Es reicht – so wird es in/die Zukunft nicht gehen

Portrait zur Vita Christoph Maria Michalski fotografiert von Hergen Schimpf

Ich bin Dipl.-Musikpädagoge und Dipl.-Pädagoge Erwachsenenbildung. Seit 30 Jahren verdiene ich in der Aus- und Weiterbildung mein Geld. Also mit Leib und Seele Pädagoge.


Und jetzt ist gerade mal das Fass wieder am Überlaufen. Die Trainer und Coachingszene hoppelt gerade wieder der Disruption und Digitalisierung hinterher, entwickelt nur neue Methoden, die alter Wein in neuen Schläuchen darstellen – 4 Ohren Modell 5.0 – und glauben durch hippe Methodik, Zukunft mitgestalten zu können. Ach so, dazwischen gibt es alles mit Neuro, dann einander Anfassen, alleine achtsam sein und dann muss es auch noch agil sein.

2008 kann das Buch „Die Weiterbildungslüge“ von Richard Gris heraus. Die Szene bäumte sich auf und machte nach dem Abebben genauso weiter. Seit 1959 hat Donald Kirkpatrick vier Stufen der Erfolgskontrolle vorgestellt. Stufe 1: Zufriedenheit, Stufe 2: Lernen, Stufe 3: Verhalten und Stufe 4: Ergebnisse.

Wen es interessiert, welche Korrelation die vier Stufen miteinander haben, empfehle ich ein Video von Prof. Kanning aus Osnabrück, der darin auch Pferde-Coaching beleuchtet.

Später anfangen, früher aufhören, Mittagspause überziehen, lustige Videos zeigen und Versicherungstipps geben- so gelangte ich an ausgezeichnete Seminarbewertungen. Dann noch schnell ein paar Lernsätze zum Seminarablauf- damit konnten dann auch die Vorgesetzten mit ihrer Frage „Hat´s was gebracht?“ zum Kopfnicken gebracht werden. Den sich selbst erfüllende Prophezeiungskreislauf kann sich jeder selber vorstellen.

Digitalisierung

1995 war ich EU-Stipendiat in einer Fortbildung „Medientechnikpädagoge“, in dem wir Lernprogramme mit Authorware hergestellt und mittels B- Kanalbündelung (ISDN, wem das noch etwas sagt!) Fernseminare aufgesetzt haben. Wenn ich jetzt 23 Jahre später drauf gucke, oh oh oh… An alle, die jetzt gerade scharf einatmen wollen- ich habe 2004 einen Professional Master of Science (MSc) Informations- und Kommunikationstechnologie-Management an der Donau- Universität Krems erworben und bin Gründungsgesellschafter eines Startup zum Thema Digital Leadership- also voll im Saft.

Weg von Tagesveranstaltungen, Umsetzungsorientierung in Arbeitsalltag trotz Routinen und normalen Stress, selbstbestimmtes Lernen unter Berücksichtigung der Lerntypen- es gibt viel zu tun, eine neue, digitale Didaktik zu kreieren. Wohl wissend, dass diese genauso destruktiv und agil sein muss wie das Umfeld.

Achtung Produktplatzierung!! Ich habe einen Konfliktkoffer entwickelt, mit dem Interessierte in einem zwölf Wochen Trainingsprogramm Konflikt-Navigation lernen. Inspiriert wurde ich durch meine eigene Trainingserfahrung in der Vorbereitung auf den Berlin-Marathon 2018. Mithilfe von Sportmedizin und einer Profitrainerin habe ich mich in zwölf Wochen von einem ambitionierten Hobbyläufer zum Marathonfinisher entwickelt. Ich bin auf die Minute genau die Zeit gelaufen, die auf meinen Trainingszustand prognostiziert wurde.

Damit wird auch deutlich: Disziplin, professionelle Anleitung und Wille sind Grundvoraussetzung für den Erfolg. Mögen die Personalentwickler den Unternehmen den Mut haben, differenzierter daran zu gehen. Weiterbildung nach dem Gießkannenprinzip hat seine Grenzen. Inhomogene Gruppen, unterschiedliche Reifegrade der Mitarbeiter verschiedene Umsetzungsszenarien im Arbeitsalltag und vieles mehr, stellen die Herausforderung der Zukunft dar.

