Konfliktbestandteile Gehirn und Gefühl– ich mit mir oder Du mit uns

Kommen wir zurück zur Formel. Im Nenner steht "X*(Gehirn+Gefühl)".

Bei X=1 handelt es sich im einen sogenannten intrapersonellen Konflikt- ich mit mir.


Soll ich mit dem Rauchen aufhören? Eigentlich müsste ich meine Mutter im Altenheim öfter besuchen! Kaufe ich mir das Motorrad oder nicht? Dort stehen sich Vernunft/Verstand und Wunsch/Gefühl gegenüber.

Beim Rationalen geht es nicht so byte-mäßig zu, wie wir das vermuten. Wir lassen uns von der grauen Masse etwas vorgaukeln getreu den Satz: „Glauben Sie nicht alles, was Sie denken!“ von Heinz Erhard. Begriffe, die sich diesem Teil der Gleichung zuordnen lassen, lauten: Intelligenz, Gedächtnis, Logisches Denken, Systematik, Wahrnehmung, Vorstellungskraft, Querdenken. Beispiele einfacher  Wahrnehmungsfehler sind angeblich parallele Linien oder Escher Bilder, wo Sie endlos Treppen gehen können. Ich empfehle hier unbekannte Beispiele: Die Portraitmaske von Freud mit dem Geheimnis der Tiefenumkehr oder das Word Jumbling ‘Experiment’ . Auch bei der Verlässlichkeit von Augenzeugen vor Gericht zerbröselt die These von der Unbestechlichkeit unserer Erinnerung.
Beim Stichwort Gefühl nehme ich eine Unschärfe in Kauf (das Tautogramm lässt grüßen). Ein Gefühl ist die Eigenwahrnehmung von körperlicher, seelischer und psychischer Gestimmtheit; verbunden mit Aktivierung des unkontrollierbaren Teils unseres Nervensystems, dem Affekt entsteht die Emotion. Dem Limbischen System wird noch ein eigener Beitrag gewidmet.
Wenn X größer als 1 wird, ahnen Sie, dass ein Konflikt noch komplexer wird, wenn verschiedene Funktionseinheiten aufeinander prallen.

Beim Konfliktmanagement lohnt sich die Mühe, diese verschiedenen Stränge frei zu legen. Nur in diesem Kern der Emotion wird das Problem zum Konflikt und steuerbar.

In den nächsten News erläutere ich weiter, was sich hinter dem Rest im Nenner der Konfliktformel verbirgt.

Stoßen Sie sich nicht den Kopf an meinen Denkanstößen!