externe Motivation und Souveränität…

Portrait zur Vita Christoph Maria Michalski fotografiert von Hergen Schimpf

Bestätigung von außen- ja, tut gut, ist aber nicht mein Elixier. Andere Menschen lechzen danach und sind davon angefixt. Ich bin von Neugier und Experimentierfreude getrieben, über die dann andere die Augen rollen.

Das nicht zu beurteilen, sondern „zufriedenstellende“ Lösungen zu finden, ist einer der Schlüssel bei Konflikten.

Hatte ich erwähnt, dass mich immer schon interessiert hat, wie Kommissare Schlösser knacken, also habe ich mir ein Picking-Set organisiert. Da ist es wieder! 😀

Wenn Sie jemanden suchen, der Ihr Schlüsselbund der Souveränität ergänzt, dann kontaktieren Sie mich.

P.S. Bis zum Sicherheitsschloss habe ich es gebracht 😉!

akustisches Charisma

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Wenn in Zeiten von Online, die persönliche Wirkung durch Ausstrahlung zurück geht, wird die Stimme, mit der ich rede, der entscheidende Faktor: Tempo, Pausierung, Modulation, Artikulation, Rhythmus, Eigenton und Satzbögen.
Herrlich alte Worte, die im Lesewettbewerb früher Punkte brachten.
Elmar Gunsch begeisterte seine Zuhörer nur mit deiner Stimme, hätte auch ein Telefonbuch vorlesen können.Wenn jetzt eine Person noch die „Stimmgeheimnisse der Führung“ berücksichtigt, dann ist sie erfolgreich. Sie ist jetzt nicht als Person, sondern als Dr. Sigrid Evelyn Nikutta gemeint.
Zu ihrer Persönlichkeit und Fachkompetenz gesellen sich diese Stimm- und Sprachmuster, die sie in ihrer persönlichen Art und Weise einsetzt.

Für mich definitiv aktuell DIE Stimme der Entscheidenden.

Hören Sie einen Podcast mit ihr. Ein Beispiel: https://podcasts.apple.com/de/podcast/team-a-der-ehrliche-f%C3%BChrungspodcast/id1520157050?i=1000520014975.
Wie sagt Dr. Katrin Prüfig: „Gute Redner sind Musik in meinen Ohren!“

Als Musiker habe ich nichts hinzuzufügen.

Onlinemeetings sind auch nur digitale Briefe!

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Wer behauptet, nur haptische Liebe wäre das Wahre? Dann sind jahrhundertlange erfolgreich geschriebene Liebesbriefe nur amputierte Hormonausschüttungen?

Die persönliche Begegnung fehlt, das Taktile, die Chemie spüren- online meinen die! Andere Qualität? Ja, stimmt! Weniger? Nein! Emotionale Verbundenheit entsteht durch miteinander Erleben, teilhaben lassen, Emotionen und Wünsche artikulieren. Das geht online- wenn wir es wollen!

Wie gesagt, das hat schon zu Zeiten reitender Boten funktioniert: Liebende waren lagen getrennt, wenn einer auf Kreuzzug, Kaufmannsreise oder Weltenerkundung unterwegs war. Wäre das ein Manko gewesen, würde ich das hier nicht schreiben und sie das nicht lesen, biologisch betrachtet.

Schaffen wir Nähe, emotionale Verbundenheit in digitaler Kommunikation! Dazu gehört auch die optische und technische Selbstinszenierung.

[Postender nach Diktat rührselig zusammengesackt]

Konfliktmanagement ist Emotionsmanagement!

Wer auf der Bühne den Spot verfehlt…

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Ironie und Übertreibungen

Sie brauchen einen gemeinsamen Erfahrungsschatz als Grundlage. Das zeigen zum Beispiel Witze über Bratscher, die nur liebevoll verstanden werden, wenn man sich in der Musikszene auskennt.

Zweiter entscheidender Faktor dabei ist das Timing und der Ort: Auf der Bühne, vor freiwillig zahlendem Publikum, kann ich meinen kruden Stil durchziehen. Die Missverständnisse sind aufgrund von übereinstimmendem Angebot und Nachfrage relativ klein. Das in den Medien anzuwenden, die ihr Geld mit Klicks verdienen, ist das weniger zu steuern und gänzlich naiv. Zumal der Zeitgeist sich gedreht hat- Am Beispiel von Blondinenwitzen und Blackfacing aktuell sehr gut nachvollziehbar. Gut so!

Wenn der das sagt!