Nicht jeder der will, kann auch und nicht jeder der kann, will auch! Unsere Aufgabe ist es, möglichst vielen möglichst viel zu ermöglichen!

Stoßen Sie sich nicht den Kopf an meinen Denkanstößen!

Mentale Übermüdungserscheinungen beim Corona-Virus

Portrait zur Vita Christoph Maria Michalski fotografiert von Hergen Schimpf

Leider wird der Virus nicht müde, sondern bei uns Menschen verändern sich die Reizschwellen.


Ab einem gewissen Maß von schlechten Nachrichten und Katastrophenmeldungen, schaltet der Mensch in einem besonderen Mechanismus der Verharmlosung und des Trotzes.

Der Mechanismus

Damit es auch seriös klingt, macht die Bezeichnung Disaster Fatigue richtig was her.

Sie kennen das von der Süßigkeitenmischung in der bunten Plastiktüte: Sie nehmen Ihr Lieblingsteil daraus, verschließen diese und vermuten, dass es keiner bemerken wird. Dann treibt Sie erneut der Heißhunger zu der Packung. Statistisch wissen Sie, dass die sukzessive Abnahme eines Bestandteils irgendwann auffallen wird. Trotzdem schleichen sie immer wieder zum Tatort zurück und glauben, dass es so funktionieren wird. Dieser Vergleich mag psychologisch vielleicht nicht 100% passen, weil ich gerade unterzuckert bin, skizziert aber das beschriebene Phänomen.

Die Aktualität

Ab einem gewissen Zeitpunkt haben wir uns an die düstere Nachrichtenlage gewöhnt und halten sie für das normal Level. Wir zeigen uns einsichtig für Beschränkungen, doch irgendwann schlägt die Stimmung um. Die Sorgen und Nöte in wirtschaftlichem Zusammenhang werden stärker, die Nerven dünner und daraus erwächst die kollektive Erkenntnis: Es reicht! Bei älteren Generationen hört man dann „Wir haben schon Schlimmeres überstanden!“ und bei den jüngeren verbreitet sich dann Coolness über „Was solls, erstmal Party!“.

Die Quelle

Gestützt wird diese Betrachtung über das Gemeinschaftsprojekt von Universität Erfurt (UE, Leitung), Robert Koch-Institut (RKI), Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation (ZPID), Science Media Center (SMC), Bernhard Nocht Institute for Tropical Medicine (BNITM), Yale Institute for Global Health (YIGH) unter www.corona-monitor.de. Darin werden beunruhigende Parallelen zwischen den Bewegungsdaten der Deutschen und der Zustimmung zu den Lockdown-Maßnahmen konstatiert.

Die Folgerung

Daraus ergibt sich unabdingbar das geschickte Aufsetzen einer zielführenden Krisenkommunikation- Menschen mit Informationen versorgen und gleichzeitig deren geheime Wünsche soweit erfüllen, dass dieser Negativumschwung kontrollierbar ist. Ja, das hat was von „Brot und Spiel“ aus dem alten Rom, ist für die Bewältigung dieser Krise gesellschaftlich absolut notwendig. Die moralische Frage, ob diese Manipulation legitim sei, ist absolut berechtigt und muss aus ethischen Gründen immer im Hinterkopf bleiben. Dagegen ist abzuwägen, wie Deutschland aus dieser existenziellen Krise geführt werden kann.

Der Appell

    1. an die Politiker: Koordinieren Sie auf Bundes- und Landesebene, in den Kommunen und öffentlichen Einrichtungen die Kommunikationsstrategie: Jeder darf natürlich etwas sagen und das jedoch in oben beschriebenem Tenor!

    1. an die anderen Menschen: Bei wenig Ahnung hat, einfach mal die Klappe halten und mit Gerüchten, Vermutungen und Spekulationen sich zurückhalten. In geschlossenen Gruppen von Social Media gibt es genügend Gelegenheiten, sich verbal auszutoben.

So richtig vom Leder darüber zieht der Pandemiker auf YouTube.

Stoßen Sie sich nicht den Kopf an meinen Denkanstößen!

