Konfliktfreie Ostertage: Drei Tipps, damit es nichts hinter die Löffel gibt

Es ist fast geschafft: 40 Tage Fastenzeit liegen so gut wie hinter uns und das Osterfest steht vor der Tür. Gerade Christinnen und Christen verbinden mit diesem Fest auch die Hoffnung auf Frieden. Doch damit ist es in vielen Familien an Ostern allerdings so eine Sache …


Kinder, die fröhlich nach versteckten Süßigkeiten suchen, ein leckeres Festtagsmenü und alle haben sich lieb. Soweit die Theorie. In Wirklichkeit bricht vielen Menschen bei dem Gedanken an die nahenden Ostertage der Angstschweiß aus. Das Haus wird wie irre geputzt, damit die Schwiegermutter hoffentlich keinen Anlass zur Kritik findet. Rezepte werden gewälzt, Speisefolgen geplant und wieder verworfen. In letzter Minute werden noch kleine Geschenke besorgt, um ja nicht mit leeren Händen dazustehen, falls der Schwager es wieder übertreibt. Mit anderen Worten: Es brodelt im Kessel. Und die Chancen stehen gut, dass spätestens zum Kaffee die ersten Tränen kullern – oder bereits erste Übungen im Schokohasen-Weitwurf unternommen wurden.

Schrauben Sie Ihre Erwartungen runter!

Ostern, das Fest der Konflikte? Das muss nicht sein. Ein Auslöser sind vor allem die hohen Erwartungen: An Feiertagen soll immer alles perfekt sein – aber wieso eigentlich? Weil wir uns wünschen, so albern es erst mal klingen mag, ein funktionierender Teil der Gemeinschaft zu sein. Mit anderen Worten: Wir wollen die Aufgabe, allen als Gastgeber ein tolles Osterfest zu bescheren, mit Bravour meistern. Und haben Angst, daran zu scheitern. Angst, nicht gut genug zu sein. Merken Sie was? Außer in richtig schlimmen Telenovelas wird Ihnen niemals ein Verwandter auf den Kopf zusagen: „Ich erwarte ein perfektes Drei-Gang-Menü, sonst komme ich nicht!“ Und selbst wenn – dann wüssten Sie schon, wen Sie nicht einladen brauchen … Kurz gesagt: Dieser Osterkonflikt ist hausgemacht. Leute, entspannt Euch! Es geht um das Zusammensein – und das kann bei Pizza vom Lieferdienst genauso nett sein. Und was die Putzerei angeht: Es kommt nur der Osterhase, nicht das Gesundheitsamt.

Wichtig ist auch zu wissen, dass bei Konflikten Timing alles ist. Kennen Sie Chronos und Kairos? Die beiden standen im alten Griechenland für die Dichotomie der Zeit. „Chronos“ ist dabei für die Zeit verantwortlich, die permanent vergeht. „Kairos“ hingegen ist der Gott der günstigen Gelegenheit. Er wird häufig mit kahlem Hinterkopf und einem längeren Haarschopf an der Stirn dargestellt. Wahrscheinlich ahnen Sie es schon: Hier hat die Redewendung „Die Gelegenheit beim Schopfe packen“ ihren Ursprung. Wenn Sie nicht im richtigen Moment zupacken, flutscht Ihnen die Chance durch die Finger … und genauso ist es bei Konflikten. Man muss den richtigen Zeitpunkt abpassen, um bestimmte Themen anzusprechen. Und manchmal ist es einfach besser, erst mal den Mund zu halten.

Die folgenden drei Tipps helfen Ihnen dabei, die kommenden Feiertage ohne Blessuren und ausgerupfte Haare zu überstehen:

  1. Sprechen Sie potenzielle Konflikte an, bevor die komplette Familie aufeinandertrifft. Vertagen Sie sie auf später, wenn keine Lösung in Sicht ist – und finden Sie, je nach Situation, eine Sprachregelung, wie das Thema schnell zur Seite geschoben werden kann. Denn die Trennung von Onkel Thomas und Tante Gerda muss nicht beim Essen erörtert werden – ebenso wenig wie das betrübliche Zeugnis des Jüngsten oder die scheinbar indiskutable Partnerwahl der Enkelin …
  2. Dampf ablassen! Machen Sie nicht gezwungenermaßen auf „Happy Family“. Viele Familien sehen sich sonst das ganze Jahr nicht – und hocken Weihnachten und Ostern aufeinander. Die ungewohnte Nähe kann schon mal ein bisschen viel sein. Um Dampf abzulassen und wieder auf normale Betriebstemperatur zu kommen, empfiehlt sich ein kleiner Osterspaziergang – allein.
  3. Verschiedene Geschmäcker akzeptieren: Das Familienzusammentreffen ist nicht der richtige Zeitpunkt für Grundsatzdiskussionen. Wer in die Kirche gehen will, macht das. Und wer nicht, kümmert sich stattdessen um die Kinder, macht einen Spaziergang – oder genießt einfach die Ruhe. Und eine vegetarische Alternative zum Osterlamm bedeutet zwar einen zusätzlichen Zeitaufwand – unterbindet damit aber von vorneherein endlose „Bekehrungsversuche“ von Fleisch- bzw. Pflanzenfressern.

In diesem Sinne wünsche Ihnen ein schönes, konfliktfreies Osterfest! Und denken Sie daran: Timing ist alles!

Das Video zum Thema gibt es hier, schauen Sie mal rein!