Es schlägt weiterhin die sogenannte Kompetenzvermutung erschwerend zu: Weil Professor Boerne etwas sagt, muss das nicht heißen, dass die Aussagen seines Schauspielers staatstragend sind. Da werden Rolle und Person miteinander vermischt. Dieses Phänomen zeigt sich leider auch, wenn Darstellende auf die Musikerbühnen drängen und meinen, Musik in ähnlicher Qualität machen zu können. Hut ab für den Mut, aber wenn ich mich als Schauspieler auf den Brettern diese Welt versuchen würde, gäbe ich einen Dilettant ab–Verhindert dies bitte!

Ausübender oder Gestalter?

Ein weiterer, zu beachtender Faktor ist, dass ein Schauspielender keine Verantwortung Film für das gesamte Bild und die Komplexität des Filmes übernimmt. Dafür gibt es den Regisseur und ein Schauspielender folgt seinen Anweisungen: „Jetzt mit Leib und Seele ordinär fluchen“, damit drei Szenen weiter, gewisse Zusammenhänge verdeutlicht, beziehungsweise verständlicher, werden. Damit ist es ein Handwerk, teilweise auch Kunst. Mehr nicht!

Omnipotenz

Mittlerweile erklären Schauspielende auch in online Konferenzen, wie man seinen Status als Führungskraft dabei behält. Wenn ich als Zauberer auf der Bühne auftrete,  geschieht es im Hochstatus. Die Zahlenden haben schon vorher eine erstaunliche Bewunderung für mein Handwerk und erwarten das so von mir. Also bediene ich das oder werde ausgebuht. Eine Führungskraft, die einen 55 jährigen Mitarbeitenden kündigt, hat in meiner Wertewelt kein akutes Problem mit Status. Das soll emphatisch und auf Augenhöhe passieren- also komplett anders: ein anderes Setting, andere Instrumente, weil das Ziel ein anders ist. Was will mir da ein Schauspielender helfen? Außer, wenn ich als Führungskraft schauspielere.

„Wenn die Sonne der Kunst niedrig steht, werfen selbst Zwerge Schatten“. Dieses fälschlicherweise Karl Kraus zugeschriebene Zitat wirft ein weiteres Schlaglicht auf das beschriebene Phänomen.

Worauf will der Autor jetzt hinaus?

Die Aktion der über 50 Schauspielenden, mit einem dramaturgischen Mittel die Bevölkerung wach zu rütteln, zum Nachdenken anzuregen, ist vom Timing daneben und zeigt eine mangelnde Sensibilität für die aktuelle Stimmungslage. Ironie ist ein schmaler Grat und in dieser angestrengten Situation hoch risikoreich, auf der Schneide auszugleiten. Autsch- passiert, leider!

Gerade habe ich in der Sportschau einen Werbespot eine Lotterie gesehen, wo einer der besagten Schauspieleden im Luxus schwelgt und damit Menschen zum Glücksspiel animiert. Ach so, über Timing hatte ich ja schon gesprochen. Status daneben!

Jeder Mensch hat das Recht seine Meinung frei zu äußern. Es ist meiner Ansicht nach eine moralische Pflicht, wie Reichweite und den Bekanntheitsgrad für konstruktives, mutiges und Menschen erfreuendes einsetzt werden. Chance dahin!

Mein Resümee: Hättet ihr geschwiegen, wäret ihr gute Schauspielende geblieben!

Vorhang bitte!

Lob-Burger? Nicht Ihr Ernst?

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…ab und zu sich einen Burger leisten ist in Ordnung. Diesen, nicht im wörtlichen Sinne, als Feedbackkultur oder Reklamationsmanagement zu nutzen, ist fett, richtig fett.

Die Rezeptur lautet:

Als Basis ein Lob-Brioche-Burger-Buns, dann die Kritik als Burger-Patty mit Soße und zu Abschluss oben wieder ein Lob-Brioche-Burger-Buns als Streicheleinheit.

Da bekomme ich beim Schreiben schon Sodbrennen.

Was meiner Ansicht nach gegen diese Kommunikationsdiät spricht:

  • Er herrscht die Meinung, dass Kritik und Anerkennung ausglichen sein müssen. Ja, kann sein, aber definitiv nicht in einem Gespräch zusammen. Wenn Sie ein pappiges Brötchen haben, kann die Remoulade wenig ausrichten. Die Summe von Lob und Tadel muss aktuelle Null sein.
  • Unterschätzen Sie nicht, dass Menschen den Braten riechen. Was bleibt als Letztes in Erinnerung? Das komplett fantastische 5 Gang Menü oder die Fliegenbeine am Weinglas, das Sie nicht benutzt haben, weil Sie ein Bier vorzogen. Warum soll also die Lobeshymne vorweg irgendeine positive Wirkung haben?
  • Sie konditionieren die Menschen auf die Abfolge – Ah, wunderbar, ein Lob. So, jetzt muss das verdorbene Mittelstück kommen! Was fehlt? Ach ja, der Puderzucker zur Verdauungsanregung.
  • Der Eindruck entsteht, dass Sie ihrem Gesprächspartner nicht zutrauen, dass dieser mit Kritik umgehen kann. Erinnert mich an meine Polio-Zuckerwürfel-Schluckimpfung in der Schulzeit. Damit wird es kindisch und Sie erzeugen höchstens Trotz.