NEIN- nicht die nächsten 1000 Tipps für Heimarbeit- BITTE

Portrait zur Vita Christoph Maria Michalski fotografiert von Hergen Schimpf

NEIN- nicht die nächsten 1000 Tipps für Heimarbeit- BITTE

Wir alle werden geflutet von Ratschlägen für ein gutes Homeoffice. Statt die nächsten 1000 einzuläuten,


präsentiere ich meine 5 K-to-K Punkte, die helfen, ein gemeinsames Verständnis aller Beteiligten zu entwickeln. Fangen wir vorn an:

Die 5 K sind

    1. Kontrakt

    1. Kapseln

    1. Kontakt

    1. Kontinuität

Beim Kontraktieren geht es um alles, was Rahmenbedingungen mit Fragezeichen (die ich mir spare) beinhaltet: Versicherungsfragen und Unfallschutz/ Haftung, wenn der Kakao des Kindes über die Tastatur läuft/ wenn etwas privates oder Firmeneigentum kaputt geht/ wer macht welche Anschaffungen, bestellt bzw. bezahlt diese und wem gehört dann was/ sind das geldwerte Vorteile, die versteuert werden müssen/ welche Versicherungen werden zusätzlich abgeschlossen/ wer sorgt mit welchen Maßnahmen für Datensicherheit und Schutzmaßnahmen gegen unbefugte Nutzung vor Ort/….

Beim Kapsulieren geht es um die Trennung von Familie und Job während der Arbeitszeit: Welche Regeln gibt es, damit die Arbeit dem sozialen Umwelt gerecht wird: Zettel an der Tür, Zettel unter der Tür durchschieben und Papa/Mama entscheidet dann, wann sie darauf reagieren? Welche Rituale gibt es, wenn Papa/Mama ins Büro geht- mit Musik und Konfettiregen- und wieder herauskommt? Wie werden die Pausen unterhaltsam für Wohnngsinsassen gestaltet? Welchen Priorisierungscode gibt es vom Arbeitsgeber, um die Dringlichkeit einer Aufgabe zu signalisieren?

Beim Kontaktieren geht es um die soziale Komponente, der Verbundenheit in der Entfernung: Ein Guten Morgen Anruf, Klöncall vor dem Mittag, Klatschchat, online Meeting mit einer emotionalen Blitzlichtrunde starten, Befindlichkeitsskala als aktuelles Bild in die Kamera einblenden.

Beim Kontinuieren geht es um die Stichworte Geduld, Toleranz, Flexibilität und den Empfindlichkeitsregler runterstellen, sodass eine gleichmäßig effiziente Zusammenarbeit auf Dauer möglich ist.

So das war, was sich hinter den 5 K verbirgt. Jetzt kommen wir zu der Frage, was das mit dem K-to-K auf sich hat. Das ist der eigentliche Grund für diesen Artikel. Von einer Seite und von der anderen Seite, nur so kann es gehen. Alle reden von Kollaboration, New Work, flachen Hierarchien, kurzen Wegen. Dafür ist das Homeoffice ein wunderbares Lernfeld, um das miteinander auf die Kette zu kriegen: Klartext reden, Argumente austauschen, Kompromisse finden, fair verhandeln, ins Tun kommen und immer weiter optimieren.

1994! habe ich eine Fortbildung zum Medientechnikpädagogen als Stipendiat des ESF -Fonds absolviert- 2 B-Kanäle bei ISDN bündeln und Telearbeitsplätze einrichten. Puh, da waren wir also schon mal!

Auf das sich Homeoffice nicht in der Anschaffung von Büromaterial und Bandbreite erschöpft, sondern eine konstruktive Form der realen Arbeitswelt nach Corona bleibt.

Stoßen Sie sich nicht den Kopf an meinen Denkanstößen!

Konflikt und Kreativität

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Warum sie mit „Prost“ zusammenhängen und mehr gemeinsam haben als nur das „K“ am Anfang


Wenn man dann noch Innovation hinzu nimmt- diese Worte stehen nicht zufällig im Alphabet so dicht beieinander :-).

Die Bedeutung
Die prägnanteste Definition von Kreativität ist für mich- Vorhandenes neu zu kombinieren. Das benötigt Wissen, Handwerk und künstlerisches Fühlen.

