Kovac-Konflikt bei den Bayern:

Schluss mit „Mia san Mia“!


Sie haben es sicherlich mitbekommen: Am Sonntagabend war bei den Bayern der Maßkrug voll und Niko Kovac wurde nach einer verheerenden 1:5 Niederlage gegen Frankfurt vor die Tür gesetzt. Was denken Sie: Überreaktion oder gerechtfertigte Lösung, um die erfolgsverwöhnte Truppe wieder auf Kurs zu bringen?

Auf den ersten Blick

Im Fußball ist es ein ungeschriebenes Gesetz: Bleibt der Erfolg aus, wird zwar die Leistung der Spieler kritisiert – Schuld ist aber immer der Trainer. Das mag auf den ein oder anderen arrogant wirken. War es schlussendlich bloß verletzter Stolz der Führungsriege, der den Stuhl von Kovac in der Säbener Straße abgesägt hat? Ist Rummenigge und Co. ihr „Mia san Mia“ zu Kopf gestiegen – oder steckt mehr hinter der Entscheidung? Es ist zumindest verwunderlich, dass es nicht mal einen Warnschuss oder eine Bewährungsmöglichkeit für Kovac gegeben hat. Vielleicht, weil die Tabellenkrise so schnell wie möglich ausgemerzt werden muss. Aktuell Platz vier, so „schlecht“ standen die Bayern nach 10 Spieltagen seit Jahren nicht – und das ausgerechnet kurz vor der großen Abschiedsfeier für Uli Hoeneß. Mittelmäßiger Fußball und glänzende Inszenierung – zwei Dinge, die nicht so recht zusammengehen wollen. Damit es möglichst konfliktfrei zugehen kann am 15. November, fiel wohlmöglich die Entscheidung, besser jetzt als später reinen Tisch zu machen.

Einmal Fremdkörper, immer Fremdkörper

Wenn wir mal ganz ehrlich sind: So richtig gepasst hat es von Anfang an nicht. Die Süddeutsche Zeitung titelte am Montag groß: „Kovac war immer ein Fremdkörper beim FC Bayern“. Um in Zukunft solche Konflikte zu vermeiden, ist es daher wichtig, bei der Wahl des nächsten Trainers genau hinzuschauen. Klar war es eindrucksvoll, wie er die knapp am Abstieg vorbeigeschrammten Frankfurter bis zum Gewinn des DFB-Pokals 2018 führte – gegen die Bayern. Doch Erfolge sind nicht alles. Entscheidend ist, dass Trainer und Verein auch die gleichen Werte, Muster und Antriebsmodelle verfolgen. Ideal wäre demnach eine Kombi aus Hoeneß und Rummenigge.

Gleich und gleich gesellt sich gern

Natürlich heißt es im gleichen Atemzug meist: „… und Gegensätze ziehen sich an.“ Aber ist das wirklich so? Denken Sie mal genauer drüber nach – und schauen Sie sich Ihren engeren Freundeskreis an. Und, was fällt Ihnen auf? Fakt ist, dass wir unbewusst dazu tendieren, uns Menschen zu suchen, die uns ähnlich sind. Vielleicht ist mal einer dabei, der etwas aus der Reihe tanzt und den „Freakfaktor“ hat – das war es dann aber auch. Im Großen und Ganzen fühlen wir uns einfach wohl mit Menschen, die mit uns auf einer Wellenlänge sind.

Und genauso handeln wir auch, wenn es darum geht, Teams im Unternehmen zu bilden. Die Mitglieder einer Mannschaft sollten die gleichen Werte und Antreiber teilen, sonst gibt es schnell böses Blut. Das bedeutet jedoch nicht, dass sich alle wie ein Ei dem anderen gleichen sollen. Eine gewisse Streuung der Persönlichkeiten ist schon erwünscht. Denn wir brauchen in einem Team die Peniblen, die auf die Einhaltung der Regeln pochen. Genauso wie die positiv Verrückten, die vor kreativen Ideen nur so sprudeln. Die Sozialen, die immer alle Geburtstage im Blick haben und so weiter. Die Basis muss jedoch identisch sein – und im Falle des FC Bayern schlicht und einfach „bayerisch“.

Noch nicht genug? Hier gibt es mein Video zum Thema, schauen Sie rein!