Ein aktuelles Beispiel aus einer Anleitung gegen Reklamationen und negative Kundenstimmen.

1.      Situation: Sie erhalten eine Kritik an der Qualität Ihrer Dienstleistung.

„Wir bedauern Ihre Enttäuschung, die wir gern zum Anlass nehmen, unsere bereits sehr hohen Qualitätsstandards nochmals intensiv zu überprüfen.“

2.      Situation: Bei einer Bestellung eines mobilen Endgerätes wurde das Ladekabel versehentlich nicht mitgeschickt.

„Vielen Dank, dass Sie sich für den mehrfachen Testsieger entschieden haben. Bitte schreiben Sie uns Ihre Auftragsdetails via E-Mail und wir werden umgehend das fehlende Ladegerät kostenfrei ersetzen.“

Zu 1)- Hallo! Wir, unsere, bedauern und gern, nochmals intensiv- bäh!

Zu 2) Danke, dass Sie zu blöd waren, uns anfangs zu vertrauen. Wir haben probiert, Sie zu ärgern und müssen nun notgedrungen nachliefern.

Hässliche Formulierungen? Übertrieben? Vielleicht!

Ich bin fest davon überzeugt, dass alle Menschen, die Betonung liegt auf alle, dies tief in ihrer Seele spüren. Die einzige Frage lautet, ob sie das so äußern könnten.

Bei der aktuell angestrengten Lage liegen die Nerven blank. Verwöhnen Sie den Gaumen Ihrer Gäste und Mitarbeitenden mit fein abgestimmten Buchstabensuppen!

Satire über den Brief der Bundesregierung an C-Risikogruppen

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….es klingelt und die ältere Nachbarin steht da und wedelt aufgeregt mit einem Brief: „Von der Bundesregierung! Was meinen die?“. Ich verstehe die Zeilen gleich, da ich mir den Nominalstil wie in dem Anschreiben seit Jahren abgewöhne.

„Bleiben Sie gesund.“ Einen Punkt hinter dieser umfassenden Verhaltensaufforderung der gesamten Regierung.

Weiterhin mysteriös bleibt:

  • 15 Masken mit einem Gutschein über 12. (Drei sind Anfang Januar schon verteilt worden)
  • Die Regierung schreibt, die Krankenkasse versendet.
  • Wegen der Überschneidung des Zeiträume muss man wahrscheinlich vom 16.02.-28.02.2021 zwei Masken übereinander tragen.
  • Die Berechtigungsscheine sind fälschungssicher und deshalb braucht man das Anschreiben dazu.
  • Die Apotheker sind leider zu schwach, die beiden Berechtigungsscheine allein voneinander zu trennen. Gott sei Dank ist die Schnittkante mit einem Scherensymbol vorgemalt.
  • Wieso darf ich dennoch ein Alltagsmaske nach AHA-Regel tragen.

Da kann schon mal im Tagesgeschäft einiges schief laufen, wenn alle Ministernden (gegendert) 80 Millionen Mitbürgenden (gegendert) Gesundheit wünschen. Puh!

P.S. Es gibt nichts, was sich nicht kaffeestrohhalmschlürfend mit Maske unter Nachbarn klären lasst.

Den Brief finden Sie hier.

Wenn Sie Ihre Unternehmenskommunikation genauso gestalten wollen, rufen Sie mich NICHT an.

Friseure sind Therapeuten

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… ich fühle mich gerade wie im 𝕃𝕒 𝕃𝕒 𝕃𝕒𝕟𝕕 😮:
„Der bayerische FDP-Landtagsabgeordnete und Ex-FOCUS-Herausgeber Helmut Markwort fordert die unverzügliche Öffnung der durch den Lockdown geschlossenen Friseurläden.“
Kann er machen. Begründung:
„Denn Friseure würden wesentlich wichtigere Aufgaben erfüllen als nur die Haare zu schneiden.
Krankheitsfrüherkennung und „psycho-soziale Frage“
Markwort führt aus, er sei nach vielen Gesprächen mit Ärzten zu dem Schluss gekommen, dass Friseure als therapeutische Berufe einzuordnen seien. Friseure könnten am Kopf bereits früh ernste Krankheiten erkennen, beispielsweise „hochmaligne Tumore“. Darüber hinaus sei es auch eine „psycho-soziale Frage, ob Frauen mit kolorierten Haaren nicht zu Depressionen neigen könnten, wenn plötzlich weiße oder graue Haare durchkommen könnten“.