Idee statt Material
Ich war Zauberlehrling im magischen Zirkel von Deutschland und habe die Grundprinzipien der verschiedenen Zaubersparten gelernt und mich monatelang darin geübt. Als vollwertiges Mitglied habe dann angefangen, eigene Zaubereien zu erfinden- einerseits aus der Not heraus, dass es keine geeigneten Materialien für meine eigenen Ideen gab und andererseits aus Geldgründen, da man bei einem Zaubertrick das Knowhow kauft, nicht die Utensilien.

Start- und Zielpunkt sind Leiden
Ausgangspunkt von Kreativität ist also immer entweder Unzufriedenheit mit dem Status quo, der Wunsch nach Entwicklung oder eine Mischung aus beidem.
Wenn Thomas (Alva Edison) die funselige Fackel nicht gestört hätte, gäbe es heute keine Leuchtmittel. Wenn der Koffer zum Tragen nicht zu schwer geworden wäre, gäbe es keine Koffer-Trolleys. Also entsteigt Kreativität letztendlich einem Konflikt. Gleichzeitig beschwört er denselben heraus. Der Motor eines Elektroautos besteht aus 170 Teilen statt wie kraftstoffgetrieben aus 1200 Teilen. Die Folgen für die Zulieferindustrie werden eklatant sein und auch gesellschaftliche Veränderungen heraufbeschwören. Innovation bedeutet, die alte Haut abzustreifen, wie beim Häuten der Schlange.

Die Gemeinsamkeiten von Kreativität und Konflikt sind also

  • Spannungsfelder aushalten, innerer Druck und unbequemer Zeitgenosse sein
  • Ergebnisse kommen nur über try&error, stufenweise im Prozess, mit Rückschritt und Verzweiflungsanfällen
  • die Frage des richtigen Zeitpunkt und Timings ist elementar und entscheidend

Der Nutzen
Kreativität bedeutet, sich Alternativen zu erarbeiten, Szenarien der Reaktion sich zu überlegen und so zu einer angemessenen Handlung auf äußere oder innere Einflüsse zu kommen.
Das sind dieselben Ansprüche wie beim Konflikt! Kreativität und Konflikte sind 1 % Inspiration und 99 % Transpiration- in Abwandlung des Zitates von besagtem Thomas.

Hochprozentiges zum Schluss
Für alle Autoren hier noch ein Alibi- „Die chemische Analyse der sogenannten dichterischen Inspiration ergibt neunundneunzig Prozent Whisky und ein Prozent Schweiß.“ – William Faulkner. Prost!

Wer noch nicht ausreichend Spirituoes oder -elles genossen hat, dem empfehle ich abschließend die Konflikt-Bibel.

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Homeoffice ist keine Frage der Technik

Portrait zur Vita Christoph Maria Michalski fotografiert von Hergen Schimpf

„Chef, kann ich nächsten Dienstag mal Zuhause arbeiten? Der Heizungstechniker hat sich angekündigt …“ Einmal ein Auge zudrücken werden wahrscheinlich die meisten Chefs in dieser Situation. Sobald Mitarbeiter jedoch mit dem Wunsch nach regelmäßigem Homeoffice auf sie zukommen, herrscht schnell dicke Luft. Aber warum eigentlich?

Ich möchte als älteres Semester mal eins ganz deutlich sagen: Der Wunsch nach Homeoffice ist keine Nebenwirkung der Digitalisierung. 1994 habe ich eine Fortbildung zum Medientechnikpädagogen gemacht. Und als Bildungsträger haben wir damals bereits Fortbildungen angeboten, die darauf abzielten, unter anderem Müttern mit kleinen Kindern auf diese Weise den Wiedereinstieg ins Arbeitsleben zu ermöglichen. Und das zu einer Zeit, als Internet bedeutete, dass zwei B-Kanäle eines ISDN-Telefonanschlusses gebündelt wurden. Und man sich getrost mehrere Tassen Kaffee holen konnte, bevor sich eine Website gefühlt Pixel für Pixel aufgebaut hatte.

