Beyond Meat: Jetzt geht’s um die (Tofu-)Wurst!

Leiden Sie schon unter Fleischscham, weil Sie vor Ihren Veganer-Freunden noch tierische Produkte auf den Grill legen? Mit klaren Spielregeln wird die Grillparty trotzdem ein Erfolg! Tipps für konfliktfreies Grillen gibts hier!


„Woran erkennt man Tesla-Besitzer und Veganer? Sie erzählen es dir ungefragt!“ Klarer Fall: Zwischen Fleischessern und Veganern knistert schnell mehr als nur die Grillkohle. Hier braucht es gegenseitiges Werteverständnis und klare Spielregeln, um die völlige Eskalation zu verhindern.

#Fleischscham?

Angeheizt wird das Thema Veganismus natürlich auch durch die aktuelle Klimadebatte. Keine Frage – gut für die Umwelt ist der massenhafte Verzehr von Discounter-Fleisch definitiv nicht. Studien belegen, dass für ein Kilogramm Rindfleisch über 15.000 Liter Wasser benötigt werden. Für ein Kilo Kartoffeln hingegen nur 100 Liter. Kommt nach #Flugscham jetzt als nächstes #Fleischscham?

Der Deutschland-Launch des veganen Burger Patty von Beyond Meat konnte wirklich zu keinem besseren Zeitpunkt geschehen. Die Zahlen sprechen für sich: Die Aktie des Produzenten geht durch die Decke und verzeichnet gerade ein Plus von 728 Prozent. Das Erfolgszept: Ein Burgerpatty, der nicht nur wie Fleisch aussieht, sondern auch so schmeckt, riecht und ein ähnliches Mundgefühl hat. Soweit, so gut. Natürlich kann man jetzt ketzerisch fragen: Warum braucht es einen veganen Burger, der an Fleisch erinnern soll? Weil Veganer nicht gleich Veganer ist. Entscheidend sind die eigenen Werte: Das kann der Wunsch sein, die Umwelt zu schonen, das Tierwohl – möglicherweise haben auch gesundheitliche Gründe zum Fleischverzicht geführt. Und für diejenigen, die den Geschmack eines saftigen Burgers vermissen, ist Beyond Meat eine tolle Lösung. In punkto Umweltbilanz müssen dann allerdings beide Augen zugedrückt werden, denn die Produktion ist weder nachhaltig noch bio.

„Jeder isst so viel er kann, nur nicht seinen Nebenmann!“

Erinnern Sie sich noch an diesen schönen Spruch aus Kindertagen? So einfach ist es heute bei weitem nicht mehr. Einfaches, gemütliches miteinander Grillen kann schnell eskalieren, wenn die Gemüsespieße zu nah am Fleisch liegen oder die Tofu-Wurst gar mit der Zange gewendet wird, die vorher Spare Ribs in Position gebracht hat … Damit Fleischliebhaber und Gemüsejünger gemeinsam genießen können und Ihre Grillparty nicht zum Desaster wird, habe ich ein paar sofort umsetzbare Tipps für Sie.

Tipps vom Konfliktnavigator: Emotionen berücksichtigen, Regeln aufstellen!

Dass Sie mit Aussagen wie „Hier wird gegessen, was auf den Tisch kommt!“ oder „Auf meinem Grill hat das Tierfutter nichts verloren!“ nicht weiterkommen, dürfte klar sein, oder? Meist beginnt die Diskussion noch vergleichbar harmlos als Debatte. Man erklärt, wieso man auf Fleisch oder insgesamt tierische Produkte verzichtet – oder eben nicht. Allerdings wird sich hier niemand von der Meinung des Gegenübers überzeugen lassen. Und haben sich die Emotionen einmal hochgeschaukelt, wird daraus schnell ein heilloser Streit, in dem mit Begriffen wie „Tiermörder“, „Pflanzenfresser“ und Co. um sich geworfen wird. Was dann folgt, sind meist offener Krieg und unschöne Reaktionen wie Boykott, Verlassen der Grillfeier, nicht mehr miteinander reden und so weiter. Das muss nicht sein!

Sie sehen solch einen Konflikt auf sich zukommen? Dann ersticken Sie das Drama am besten direkt im Keim, indem Sie die unterschiedlichen Werte akzeptieren und Spielregeln für alle Beteiligten aufstellen. Etwa, indem klar definiert wird, dass es auf jeden Fall eine vegane und eine vegetarische Alternative zu Grillwurst und Co. geben wird. Oder dass in der Familie einmal pro Woche ein Gericht aus Bio-Fleisch auf den Tisch kommt, falls der Fleischverzicht eher ökologisch motiviert ist. Und bitte keine spitzen Bemerkungen, da diese direkt Werte angreifen!

Schlussendlich ist und bleibt es Geschmacksache – und darüber lässt sich bekanntermaßen nicht streiten. In diesem Sinne: Guten Appetit und lassen Sie sich Ihren Burger schmecken – egal ob mit oder ohne Fleisch! 

Noch nicht genug? Das Video zum Thema gibt’s hier bei Konfliktmanagement TV!