Was meinen z.B. SoloselbstständigeKünstler und Gastronomen dazu?
P.S. Trotz meiner Frisur weiß ich, wie wichtig das Wohlbefinden und Kopfgefühl ist. Nix für ungut liebe Innung!

Zitat „Wir müssen verbal abrüsten!“

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…heute las ich den oberen Teil des Textes in einem online Magazin: „Eine Musik-Produzenten-Legende kämpft künstlerisch für Zusammenhalt, möchte das Gemeinschaftsgefühl stärken… Sein Gastbeitrag…“

Gut gemein ist noch nicht gut gemacht! Die Kraft der Worte, darüber rege ich mich heute auf.
Anderes Beispiel gefällig: „Wir müssen gendermäßig kämpfen!“ Für „Gleich“berechtigung kämpfen? Kampf hat immer eine(n) Verlierer*in/divers und eine(n) Gewinner*in/divers.
Was für eine Energie schwingt in dieser Wortwahl mit? Diese erzeugt Interferenzen im Hirn- Doppelbotschaften, die irritieren und den mentalen Shortcut kitzeln. Ergebnis davon: „🎹 Olé, olé, olé olé, wir sind die Champions!🎹“

Bewusst und achtsam mit Worten umgehen- heute wichtiger
denn je in der online-Welt.

Lassen Sie sich sensibilisieren in Ihrer Unternehmenskommunikation- www.christoph-michalski.de!

Verlieren die Deutschen die Zuversicht?

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Homeoffice ist auch nur ein neuer Job!

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In meinem Berufsleben waren das Auftauchen des Handys und Navigationsgerätes für mich größere Einschnitte als die Heimarbeit.

Das war damals Stress pur: Auf der Autobahn unterwegs zu sein und im Stau zu stehen, ohne seinen Gesprächspartner darüber informieren zu können. Vielleicht noch an einer Tankstelle eine Telefonzelle suchen, um dann zu entdecken, dass man nicht die passenden Münzen dabei hatte. Auch durch die Autobahnkreuze des Ruhrgebietes zu irren, den Tankstellen-Atlas auf den Knien und die blitzartige Erkenntnis: Da hätte ich auf die A 45 abbiegen müssen!

Ich werde kurz die Schalen des neuen Orbits skizzieren, einige Tipps geben und dann auf die Besonderheiten im Konfliktumgang eingehen.

Die erste Umlaufbahn…

bin ich. Dabei lautet die entscheidende Frage „Warum gehe ich ins Homeoffice-Zwang oder Wunsch?“. Eine schonungslose Selbstanalyse anhand einer Tabelle mit zum Beispiel den Überschriften „dafür/dagegen“, Vorteil/Nachteil, Gewinn/Verlust“ geben mir eine Orientierung, mit der ich mich positionieren kann. Diese Selbstanalyse kann auch, sollte auch, in den emotionalen Bereich gehen: Welche Hoffnungen sind damit verbunden, welche Ängste und Sehnsüchte?

Die zweite Umlaufbahn…

ist die Arbeit und deren Rahmenbedingungen. Hier gibt es die 3 Segmente:

  1. Verträge und Vereinbarungen mit dem Arbeitgeber über zum Beispiel Kostenübernahme, Datenschutz, Arbeitsschutz, Betriebliches Gesundheitsmanagement, Haftpflicht, Nutzungsgarantie, Zeiterfassung und so weiter.
  2. Technik: PC oder Laptop , Webkamera, Mikrofon und Ohrhörer, Bandbreite und spezielle Software und Schutz der Computer.
  3. Für mich als Konfliktnavigator ist das dritte Segment entscheidender: Wie wir anders miteinander kommunizieren und uns doch verstehen?

Eine neue Qualität entsteht!

Ich war vor einigen Wochen bei einem Weinabend über ein online-Konferenzsystem eingeladen. 6 Personen, alle miteinander unbekannt, selbst organisierter Wein und eine charmante gastgebende Person. Keine vorgegebene Struktur, sondern ein vorsichtiges, höfliches und umsichtiges miteinander in Kontakt kommen. Nach den 3 Stunden hatte ich mehr preisgegeben und mich wohler gefühlt, als wenn dieses Treffen live in einem Restaurant oder einer Bierstube stattgefunden hätte. Ein absoluter Gewinn durch die online Variante. Ein wunderbarer Nebeneffekt war, dass ich nach Ende der „Konferenz“ gleich zu Hause war und so den Abend ausklingen lassen konnte.