Zu teuer, zu kompliziert, zu unsicher

Fragt man Führungskräfte, stehen meist immer die gleichen Gründe auf der Anti-Homeoffice-Liste: die Kosten für die zusätzliche technische Ausrüstung, der Umgang mit sensiblen Daten außerhalb der Firma – und was ist überhaupt mit dem Arbeitsschutz? Ganz ehrlich: Was 1994 schon machbar war, sollte heute Kindergeburtstag sein. Jeder Mitarbeiter hat heute einen brauchbaren Internetanschluss und einen PC oder Laptop zuhause. Lassen Sie uns also zum Kern vordringen: Der entscheidende Punkt, um den es bei der Debatte um Homeoffice und Telearbeit wirklich geht, ist Vertrauen. Das Vertrauen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und auch das Vertrauen des Arbeitnehmers in sich selbst.

Dezentrales Arbeiten ist heute eigentlich ein Klacks. Es gibt Zeiterfassungssysteme. Und es sollte auch nicht so schwer sein, genaue Absprachen zu treffen, wann eine bestimmte Aufgabe erledigt sein soll. Wann und vor allem wo der Mitarbeiter sich darum kümmert, kann dem Chef doch dann egal sein. Das bedeutet jedoch, dass er oder sie in der Lage sein muss, loszulassen. Genug Führungskräfte trauen ihren Mitarbeitern immer noch kein selbstständiges Denken und Arbeiten zu und würden am liebsten alles selbst machen, wenn sie könnten. Entscheidend ist hier vor allem, dass die Beteiligten miteinander reden. Macht den Mund auf, sagt, welche Wünsche und Erwartungen Ihr habt – und probiert es dann einfach aus! Jeder Versuch macht klug. Homeoffice nur auf Grund von Vorurteilen oder eigenen Hirngespinsten abzulehnen, ist kein kluger Schachzug. Vor allem nicht in den heutigen Zeiten des Fachkräftemangels und dem immer größer werdenden Bedürfnis nach Work-Life-Balance und der Vereinbarkeit von Arbeit und Familienleben. Arbeit ist ein Miteinander, kein Gegeneinander!

Klare Vereinbarungen treffen – mit sich selbst und anderen

Zum Schluss möchte ich noch kurz auf das Thema „Vertrauen in sich selbst“ eingehen. Ich bin seit 10 Jahren selbstständig. Glauben Sie mir: Ich weiß, welche Verlockungen im Laufe eines Tages so auftauchen. Egal ob Einkaufen gehen, das Bad putzen oder die Gartenmöbel mit dem Hochdruckreiniger bearbeiten – es gibt Tage, an denen erscheinen alle diese Aufgaben verlockender als die eigentliche Arbeit. Stark bleiben! Und das gilt auch für den Umgang mit der eigenen Familie. Die Heimarbeitszeit muss ernst genommen werden. Legen Sie klare Zeiten fest oder vereinbaren Sie deutliche Zeichen wie ein Schild an der Tür. Nicht stören heißt dann nicht stören. Und nicht: „Schatz, kannst du nicht mal eben …?“

Mir ist bewusst, dass diese Arbeitsweise nicht für jede Persönlichkeit geeignet ist. Das muss man aber erst einmal herausfinden – idealerweise mit der Unterstützung des Arbeitgebers. In diesem Sinne: Gehen Sie mutig voran! Besprechen, probieren, auswerten – und dann neujustieren. Es ist eigentlich ganz einfach, wenn alle Beteiligten miteinander reden.

Noch nicht genug? Auf meinem YouTube-Kanal „Konfliktmanagement TV“ gibt es das Video zum Thema!

Man muss nicht jeden Mist unterschreiben!

Portrait zur Vita Christoph Maria Michalski fotografiert von Hergen Schimpf

Erschreckende Erkenntnisse über die Koalitionsverhandlungen


Von diesen Verhandlungen berichten Insider, dass „man sich erst mal drei Tage die Wahlprogramme vorgelesen hat!“.

Mit Erstaunen las ich dann am 1.12.2017 in der Neuen Osnabrücker Zeitung ein Interview mit einer Generalsekretärin, die sinngemäß äußerte: „Mit Zielen hätte es vielleicht funktioniert!“
Mir schaudert es, wenn Verhandlungen über unsere Regierungsbildung scheinbar derart ziellos geführt werden. Auch nach zweimaligen schmerzhaften Kniffen in Oberarm und Schenkel wollten die Leseeindrücke sich nicht relativieren.

FASSUNGLOSIGKEIT!

