Die Elemente der Formel

Meine Konfliktdefinition-links vom Gleichheitszeichen- habe ich schon unter „Keine Magie - nur eine Formel“ dargelegt. Nun wende ich mich dem Term Umfeld zu.


Der Nenner stellt die Rahmenbedingungen und Regeln einer sozialen Gemeinschaft dar, in der ein Konflikt auftritt.

Das Umfeld splittet sich in drei Komponenten auf: Gesellschaft-Firma-Privat.

In unserer Gesellschaft gelten Gesetze und Moralvorstellungen, die eine nationale Identität darstellen. Gerade aus aktuellem Anlass wiederhole ich meine Äußerungen zum Stichwort -Produktivität sozialer Konflikte-; so schwer es auch sein mag, die Unterschiedlichkeiten und Meinungen zu ertragen- sie formen unsere Demokratie. Der Begriff des „Gesetzeskonflikt“ leuchtet für mich daher in einem anderen Licht. Er nicht nur eine Gesetzesverstoß, sondern zusätzlich auch die Emotion, bewusst gegen die allgemeinen Spielregeln zu verstoßen; der Begriff der Reue zeigt dies.

Innerhalb einer Firma sind die Konfliktparameter durch Leitbilder, Firmenphilosophie, betriebliche Übung, Teamregeln bestimmt. Gerade die ersten Begriffe sind ausgeleiert: Ich kenne einige Unternehmen, wo die Leitphrasen in Golddruck neben dem GF-Zimmer hängen und alle Mitarbeiter haben eine Broschüre erhalten, die zeitnah in die unterste Schublade der Containers gelegt wurde. Gelebt wird es nicht! Höhepunkt meiner Erfahrung ist der Anruf eines Inhabers: Für eine QM-Zertifizierung benötige er die Darstellung seiner Firma, so mit Philosophie, Leitbilder und Spirit. Auf meine Frage, wann wir uns treffen würden-erstauntes Schweigen. Er sende mir Unterlagen zu, die ich dann in das Gewünschte umtexten würde. Diesen Auftrag habe ich mir durch die Lappen gehen lassen!

Hier also das Plädoyer für ein klares Bild, welche Regeln und Umgangsformen in einer Firma gelten. Es geht nicht ohne Mitarbeiterbeteiligung, die ich ausdrücklich empfehle. Ein Wort an die Unternehmer- es ist Ihre Firma, letztendlich bestimmen Sie, wie Ihr Unternehmen fühlt.

Im privaten Bereich gelten die Spielregeln der Verwandtschaft und Familienbande. Alle haben sofort persönliche Bilder im Kopf- „Das macht man nicht!“, „Was soll´n die Nachbarn denken!“ über die individuellen Ausgehregeln und Kleiderordnung bei Teenagern bis hin zu „Blut ist dicker als Wasser!“. Die Vereinslandschaft in Deutschland ist ein prägnantes Beispiel, wie Menschen sich in ihrer Freizeit freiwillig den Umfeldregeln unterwerfen- mit einer Menge Spaß dabei und meiner ehrlichen Verbeugung vor dem Ehrenamt.

Je größer der Zähler wird, umso größer wird das Konfliktpotenzial- das ist der Hebel in der Konfliktformel.

Für das Konfliktmanagement in Ihrer Firma lautet daher die Schlussfolgerung: Sorgen Sie dafür, dass es  Regeln und Vorstellungen davon gibt, wie Ihre Firma tickt! Geben Sie Ihren Mitarbeitern Orientierung durch klare Aussagen.

Ein Nebeneffekt wird sein, dass Sie dem Employer Branding näher kommen; das Bewerber sich bewusst für Ihre Firma entscheiden werden. Und die laut Gallup Studien „keine emotionale Bindung Mitarbeiter“ wissen ganz genau, warum ihre Entwicklung begrenzt ist.

Bevor ich weiter die Einzelteile der Formel erläutere, erfolgt in den nächsten News ein kurzer Zwischenruf zum Thema Mediation und Coaching.

Stoßen Sie sich nicht den Kopf an meinen Denkanstößen!