Die dritte Umlaufbahn…

ist das soziale Umfeld inklusive der Familie. Wo in der gemeinsamen Wohnung ist der Arbeitsplatz? Wie wird mit Störungen und jederzeit der Erreichbarkeit umgegangen? Wie wird Familie und Arbeit voneinander abgegrenzt? Hier ist der wichtigste Punkt, wie sich in einer intimen Partnerschaft das gegenseitige Rollenverständnis verschiebt, sogar neu definiert wird.

Wo ist das „Homeoffice-boarding“ System?

Zurück zu meiner provokanten Aussage, dass Homeoffice nur wie ein neuer Job sei. Auf jeden Fall würde ein „Homeoffice-boarding“ System diese neue Form der Arbeit reibungsfreier gestalten. Klartext: Wenn eine Personalabteilung 9 Monate nach dem Beginn der Pandemie kein System der Einführung von Homeoffice als Prozess niedergelegt hat, dann ist das kein Ärgernis, sondern ein nicht zu entschuldigendes Versäumnis. Vieles ist ähnlich und übertragbar zu gestalten. Natürlich gibt es Unterschiede und Besonderheiten, auf die Rücksicht genommen werden muss und der Schub, den die Digitalisierung hat, vervielfacht die Wucht.

Es ist ein anderes Werkzeug für die gleiche Arbeit. Ich habe in meiner Jugend den „Franzosen“ kennengelernt- ein verstellbarer Schraubenschlüssel mit beidseitigem Maul. Ein Multifunktionswerkzeug, das heute kaum noch bekannt ist. Es wurde abgelöst von 265-teiligen  Knarrenkästen und raffiniertem neuen Werkzeug. Bei deren Einführung hat nie jemand einen derartigen Hype verursacht, weil es geht dort in erster Linie um Zusammenbauen, Auseinandernehmen und in die Gänge bekommen. Bevor ich mich aber zu sehr aufrege, komme ich auf die Konfliktpotentiale zurück.

Konflikt-Tipps

Der Selbstkonflikt in der ersten Umlaufbahn ist der innere Konflikt, wie ich mit der Umstellung, der Ungewissheit und den anfänglichen Reibungsverlusten umgehe. Ausgiebige Selbstgespräche und Ergebnissicherung mit Protokoll, verwoben mit Kontemplation, auch neudeutsch Chillen genannt, lassen meine Einstellung im Umgang damit reifen.

Die zweite Umlaufbahn mit den Arbeits –und Rahmenbedingungen, lässt sich mit klaren Vorgaben, Verhandlungskultur und gegenseitiger Kompromissbereitschaft bewerkstelligen. Das Miteinander ist kreativer zu gestalten, da Teamevents, Weihnachtsfeiern nicht zu hundert Prozent durch Digitales substituiert werden können. Hier gibt es mittlerweile viele Beispiele, wie ein gewisser Prozentsatz von fehlender Nähe durch neue Formate ersetzt werden kann.

Im sozialen Umfeld der dritten Umlaufbahn geben Familienkonferenzen, klare Absprachen im Familienkreise und das angesprochene neue Austarieren der Beziehung die notwendige Sicherheit.

Lässigkeit und Nachlässigkeit

Zum Schluss werfe ich noch 2 Begriffe in die Runde: Lässigkeit und Nachlässigkeit. Auf der einen Seite Lässigkeit im Sinne von Unbekümmertheit, Zwanglosigkeit und ein cooler Umgang mit einer neuen Sache oder Situation. Nachlässigkeit ist das Synonym für Achtlosigkeit, Gedankenlosigkeit und Gleichgültigkeit. Beide Antipoden beim Homeoffice, sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer, bewegen sich zwischen diesen Begriffen und beziehen dabei einen Standpunkt.

Durchschnitt ist gut!

Eine Erkenntnis dieser neuen Zeit ist, dass in der Schnelllebigkeit neue Impulse nicht auf der Nulllinie eines Oszillografen erstrebenswert sind. Die Balance, der Durchschnitt an der Nulllinie zwischen den einzelnen Ausschlägen ist der Puls des Lebens. Es lebe der Durchschnitt!

In diesem Sinne: Frohes balancieren!

Ein launiges Gespräch darüber zoome ich beim Homeoffice Kongress vom 11.-15.12.2020 unter https://homeoffice-kongress.com/.