse kratze, Unkraut zupfe – vom Vertikutieren zu Saisonbeginn ganz zu schweigen. Da ist die Versuchung schon groß, mithilfe von Chemie den Turbo einzulegen. Einfach draufsprühen und fertig!

Dass hier Fronten aufeinanderprallen, ist nicht zu verhindern: Auf der einen Seite Landwirte, die sich ihre harte Arbeit erleichtern wollen – auf der anderen Seite Menschen, die für den Schutz der Umwelt eintreten. Denn neben dem Krebsverdacht sorgt das Mittel auch dafür, dass durch die Unkraut- und Wildpflanzenvernichtung der natürliche Lebensraum für Insekten und andere Kleinlebewesen zurückgedrängt wird. Ein Konflikt, der nicht mal eben so beizulegen ist. Auf den ersten Blick haben wir es hier mit einer Debatte zu tun. Beide Seiten haben ihre Argumente. Ob es jedoch wirklich möglich sein wird, das Gegenüber durch Informationsaustausch und Argumentation zu überzeugen, ist fraglich. Denn hier geht es nicht nur um nackte Fakten, es kommen auch die unterschiedlichen Wertesysteme ans Tageslicht. Durch diese Zutat wird eine Meinungsaufgabe emotional unweigerlich erschwert. So bleibt also nur das gemeinsame Ringen um Spielregeln übrig – ein langer und intensiver Prozess, der die Bereitschaft voraussetzt, die andere Einstellung zumindest zu respektieren.

Was wiegt schwerer – Argumente, Werte oder die Marktwirtschaft?

Auf den ersten Blick mag die Entscheidung für den nach außen umweltbewussten Großstädter einfach sein: Weg mit dem Teufelszeug! Was es jedoch zu bedenken gilt: Der biologische Anbau benötigt für die Produktion von Feldfrüchten mehr als doppelt so viele Hektar wie der konventionelle, chemieunterstützte Ackerbau. Und das Unkraut muss auch irgendwie weg – per Hand oder neuer Maschine? Sie sehen, diese Argumentationsstrategie ist noch nicht wirklich ausgeklügelt. Zumal das Ganze eine ordentliche Summe kostet. Zwar sind angeblich 74 % der Deutschen bereit, höhere Lebensmittelpreise zu zahlen, wenn auf Glyphosat verzichtet werden würde. Die Realität zeigt jedoch ein anderes Bild: Der Anteil von Nahrungsmitteln aus Bioproduktion beträgt lediglich 5,1 %. Drei von vier Deutschen sind bereit mehr Geld auszugeben – in Wahrheit kauft aber nur jeder 20. Bioprodukte. Weil der Griff ins eigene Portemonnaie dann doch schwerer wiegt als die nach außen getragenen Werte. Sie wissen schon: Jeder ist sich selbst der nächste.

Was heißt das nun für den Glyphosat-Konflikt?

Kommunikation zwischen den beiden Fronten kann nur funktionieren, wenn überhaupt eine grundsätzliche positive Bereitschaft dazu besteht. Der erste Schritt dazu kann sein, den anderen verstehen zu WOLLEN. Dann geht es ans Eingemachte. Wichtig ist darauf zu achten, dass die Emotionen sich nicht verselbstständigen und Vorwürfe die Überhand über eine sachliche Argumentation gewinnen.

In diesem Sinne: Stoßen Sie sich nicht den Kopf an meinen Denkanstößen!

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Schluss mit Rumdruckserei

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Fünf Schritte für den produktiven Einstieg in kritische Mitarbeitergespräche


„Konfliktmanagement? Sowas brauchen wir nicht, hier ist alles in Butter!“ Wirklich? Ich habe im Laufe der Jahre immer wieder die Erfahrung gemacht, dass vielen Führungskräften gar nicht bewusst ist, was genau einen Konflikt ausmacht – und welche unbedachten Verhaltensweisen ihn unter Umständen entstehen lassen. Ein klassisches Minenfeld im Business sind zum Beispiel Mitarbeitergespräche. So lange es gut läuft und gelobt werden kann, ist alles super. Anders sieht es jedoch aus, wenn sich kritisches Feedback nicht mehr vermeiden lässt. Viele Führungskräfte fühlen sich verunsichert und wissen nicht genau, wie sie mit der Situation umgehen sollen. Denn auf der einen Seite wollen sie den Mitarbeiter nicht verletzen – aber ihm oder ihr trotzdem klarmachen, dass etwas nicht in Ordnung war oder sich etwas ändern muss.

