Ösi-Beben im Alpenland: Was uns Ibizagate über Konfliktmanagement verrät

Warum sollten Worte und Taten immer übereinstimmen? Diese Frage stellt sich gerade ganz Österreich in einer schweren politischen Krise. Was Ibizagate mit Konfliktmanagement zu tun hat und was wir uns für das erfolgreiche Gelingen von Projekten in Unternehmen davon abschauen können, erfahren Sie in diesem Artikel.


„An ihren Taten sollt ihr sie erkennen!“ So heißt es schon in der Bibel. Evangelium nach Johannes, um die Klugscheißer-Karte direkt mal zu spielen. Für alle, die am Wochenende nicht so medienaffin waren oder den Fokus eher auf den Eurovision Song Contest oder das Finale von Game of Thrones gelegt haben: Besagtes heimlich aufgenommenes Video zeigt Österreichs inzwischen zurückgetretenen Vizekanzler Heinz-Christian Strache bei unlauteren Machenschaften. Konkret, wie er sich 2017 kurz vor den Wahlen bereit zeigte, als Gegenleistung für verdeckte Wahlkampfgelder öffentliche Aufträge an die angebliche Nichte eines russischen Oligarchen zu vergeben.

Ganz unschöne Sache. Gerade vor dem Hintergrund, was die FPÖ im Wahlkampf so vollmundig versprochen hat. Aber mit ihren Worten haben es Strache und Co. sowieso nicht so genau genommen: Egal ob bei der täglichen Arbeitszeit, beim Zugriff auf Sparguthaben von Arbeitslosen oder beim Datenschutz – Bereits nach wenigen Wochen an der Macht zeigte sich, dass schon jede Menge Positionen, Versprechen und Prinzipien über Bord gegangen waren …

Konfliktmanagement:

Versprochen ist versprochen – und wird nicht gebrochen. Diesen Satz haben die meisten von uns seit Kindertagen im Ohr. Doch sobald Macht in irgendeiner Form ins Spiel kommt, kann sich der ein oder andere plötzlich nicht mehr daran erinnern … Auch ich war ziemlich fassungslos, als ich von der Sache gehört habe. Gleichzeitig hat sich mir jedoch direkt eine Parallele aufgedrängt: Fairness, Empathie, Miteinander – Sie kennen das typische „Geschwafel“ aus Unternehmensleitbildern. Nicht, dass ich per se etwas dagegen hätte. Doch ich habe etwas dagegen, wenn diese in Tinte geflossenen Worte nicht in Taten umgesetzt werden! Was bleibt, sind kraftlose und leere Phrasen. Oder aber es folgen Taten, die sich so gar nicht mit den Worten vereinbaren lassen. So wie bei Strache, bei dem angeblich alles „legal und gesetzeskonform“ ist – in der Realität wird dann aber trotzdem fröhlich manipuliert und beeinflusst. Gibt es im Business oft genug. Da wird erst Fairness vereinbart – und dann der beste Kunde eines Kollegen hinterrücks abgeworben. Nicht gerade die feine englische Art.

Der Tipp vom Konfliktnavigator:

Wussten Sie, dass laut einer Studie des Personaldienstleisters Hays 72 Prozent der Projekte scheitern, weil die Planung nicht realistisch war? Davon können Sie sicherlich auch ein Lied singen. Dabei hat meist alles so gut angefangen: Alle Teammitglieder sind hochmotiviert, To-Dos und die einzelnen Projektschritte werden auf bunten Kärtchen notiert und an das Agile Board geheftet. Der Haken an der Sache: Damit ist noch nichts gewonnen. Worte sind viele gewechselt worden und man hat sich gegenseitig Umsetzungstreue geschworen – höchste Zeit, ins Handeln zu kommen! Erfolg kann erst dann entstehen, wenn die einzelnen Schritte gemeinsam angegangen werden. Das dabei nicht immer alles nach Plan läuft, ist ebenfalls kein Grund zum Verzweifeln. Gemeinsam lässt sich, auch mit Hilfe agiler Methoden wie Scrum und Co., meist ein alternativer Weg zum Ziel finden. Hauptsache, allen packen mit an und lassen auf ihre Worte auch kongruente Taten folgen!

Mein Tipp daher: Vereinbaren Sie Meilensteile, die an die Umsetzung gekoppelt werden. So wird sichtbar, dass der Stein ins Rollen gerät. Ohne echtes Commitment zu den eigenen Worten versickern wohlgemeinte Ansätze schnell im Arbeitsalltag. Ein Meilenstein könnte z.B. sein, die Wohlfühl-Atmosphäre im Unternehmen um zwei Punkte in vier Wochen zu steigern. Dann kommt der nächste Meilenstein: Die Steigerung der Effizienz von Teamsitzungen um drei Punkte. Und so weiter!

Noch nicht genug? Hier gibt’s das Video zum Thema!

Stoßen Sie sich nicht den Kopf an meinen Denkanstößen!