Konflikte verursachen Kosten

Die KPMG-Konfliktkostenstudie von 2009 geht davon aus, dass sich die Summe der Konfliktkosten im Unternehmen auf mindestens 20 % der gesamten Personalkosten beläuft. Mal jeder kurz durchrechnen. Gut, vielleicht lässt sich nicht alles sparen, aber.... Weitere Erkenntnisse laut KPMG:

  • 10 bis 15 Prozent der Arbeitszeit in jedem Unternehmen werden für Konfliktbewältigung verbraucht
  • 30 bis 50 Prozent der wöchentlichen Arbeitszeit von Führungskräften werden direkt oder indirekt mit Reibungsverlusten, Konflikten oder Konfliktfolgen verbracht
  • ca. 25 Prozent des Umsatzes hängen von der Kommunikationsqualität ab
  • Reibungen im Team, die nerven und Meetings teilweise in den Steinzeitmodus absinken lassen
  • unklare Botschaften einer Führungskraft, aus denen nicht erkennbar ist, was sie wirklich will und hinterher sowieso alles falsch ist; wie Kaiser Nero, der lautespielend und klagend über dem brennenden Rom steht, das er selber angezündet hat
  • zeitraubende Reklamationen mit Kunden und Lieferanten, die scheinbar unverschämte Forderungen stellen und auf sofortige Erledigung bestehen
  • zu ehrgeizige Mitarbeiter/innen, die mit ihrem Streben große Unruhe in eine Abteilung bringen und damit Boxringatmosphäre im Büro schaffen
  • Abstimmungsverluste zwischen Einkauf, Buchhaltung und Logistik, die an alte korsische Stammesfehden erinnern
  • Generationsübergang mit unterschiedlichen Wertesystemen à la: „Solange ich lebe, wird die Firma nicht verkauft – die hab ich mit meinen eigenen Händen aufgebaut!“ Antwort: „Ich wollte sie nie haben, siehst du nicht, dass ich das nur für dich mache? Und damit du’s weißt: Meine Kinder können sich später frei entscheiden!“

Nach Schätzung des Instituts für deutsche Wirtschaft beträgt der volkswirtschaftliche Schaden durch Konflikte in Deutschland jährlich 50 Milliarden €.

Aus der Konfliktkosten Studie von KPMG das Executive Summary (https://www.kpmg.de/Publikationen/30558.asp) : Wie hoch die Reibungsverluste durch Konflikte in Unternehmen sind, ist für diese schwer zu beziffern - mit Ausnahme der Kosten durch Personalwechsel beziehungsweise Mitarbeiterfluktuation, die 93 Prozent der Betriebe angeben können. Was aber ist mit den Kosten durch kontraproduktives oder gar betriebsschädigendes Verhalten von Mitarbeitern? Diese Kosten kann lediglich die Hälfte der Unternehmen beziffern! Dies sind nur zwei Ergebnisse der vorliegenden Konfliktkostenstudie auf der Basis einer Umfrage unter 4.000 Industrieunternehmen sowie ergänzenden Interviews mit Geschäftsführern und Bereichsleitern von Finanz-, Controlling-sowie Personalabteilungen verschiedener Unternehmen aller Größen, die in Zusammenarbeit mit der Hochschule Regensburg und der Berner Fach hoch schule durchgeführt wurde. Die Studie ermöglicht einen Überblick über die Höhe von Konfliktkosten in Industrieunternehmen sowie über den Informationsstand von Unternehmen bezüglich dieser Kosten. Am teuersten sind laut Umfrage gescheiterte und verschleppte Projekte: Jeder zweite Befragte gibt dafür ungeplant pro Jahr mindestens 50.000 Euro aus; jeder zehnte sogar über 500.000 Euro. Alle Einzelergebnisse finden Sie in Kapitel 5. Ein übergeordnetes wichtiges Ergebnis dieser ersten Studie auch für weiterführende Studien ist, dass sich alle Konfliktkosten letztlich neun Konfliktkostenkategorien in drei Dimensionen - Person, Team und Organisation - zuordnen lassen. Keines der befragten Unternehmen hat weitere Konfliktkostenkategorien genannt, weder in der Antwort auf den Fragebogen noch in Benchmark-Interviews oder in der ersten Roadshow zu den Ergebnissen der Studie. Die neun Konfliktkostenkategorien sind im nachfolgenden Circle of Conflict-Three Dimensions Modell abgebildet, das in Kapitel 2 detailliert erläutert wird.