Die Folgen sind Ihnen sicher wohlbekannt: Es wird so nebulös um den heißen Brei herumgeredet und rumgedruckst, dass die Botschaft wahrscheinlich niemals richtig ankommt. Oder aber der Chef haut mal so richtig auf den Tisch, weil man das als Boss nun mal so macht. Der Haken an der Sache: Ein dermaßen autoritäres Verhalten verletzt und sorgt eher dafür, dass der Mitarbeiter „dicht macht“ und sich ungerecht behandelt fühlt. Lassen Sie uns also lieber nochmal über Konfliktmanagement reden, einverstanden? Die folgenden fünf Schritte helfen Ihnen dabei, unangenehme Gespräche anzugehen – ohne zusätzliches Öl ins Feuer zu gießen.

1.   Atmen Sie! Auch wenn Sie sich gerade über eine Situation aufregen und den verantwortlichen Kollegen am liebsten sofort in Ihr Büro zitieren würden – lassen Sie es. Es ist wesentlich effektiver, das Mitarbeitergespräch in Ruhe vorzubereiten, anstatt es spontan zu führen. So riskieren Sie nur, dass Sie im Affekt von Ihren Emotionen übermannt werden und die Situation noch mehr eskaliert.

2.   Problem oder Emotion? Jetzt geht es ans Eingemachte: Versuchen Sie, Ihren Ärger außen vor zu lassen und betrachten Sie stattdessen die Ausgangssituation mehr oder minder objektiv. Liegt ein Problem auf sachlicher Basis vor, hat der Mitarbeiter einen nachweisbaren Fehler gemacht – oder ist der Konflikt eher auf Grund nicht erfüllter Bedürfnisse zustande gekommen? So wäre es zum Beispiel möglich, dass die Leistung Ihres Gegenübers zu wünschen übriglässt, weil er sich übergangen fühlt und entsprechend demotiviert ist. Hat er in letzter Zeit etwas in der Art durchblicken lassen? Z.B. Unmut darüber geäußert, dass jemand anders befördert wurde oder ein spannendes Projekt bekommen hat?

3.   Konfliktkategorie bestimmen: Ausgehend von der vermuteten Ausgangslage können Sie dann die Konfliktkategorie bestimmen und sich eine passende Argumentation zurechtlegen. Es geht sicher nicht darum, den Mitarbeiter davon zu überzeugen, dass seine Leistung besser werden muss – eine Debatte ist hier also nicht angebracht. Stattdessen ist das anstehende Konfliktgespräch in der Kategorie „Spiel“ oder „Kampf“ anzusiedeln. Schließlich gibt es klare Regeln für das Verhalten im Job und Anreize wie Provisionen oder Beförderungen wecken ebenfalls den sportlichen Ehrgeiz. Und nur, damit wir uns nicht missverstehen: „Kampf“ soll hier nicht bedeuten, dass das Gespräch als Kampf geführt wird.

4.   Wahrnehmung, Wirkung, Wunsch: Wer direkt mit Vorwürfen in das Gespräch startet, braucht sich nicht zu wundern, wenn der Ausgang wenig produktiv ist. Das gleiche gilt auch für eine völlig unemotionale Handhabe à la „Herr Meier, ich habe mir Ihre Leistungsdaten einmal genauer angeschaut. Und da stelle ich fest, dass Ihre Produktivität im letzten Quartal um 15 Prozent gesunken ist …“ Sie müssen Ihr Gegenüber emotional erreichen – und gleichzeitig deutlich machen, dass Sie das Verhalten nicht verurteilen. Das gelingt Ihnen, indem Sie erst Ihre Wahrnehmung schilden: „Ich habe die Situation gestern so erlebt, dass …“. Dann beschreiben Sie die daraus resultierende Wirkung bei Ihnen: „Das hat mich irritiert / das hat dazu geführt, dass …“ Und zum Abschluss formulieren Sie einen positiven Wunsch: „Ich wünsche mir, dass zukünftig …“

5.   Wfft: Mund halten und auf die Reaktion Ihres Gegenübers warten. Auch wenn Ihnen die Stille unangenehm ist – geben Sie Ihrem Mitarbeiter die Zeit, die er benötigt, um die Informationen zu verarbeiten, sich zu sammeln und eine passende Antwort zu formulieren.

Natürlich ist die Situation damit noch nicht gebannt. Mit 99 prozentiger Wahrscheinlichkeit wird Ihr Gesprächspartner erst einmal versuchen, sich zu rechtfertigen. Sie wissen schon – die Marktlage ist schlecht, der Wettbewerb groß, die Zielgruppe unpassend und so weiter. Lassen Sie diesen Entrüstungssturm kommentarlos an sich vorbeiziehen und hören Sie aktiv zu. Damit verhindern Sie, dass auch auf Ihrer Seite der Rechtfertigungsreflex anspringt. So sind Sie auf jeden Fall auf dem richtigen Weg, die Situation produktiv für beide Seiten zu lösen.

Nehmen Sie die Konflikte, wie Sie fallen! Mehr zum Thema erfahren Sie auf www.christoph-michalski.de, ich freue mich über Ihren Besuch.