Wie will man jemanden überzeugen, in einer stilvollen Debatte, wenn keiner formulierten Ziele gibt? Das Akronym SMART aus dem Projektmanagement hängt allen Trainern und Teilnehmern an Seminaren mittlerweile zum Hals raus. Selbst beim Spiel braucht man Ziele und Strategien, Spielzüge und Durchhaltevermögen.

Die Augen müde vom Schmerz, glitten sie weiter zurück zur Überschrift. Toxisch schon angehaucht, brannte sich die Überschrift in der Retina fest „Man muss nicht jeden Mist unterschreiben!“
Ich kriege es nicht scharf, welchen Grund es geben kann, die Vorschläge und Meinungen anderer als Mist zu bezeichnen; sie damit abzuwerten, lächerlich zu machen im wahrsten Sinne des Wortes in den Dreck zu ziehen.

Ich vermisse ganz klar die Seriosität in der respektvollen Haltung anderen politischen Parteien gegenüber. Wieder haben Trainer und Teilnehmer Tränen in den Augen, wenn sie an die qualvollen Monologe der Profis über gewaltfreie Kommunikation oder respektvolle Kommunikation denken. Mit solchen Formulierungen diskreditiert sich ein Gesprächspartner gegenüber den andern beim Verhandeln auf Augenhöhe.

Von anderen Parteien bin ich solche rhetorischen Kniffe unter der Toleranzschwelle gewöhnt; die hatten bisher noch kein Mandat für eine Regierungsbildung erhalten.

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Burnout als Krankheit anerkannt – Schade

Portrait zur Vita Christoph Maria Michalski fotografiert von Hergen Schimpf

Das war letzte Woche DIE Schlagzeile schlechthin – WHO erkennt Burnout als Krankheit an! Was ich dazu sage: Schade! Doch bevor Sie sich jetzt direkt aufregen und darüber ereifern, was der Michalski für ein gefühlloser Trampel ist – Moment.


Lassen Sie mich erst mal die Fakten geraderücken. Tatsächlich ist die WHO zurückgerudert, nachdem sie zunächst von Burnout als Krankheit sprach. Das stimmt so nicht mehr, Burnout wird vielmehr als Syndrom anerkannt werden. Und nicht ab sofort, sondern erst ab 2022, wenn der neue Katalog ICD-11 in Kraft tritt.

Warum ich mich aufrege? Ganz einfach: Ich sehe eine große Gefahr darin, Burnout auf diese Weise im Volksmund als Krankheit anzuerkennen – auch wenn das auf dem Papier nicht stimmt. Denn so ist mancher unsensible Arbeitgeber zukünftig schnell geneigt, abwehrend die Hände zu heben und sich aus der Verantwortung zu stehlen. Frei nach dem Motto: „Krankheit? Damit habe ich doch nichts zu tun …“ Ungefähr so, wie wenn sich ein Mitarbeiter erkältet und fiebrig ins Büro schleppt. Ist ja Sache des Mitarbeiters, den viralen Befall hat der Chef schließlich nicht zu verantworten.

Aus meiner Sicht droht uns dadurch eine fatale Verschiebung der Beteiligungsraten bei der Entstehung von Burnouts. Denn ein Burnout springt einen sicher nicht von allein an – und es ist auch nicht via Tröpfcheninfektion übertragbar. Zahlreiche Studien belegen, dass das Gefühl des Ausgebranntseins vor allem aus chronischem Stress am Arbeitsplatz resultiert. Und dafür sind Führungskräfte definitiv verantwortlich! Wer Menschen führt, gibt ihnen nicht nur Aufgaben und nickt Ergebnisse ab, sondern trägt auch die Verantwortung für die körperliche und seelische Gesundheit seiner Mitarbeiter.

