Im Konfliktmanagement brauchen Sie keinen Coach oder Mediator!

Im Laufe der letzten Jahre entwickelte ich ein Unbehagen, wenn ich als Coach, Trainer oder Berater bezeichnet wurde.


Dies hat sicherlich auch mit der ungenügenden Klarheit der Berufsbezeichnungen zu tun; keine geschützten Begriffe, keine verlässlichen Kriterien zur Beschreibung der Tätigkeiten. Meine persönlichen Anteile an dieser semantischen Unwucht habe ich noch nicht vollständig ergründet und die sind dann wahrscheinlich auch nicht druckreif.

Deshalb ein paar Worte zu meiner Position- ’“Im Konfliktmanagement bei Firmen brauchen Sie keinen Coach oder Mediator.“

Veränderung erfordert, dass Synapsen im Gehirn, die noch nicht gut gebahnt sind, über möglichst lange Zeit hin immer wieder so oft und intensiv wie möglich aktiviert werden. Erst dann werden die NMDA-Rezeptoren geöffnet und es kann eine „Second Messenger“ Kaskade in Gang kommen, auf Deutsch- neue Verhaltensweisen und Einsichten erlangen. (ansonsten sind es wissenschaftlich erklärt AMPA-Gespräche). Dies beim Coacheé anzustoßen, stellt eine hohe Gabe des Verursachers dar- selten und es erfordert auch eine Robustheit beim Impulsgeber.

In der Technik gibt es das Phänomen der Rückwirkungsabweichung: Wird ein Messgerät in eine Apparatur eingebaut, so verändert sich die ursprüngliche Wirklichkeit. Ein Mediator, der sich emotional neutral verhält, beeinflusst den Konflikt in unkalkulierbarer Art und Weise, ob er will oder nicht. In meiner Formel wird dadurch der Faktor Individuum„0“, der die ganze Gleichung durch „0“ teilen lässt. Und wir alle wissen: Durch Null darf man nicht teilen!

Um nicht den ganzen Zorn der Zünfte auf meinem Haupt zu spüren: Nichts gegen diese Methoden; was mich stört, sind die Allmächtigkeitsphantasien- „mit meiner Methode verändere ich ALLES, was mir vor die Sinne kommt“. Einen Familienstreit ums Erbe führt die Mediation zu einem einvernehmlichen Konsens, dabei sind keine Veränderungen der Individuen und sozialen Interaktionen als Ziel benannt- nur das Ereignis mit sehr vielfältigen Emotionen. Einem Mensch, der durch einen Schicksalsschlag im Leben torkelt, hilft ein Coach sich zu orientieren und Halt zu finden.

Fragen Sie einen Marathonläufer oder Musiker, was er von Disziplin, langfristigem Training und mentaler Ausrichtung hält und achten dabei auf seine im wahrsten Sinne des Worts leidenschaftliche Begeisterung im Gesicht- das ist auch die Antwort auf die Frage, ob Gefühl und Emotion für den Erfolg wichtig sind.

In den nächsten News erläutere ich weiter, was sich hinter dem Nenner der Konfliktformel verbirgt.

Stoßen Sie sich nicht den Kopf an meinen Denkanstößen!