Hybrildung-

Gekreuztes und Gebündeltes für Weiterbildung und Entwicklung


Was wurde nicht alles schon probiert, um Menschen etwas Neues beizubringen, sie zu entwickeln und zum Lernen zu motivieren. Nürnberger Trichter, Frontalunterricht, reformpädagogische Ansätze, Gruppenarbeit, lernen mit technischen Medien (Overhead Projektoren, Sprachlabore) bis hin zu aktuellen digitalen Lösungen mit Webinaren, online-Coaching und Videokonferenzen.

Aus meiner nunmehr 30-jährigen Erfahrung in der Pädagogik hat sich ein Kuriosum herauskristallisiert: Die Art und Weise, wie Vermittlung passiert, variiert im Wandel der Zeit relativ gering. Ein Vermittelnder steht vorn und berichtet, doziert- die Lernenden sitzen gegenüber und lauschen aufmerksam. Zugegebenerweise wird dieses Szenario durch Gruppenarbeit, Lernspiele u.ä. unterbrochen. Das Grundprinzip ist jedoch gleichgeblieben: der Sender sendet mit seinen eigenen liebgewordenen Frequenzen und tritt damit nur in geringe Resonanz mit den Empfängern.

Wie viele Kinder in unseren Schulen klagen darüber, dass sie den Stoff nicht verstehen, sich nicht mit ihrer eigenen Lernmethodik abgeholt fühlen? An den Universitäten heißen diese Veranstaltung dann „Vor-lesungen“ und werden ihrem Namen in hohem Maße gerecht. Die Ausschläge des Pendels auf der anderen Seite sind Selbstlernprogramme über verschiedene Medien, die eine hohe Disziplin und Eigenmotivation verlangen.

Im Zeichen der Digitalisierung werden nun diese Prinzipien in die digitale Welt verschoben. Was dabei außer Acht gelassen wird, ist die faszinierende Möglichkeit der Kombination diese verschiedenen Herangehensweisen.

Da setzt das Modell der Hybrildung an: verschiedene Medien, Beachtung der unterschiedlichen Lerntypen, der komplexen Aufnahmekanäle des Menschen, der Sendeart von Wissen und dessen Verarbeitung und der Kontext der Lernumgebung, im privaten oder beruflichen Umfeld.