Bits und Bytes statt Schweiß?

Mein Vortrag über Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) im digitalen Zeitalter hat den Titel „Wann emanzipiert sich BGM von der Yogamatte und den Smoothies?“ und provoziert...


die etablierte Szene. Starten wir damit, warum ich mich darüber äußere.

Ich bin u.a. Diplom-Rhythmiklehrer, zugelassener Prozessberater bei unternehmensWert:Mensch im Handlungsfeld Gesundheit. Der Maßnahmenkatalog, den ich in Firmen bisher vorfinde, beinhaltet hauptsächlich Aktionen mit Obsttellern, Massagen, über Ergonomie und Vorsorge bis hin zur gesundheitsorientierten Kantinenverpflegung und Firmenolympiade. Die Post-it mit der Bürogymnastik hängen müde an den Bildschirmen und der erste Elan ist ebenso verschwunden wie die neu gekauften Gymnastikbänder.

Mit BGM 4.0 wird es nun digital. Als Schmankerl kommt die App dazu- der Vitamintracker, Muscle-Tension- Pilot, die digitale Wasserwaage für die Rückenlehne, BurnoutBarometer über Pulsmesser und Gamificationansatz mit dem CompanyOlympic-gold- medallist als Bildschirmschoner- zugegebener Weise teilweise selber ausgedacht und trotzdem nicht unwahrscheinlich.

Was mich an diesem Thema reizt, ist der innere Konflikt des BGM mit seinem Selbstbewusstsein und seiner Außendarstellung. Auf der einen Seite klagen, dass diese Unterstützungsleistungen nicht den Stellenwert hat, den sie angeblich verdient, auf der anderen Seite: diffuse Beschreibung der Unterstützungsleistung und Reduzierung auf einzelne Werkzeuge.
Weiterhin trifft man auf das weitverbreitete Übel, dass dieser Begriff nicht geschützt ist.

JEDE(R) KANN BGM!

Die Szene wird beherrscht von Ärzten mit hohem faktischem Studienwissen, athletisch biegsamen Fitnesstrainern und Mentalcoaches.

Gerade auch im Hinblick auf die Veränderung der Arbeit – Stichwort New Work, 4.0- ist eine professionelle Implementierung bei den Entscheidern in Unternehmen sinnvoll.

Im übertragenen Sinne gilt: gesunde Unternehmen mit gesunden Mitarbeitern.

Ersetzen Sie gesund durch stressresistent, flexibel, agil, mobil, disruptiv, vielfältig, generationsübergreifend,…
Dazu kann BGM einen entscheidenden Beitrag liefern. Funktioniert nur, wenn das Eigenbild und Fremdbild zueinander passen. Um dem Wunsch nach gebührender Anerkennung und Sichtbarkeit zu erfüllen, gelten folgende Thesen:

 

  • BGM ist essentieller Bestandteil auch der Neuen Arbeit
  • BGM benötigt ein starkes Mindset
  • BGM traut sich Standards einzuführen
  • BGM Marketing ist offensiv
  • Führungskräfte sind die Ansprechpartner und Vorbilder

 

Mein Fazit lautet: BGM ist kein Werkzeug zur Zielerreichung, sondern bedeutet Führungsverhalten und Vorbild. Dann läufts! 

Die Rückmeldungen auf der Messe Kongressmesse MEiM 2017 in Paderborn waren vielfältig und zustimmend.

Stoßen Sie sich nicht den Kopf an meinen Denkanstößen!