Konfliktmanagement

Und was sorgt für Unwohlsein am Arbeitsplatz? Natürlich Konflikte! Sie müssen kein Psychologe sein um zu erkennen, dass das Leistungsvermögen und die Stimmung sinken, wenn das Team entzweit ist, Kollegen Kleinkriege austragen oder sogar gemobbt wird. Und nicht nur bei der Belegschaft sinkt das Wohlbefinden, sondern auch in der Kasse: Die KPMG-Konfliktkostenstudie von 2009/2012 geht davon aus, dass 10 bis 15 Prozent der Arbeitszeit für Konfliktbewältigung verbraucht wird und dass sich die Summe der Konfliktkosten auf mindestens 20 Prozent der gesamten Personalkosten beläuft. Nur, dass wir mal drüber gesprochen haben. Das ist kein Kavaliersdelikt. Hier herrscht dringender Handlungsbedarf für alle, denen die Gesundheit ihrer Mannschaft am Herzen liegt! Dass es nicht damit getan ist, einen Mediator zu bestellen, der den Konflikt beilegt, sollte klar sein.

Tipp vom Konfliktnavigator

Die Anerkennung von Burnout als Syndrom ist ein Schritt – entscheidend ist, wie es an dieser Stelle damit weitergeht. Betriebliches Gesundheitsmanagement ist so ein Thema, das in der letzten Zeit oft in einem Atemzug mit Burnout genannt wurde. Aus meiner Sicht ein Schritt in die richtige Richtung – vorausgesetzt, hier geht es nicht nur um Obstkörbe, eine Jogginggruppe und ein Nichtraucherseminar. Was hier nötig ist, ist ebenso eine grundlegende Veränderung im Umgang mit Konflikten in Unternehmen. Ich bin überzeugt davon, dass die Etablierung einer umfassenden Konfliktsystematik in Unternehmensleitbildern und natürlich in den Köpfen aller Beteiligten einen signifikant positiven Einfluss auf die Zahl von Burnout-Erkrankungen hat.

Noch nicht genug? Hier gibt’s das Video zum Thema!

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Corona Marketing

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Ich meine damit nicht virales Marketing!


Ich war in der letzten Woche auf verschiedene Veranstaltungen und da haben sich so 2 Typen A und B heraus kristallisiert. Typ A auf der einen Seite beinhaltet peinliches Schweigen, keiner redet darüber, alle sind so bemüht, Normalität vorzutäuschen- aber alles mit einem peinlichen Gefühl, teilweise schon ein bisschen Trotz dabei nach dem Motto: Lasst uns das jetzt trotzdem machen. Eine beklemmende Atmosphäre im ganzen Saal.

Auf der anderen Seite Typ B, bei dem in der Erinnerungsmail an die Besucher offensiv vorgegangen wurde: „Ja wir wissen um die Situation und haben da so ein paar Verhaltensideen, die wir ihn für heute gerne an die Hand geben möchten – im wahrsten Sinne des Wortes.“ Dort waren dann Absperrbänder, die die Menschen beim Einlass abstandmäßig kanalisierten und Personal, was darauf achtete. Überall waren Plakate, auf denen stand: “ Ein freundliches Lächeln ist wie ein Händedruck!“

In der Moderation und Begrüßung wurde angesprochen, dass man sich Gedanken gemacht hat und alles Erdenkliche dazu beiträgt, dass Infektionsrisiko zu minimieren. Die Sanitäranlagen werden speziell und permanent gereinigt, Päckchen mit Taschentüchern liegen überall aus und es wird um Rücksicht miteinander gebeten. Spürbar waren ein gemeinschaftliches Ausatmen und eine gewisse Erleichterung bei den Besuchern, dass es doch eine gute Entscheidung war, zu kommen.

Fakten beruhigen nur, wenn damit ein Sicherheitsbedürfnis befriedigt wird – und zwar direkt und nachvollziehbar. Ein konkretes Beispiel: der Virus hat eine Hülle, die aus einer Fettschicht besteht. Intensives Waschen mit einer Lotion oder Seife löst diese Fettschicht auf und macht damit den Virus angreifbar. Zack! – Zusammenhang verstanden, Sinnhaftigkeit deutlich geworden und schon mache ich es freiwillig und bin dabei sogar noch einsichtig.

Um als Unternehmen meine Botschaft draußen zu platzieren, beauftrage ich eine Marketingagentur mit dieser Aufgabe. Warum gibt es keine übergeordnete Agentur, die die Kommunikation und Verlautbarungen für die Öffentlichkeit aufeinander abstimmt und deren Wirkung auf die Bevölkerung vorher überprüft?

Mehr dazu in meinem YouTube Video

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Der wahre Virus ist Egoismus!

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Natürlich ist es eine Gefahr, eine Bedrohung, die uns alle angeht.


Da nutzt es auch nichts zu relativieren, dass an einer normalen Grippe viel mehr Menschen erkranken und sterben als an Corona. Was bei dieser Hysterie und Panik momentan nach oben gespült wird, ist die zeitgemäße Form von Egoismus.

Die Hamsterkäufe zeigen, dass in Extremsituationen jeder nur an sich selber denkt. Da werden Desinfektionsmittel und Gesichtsmasken gekauft, die einen ganzen Ortsteil über Jahre versorgen würden – die medizinischen Einrichtungen fehlen diese Gegenstände. Angeblich ist es der Selbsterhaltungstrieb und die individuelle Risikoabschätzung – sagen Fachleute.

Menschen sind Gemeinschaftswesen und ohne die Gemeinschaft würden wir nicht lange überleben können. Jetzt kommt der gewagte Sprung in die neue digitale Welt:

Dieser Egoismus wird durch die Neuen Medien stark fördert. Ich kann mich darstellen, bekomme Publikum und eine Reichweite, die mit bisherigen Medien nicht möglich war. Ich setze Filter ein, arrangiere die Bilder und bringe nur das nach außen, was mich vorteilhaft erscheinen lässt. Und das Ganze noch in meiner sogenannten Blase, also bei den Menschen, die ich mir in meinem virtuellen Freundeskreis ausgesucht habe.

Ein Influencer wird das nur durch seine Follower!

Das ist der entscheidende Satz, der die Kausalität entlarvt. Deren Einflussnahme erfolgt also durch die Folgschaft der Fans und durch die eigene Leistung des Influencers.

Die Kunst ist es, zwischen dem Ich und dem Wir eine Balance zu finden. Das zu schaffen in der sich immer schneller drehenden Welt wird schon für die Erwachsenen schwer. Wie bereiten wir unsere Kinder darauf vor? Aber ich merke ich schweife ab….

Wenn jeder Arzt und medizinisches Personal nur an sich denken würden- wem kann ich dann einen vorhusten?

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Sicherheit muss fühlbar sein!

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In den letzten Wochen tobt ein erbitterter Expertenstreit: Pandemie ja oder nein,…


welche Vorkehrungen getroffen werden müssen. Wie sicher ist es, an einer Großveranstaltung teilzunehmen? Ist unser Gesundheitssystem ausreichend vorbereitet?…

Meiner Einschätzung nach entsteht die hohe Temperatur die Diskussion durch den emotionalen Faktor. Sachliche Informationen tragen nur im geringen Maße zur Beruhigung der Bevölkerung bei. Alle Statistiken helfen mir nicht, wenn ich Angst habe.

Das ist für mich der große Mangel der aktuellen Diskussion: Das Bedürfnis nach Sicherheit wird nicht gestillt! Was mir also fehlt, sind tatkräftige Aktionen, wie zum Beispiel die Aussage eines Ministers, dass das Auffüllen von Regalen am Wochenende erlaubt sei, damit der Eindruck vermieden wird, es existieren Engpässe in der Versorgung. Wenn ein Fußballverein Zuschauern aus der Region Heinsberg das Angebot macht, den Stadionbesuch gegen Geldrückgabe und einer Freikarte auszusetzen.

Es würde meiner Ansicht nach also mehr zur Beruhigung beitragen, gemeinsame Aktivitäten zu entwickeln, die das Bedürfnis nach Sicherheit und Zusammenhalt fördern.

Warum werden in Schulen nicht offizielle Handwaschpausen eingerichtet, Elternabende und Infoveranstaltungen angehalten? Es gibt viele Ideen, wenn wir die Menschen einbeziehen.

Die Ausbreitung des Virus kann meiner Ansicht nach stark eingedämmt werden, wenn offensiv und für Menschen erlebbar gehandelt wird.

Das ist die Aufgabe eines Katastrophenplan für Pandemien, nicht nur die logistischen und wissenschaftlichen Aspekte zu berücksichtigen, sondern die Gefühlswelt und Bedürfnisse der Menschen aufzunehmen und durch gezielte Aktionen zu stärken.

Lieber mittendrin statt außen vor!

Mehr dazu in meinem YouTube Video

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